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Führer durch die moderne Literatur

Hanns Heinz Ewers: Führer durch die moderne Literatur - Kapitel 125
Quellenangabe
typefiction
authorDr. Walter Bläsing
titleFührer durch die moderne Literatur
publisherGlobus Verlag
addressBerlin
yearo.J.
correctorhille@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20100716
modified20150527
projectidd0de1f8e
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Felix Hollaender

Felix Hollaender, geb. 1. November 1868 in Leobschütz, lebt in Berlin. Hollaender ist Familien-Romanschriftsteller, dessen Arbeiten jedoch häufig künstlerisch über das gewohnte Maß der »Gartenlauben«-Romanciers hinauswachsen. Seine meisten Werke kranken daran, daß er ein Problem anpackt, mit dem er künstlerisch nicht fertig zu werden weiß; auch scheut er sich manchmal nicht vor Episoden, die einem guten Geschmack zuwider gehen. Seine zahlreichen Romane: »Jesus und Judas«, »Magdalene Dornis«, »Frau Ellin Nöte«, »Erlösung« und »Das letzte Glück« behandeln alle mehr oder weniger irrelevante Liebesgeschichten, in denen nur hier und da ein tieferes psychologisches Problem mit tieferem psychologischen Verständnis angefaßt wird. In »Sturmwind im Westen« wagt sich Hollaender schon an ein komplizierteres Thema, indem er verbrecherische Individualitäten zeichnet, denen er wirklich Leben und Wahrheit zu geben weiß. Doch ist gerade in diesem Romane das Kolportagehafte oftmals besonders störend bemerkbar. Die weitaus bedeutendste Arbeit Hollaenders ist der groß angelegte Weltanschauungsroman »Der Weg des Thomas Truck«. Es ist vielleicht der erste großzügige Versuch, die verschiedenen Arten des Anarchismus, in einzelnen Figuren verkörpert, einander gegenüber zu stellen, aber eben nur ein Versuch, da der Verfasser selbst nicht tief genug in die verschiedenen Systeme eingedrungen ist. All diesen Gestalten, Sozialisten, Kommunisten, Individualisten, Nietzscheanern, Stirneanern und Terroristen, wird die leider sehr verzeichnete Gestalt des Helden gegenübergestellt, der sich durch alle die Entwicklungsphasen seiner Freunde hindurchwindet und schließlich bei dem letzten, höchsten Standpunkt anlangt, der nach Hollaenders Meinung etwa der ist, den Julius Hart in seinen »Neuen Gemeinschafts-Verworrenheiten« predigt. Trotz des Mißlingens wichtiger Charaktere und Episoden und trotz der mancherlei kolportagehaften Einzelheiten in dem Roman, ist doch das Werk intelligent genug angelegt, um es als einen verdienstvollen Versuch anzuerkennen. Etliche kleinere Arbeiten, wie Dramen, eines davon in Gemeinschaft mit Hans Land, eines mit Lothar Schmidt (»Ackermann«), und Novellen, sowie manche weniger gute Romane verlohnen nicht eingehende Würdigung.

E. M.

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