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Führer durch die moderne Literatur

Hanns Heinz Ewers: Führer durch die moderne Literatur - Kapitel 121
Quellenangabe
typefiction
authorDr. Walter Bläsing
titleFührer durch die moderne Literatur
publisherGlobus Verlag
addressBerlin
yearo.J.
correctorhille@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20100716
modified20150527
projectidd0de1f8e
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Georg Hirschfeld

Georg Hirschfeld. Ein Mitstrebender Hauptmanns und Schnitzlers ist Georg Hirschfeld (1873 in Berlin geboren, lebt in München), ohne irgendwie die Originalität und Bedeutung der beiden Genannten zu erreichen. Seine Entwicklung, soweit wir für ihn von solcher überhaupt sprechen können, strebt parallel mit der Hauptmanns, d. h. auch er bemüht sich, aus dem Naturalismus heraus zum höheren Stil zu gelangen, als dessen Vorstufe ihm der Symbolismus gilt. Er beginnt mit einer Novelle »Dämon Kleist«, die oft einen brutalen, unkünstlerischen Realismus, ganz selten einen Ansatz von wirklichem Können verrät. Die Psychologie arbeitet hier mit den primitivsten und einfachsten Effekten. Der ganze pathologische Aufwand, Schwindsucht und Nervosität, erbliche Belastung und krankhafte Sinnlichkeit, wird zusammengerafft, um uns die Gestalt des märkischen Dichters nur ja recht unerträglich zu machen. – In der Novelle »Der Bergsee« sehen wir den konsequenten Naturalisten krampfhaft dem Symbolismus zusteuern. Aber auch hier macht sich der dilettantische Übereifer, eine Kunstform so kraß als möglich auszuschlachten, bemerkbar.

Im Drama bleibt Hirschfeld ganz Nachahmer des früheren Hauptmann. Rasch bekannt geworden sind seine »Mütter« 1896. Schon der Titel verrät ein oft verwandtes, von Strindberg, Hermann Bahr und anderen bereits benutztes Motiv: die Mutter des Künstlers im Konflikt mit der Mutter seines Kindes, Die Charakteristik der Personen reicht nicht weit über die naturalistische Schablone, die sich für schwächere Talente so rasch ausgebildet hatte. Nur selten finden sich Einzelzüge, die versöhnend in diesem Stücke, ebenso selten in der Nachahmung des Hauptmannschen »Biberpelz«, der 1888 erschienenen »Pauline«. Manche guten Ansätze, die sich in den Jugendarbeiten des Dichters neben dem Ballast von ermüdendem Beiwerk entdecken ließen, fanden in seinen späteren Dramen, wie in »Agnes Jordan« z. B., keine Entwicklung. Es fehlt das Haushalten mit stofflichen Elementen, die biographische Breite verschlingt jedes dramatische Leben. Auch Hirschfelds jüngstes Werk, das Märchendrama »Der Weg zum Licht« 1902 ist als eine Anlehnung an die »Versunkene Glocke« von wenig Wert.

V. H.

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