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Funfzig Fabeln für Kinder

Wilhelm Hey: Funfzig Fabeln für Kinder - Kapitel 87
Quellenangabe
typefable
booktitleFunfzig Fabeln für Kinder
authorWilhelm Hey
yearca, 1860
firstpub1833
publisherFriedrich Andreas Perthes
addressGotha
titleFunfzig Fabeln für Kinder
pages90
created20101011
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Nachschrift

an die Eltern.

Dieses Buch ist zunächst für Kinder von vier bis sieben Jahren bestimmt. Wenn wir die rechte Wahl und den rechten Ton getroffen haben, so zweifeln wir nicht, daß auch Größere, Kinder und Nichtkinder, es in die Hand nehmen und sich daran erfreuen werden. Das wahrhaft Kindliche hat ja einen Reiz für jedes Alter.

Ungern wollten wir, daß es mit der Menge gewöhnlicher Bilderbücher auf eine kurze Zeit die Kinder beschäftigte und dann hingeworfen würde. Es sollte vielmehr auf lange hin ihr Liebling bleiben und dadurch ihnen für Sinn und Gemüt wahrhaft bildend werden. – Darum vorzüglich der ernste Anhang, wiewohl ja auch der Inhalt der Fabeln ihm nahe verwandt ist.

Doch insbesondere um jenes willen noch einige Worte zur Rechtfertigung und über zweckmäßigen Gebrauch.

Der ganze Anhang ist ausdrücklich zum Auswendiglernen bestimmt. Dabei ist zweierlei zu fragen:

Sollen die Kleinen schon in diesem zarten Alter ihr Gedächtnis so anstrengen! – Nein, da ist kein Anstrengen. Gerade jetzt ist es am frischesten und empfänglichsten, wie es denn in der That zehnmal mehr Neues faßt und behält, als zu irgend einer andern Zeit des Lebens. Jetzt besonders kommt es darauf an, ihm Festigkeit und Treue zu geben. Das geschieht am besten, indem es gewöhnt wird, anziehende und faßliche Gegenstände in bestimmter Gestalt aufzunehmen und für immer zu behalten. – Also wörtliches Lernen und öfteres Wiederholen. Deshalb ist es so wichtig, daß den Kindern etwas angeboten werde, was wirklichen Wert hat, ihn also auch behält. Möge das von unserer Gabe gesagt werden können!

Aber ist sie nun auch passend für die kleinen Empfänger? Sollen sie schon jetzt von Gott und göttlichen Dingen hören? – O hier laßt euch von niemand irre machen. Die Hand aufs Herz. Was hierin dem kindlichen Verstande unbegreiflich ist, das bleibt so auf immer auch für den unsrigen, eben weil es überirdisch ist. Wir müssen es glauben. So alle die täglichen Wunder um uns her, den ganzen Zusammenhang zwischen der sinnlichen und geistigen Welt, zwischen unserm eignen Leib und Geist, zwischen der Welt und ihrem Schöpfer; so auch die Offenbarung von Anfang bis zu Ende.

Laßt denn eure Kinder mit euch glauben, bald an das glauben, was einst der Trost und die Kraft ihres Lebens sein soll.

Sie nehmen ja täglich einzig auf euer Wort hundert Dinge von jeder Art an, die ihr ihnen noch nicht erklären könnt oder wollt. Wie viel williger werden sie es thun in dem, was zwar ihr Verstand nicht faßt, aber wovon sie in eurer Liebe zu ihnen, eurer alles bedenkenden Sorge für sie, steten Wachsamkeit über sie das schönste Gleichnis haben!

O laßt sie bald den lieben Vater im Himmel, bald den treuen Heiland, der auch für sie auf die Erde gekommen ist, kennen und lieben.

Wir werden uns freuen, wenn unsere kleinen Liedersprüche und Gedichte hier eine Lücke ausfüllen. Manche derselben und ähnliche, die aber zu sehr in besondere Verhältnisse eingingen, haben schon die Probe bestanden. Ein kaum fünfjähriges Kind lernte sie mit großer Leichtigkeit und Lust und trieb die Mutter jeden Tag an, den »Brief« des Freundes zu holen und ihm daraus vorzusagen.

Nun noch unsern Rat, wie ihr Mütter das Buch gebrauchen mögt. Durch die trefflichen Bilder wird das Kind gewiß angezogen; laßt es mit ihnen allen vertraut werden, doch gebt ihm das Buch nicht zu viel in die Hände. Leset ihm dann eine oder die andere Fabel vor, wenige auf einmal, bis es sie selbst ohne Anstrengung lesen kann.

Will es gern, so laßt es sie auswendig lernen, aber macht ihm das Buch nicht zur Qual. Was es einmal gelernt hat, wiederholt zu rechter Zeit; es soll nichts vergessen.

Aus dem Anhange sagt ihm täglich einen kürzeren Vers vor, oder von längern Liedern eine Strophe nach der andern; und täglich, oder mit jenen abwechselnd, einen Spruch; – so lange es nämlich nicht in die Schule geht. Möchte das nicht so bald sein, und selbst, wenn das, möchtet ihr Mütter euch namentlich diesen ersten christlichen Unterricht nicht nehmen lassen.

Die passende Wahl werdet ihr schon selbst treffen.

Auch dabei, und noch viel mehr als bei den Fabeln, haltet darauf, daß nichts wieder vergessen werde.

Noch ein Wort über die Bibelsprüche. An ihnen werdet ihr wohl sehen, wie schön die heilige Schrift auch zu den Kindern zu reden weiß. – Hier ist nur einiges von vielem. Manchen schönen Spruch findet ihr gewiß selbst oder hört ihn und denkt: den kann mein Kind verstehen.

Wollt ihr ein Buch, worin schon eine treffliche, sehr reiche Auswahl für kleinere und größere Kinder ist und daneben auch absichtlich freigelassener Raum, daß ihr selbst noch an passender Stelle eintragen könnt, was euch anspricht, so kauft die »Biblische Weihnachtsgabe für Alt und Jung« (Hamburg, bei Perthes). Mit dieser, wenn ihr noch eine gute Auswahl biblischer Geschichten habt, werdet ihr lange Zeit eure Kinder lehren, zu Gott führen können.

Wenn unser Buch euch und ihnen gefällt, so sagen wir gern, daß wir von solchem Scherz und Ernst in Bild und Wort noch mehr Vorrat haben.

Möge Gott eure Lieblinge fröhlich gedeihen lassen!

 

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