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Fromont junior

Alphonse Daudet: Fromont junior - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorAlphonse Daudet
titleFromont junior
publisherVerlag von J. Engelhorn
volumeFromont junior und Risler senior - Erster Band
translatorClaire von Glümer
year1887
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
projectidc66b260c
created20061018
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Zweites Kapitel.

Geschichte der kleinen Chèbe. – Drei Haushaltungen auf einem Flur.

Für arme Pariser Familien, die sich in ihren kleinen Wohnungen beengt fühlen, ist der Treppenflur ein Zimmer mehr – eine Ergänzung der eignen Räume. Von ihm aus dringt im Sommer etwas frische Luft in die Wohnung, er ist das Plauderzimmer der Frauen, der Spielplatz der Kinder.

Wenn die kleine Chèbe zu viel Lärm machte, sagte die Mutter: »Geh, du quälst mich . . . spiele auf dem Flur!« und das Kind beeilte sich der Weisung zu folgen.

Dieser Treppenflur lag im obersten Stockwerk eines alten Hauses, in dem man den Raum nicht gespart hatte. Es war ein langer, hoher Gang, nach der Treppe zu durch ein Gitter von Schmiedeeisen abgeschlossen und durch ein großes, breites Fenster erleuchtet, aus dem man Dächer, Höfe, viele andre Fenster und weiterhin den Garten der Fromontschen Fabrik erblickte, der zwischen den riesigen alten Mauern ein grünes Winkelchen bildete.

Obwohl dies alles nicht eben freundlich war, fühlte sich die Kleine hier draußen wohler als in ihrer Stube. Dort war es noch viel trauriger, besonders bei Regenwetter und wenn Ferdinand nicht ausging.

Ferdinand Chèbe, dessen Hirn fortwährend mit neuen Ideen beschäftigt war, die jedoch nie zu irgend einem Ergebnis führten, gehörte zu der Klasse jener Nichtsthuer und Projektenmacher, die in Paris so häufig zu finden sind. Seine Frau hatte sich anfangs von ihm blenden lassen, war aber nur zu bald zur Erkenntnis seiner Nichtigkeit gekommen und hatte sich daran gewöhnt, seine unaufhörlichen Träume von Glück und Erfolg ebenso ruhig zu ertragen, wie die jederzeit darauf folgenden Enttäuschungen.

Von den achtzigtausend Franken Mitgift, die sie ihm zugebracht und die er in thörichten Unternehmungen vergeudet hatte, war ihnen nur eine unbedeutende Rente geblieben, die ihnen, den Nachbarn gegenüber, dennoch ein gewisses Ansehen gab, wozu überdies der aus allen Schiffbrüchen gerettete Kaschmirshawl der Madame Chèbe, die Spitzen ihres Brautkleides und zwei sehr kleine, sehr bescheidene Brillantknöpfe das ihrige beitrugen. Diese Knöpfe, die auf Sidoniens inständige Bitten zuweilen aus der Kommodenschublade hervorgeholt und ihr gezeigt wurden, lagen in einem alten Schmuckkästchen von weißem Samt, das in goldnen, seit dreißig Jahren langsam erblindenden Buchstaben den Namen des Juweliers trug, und bildeten den einzigen Luxus in dem ärmlichen Hauswesen dieser Rentiersfamilie.

Lange, sehr lange hatte Herr Chèbe nach einer Anstellung gesucht, um seine spärlichen Einnahmen zu verbessern. Er hätte sie jedoch, seiner Ausdrucksweise nach, bei einer »Beschäftigung im Stehen« finden müssen, da ihm seine Gesundheit jede sitzende Lebensweise verbot.

Der kleine Mann sollte nämlich in der ersten Zeit seiner Ehe, als er noch in einem großen Handelshause thätig war und für seine Geschäftsreisen einen Einspänner hielt, einen bösen Fall mit dem Wagen gethan haben, und dieses Unglück, von dem er bei jeder Gelegenheit erzählte, mußte seiner Trägheit zur Entschuldigung dienen.

Man konnte nicht fünf Minuten mit Herrn Chèbe zusammen sein, ohne daß er in vertraulichem Tone fragte: »Sie wissen von dem Unfall, der den Herzog von Orleans betroffen hat?« Und auf seinen kleinen, kahlen Schädel schlagend, fügte er hinzu: »In meiner Jugend ist mir etwas Aehnliches widerfahren.«

Seitdem er diesen berühmten Sturz erlitten hatte, verursachten ihm alle Comptoirarbeiten Schwindelanfälle, so daß er sich vom Schicksal auf »Beschäftigung im Stehen« verwiesen sah. So war er denn nacheinander Agent für Wein, Verlagsartikel, Trüffeln, Uhren und viele andre Dinge geworden. Unglücklicherweise wurde er jeder Thätigkeit bald wieder müde, denn keine seiner Stellungen vertrug sich mit den Ansprüchen, die er als ehemaliger Großhändler, Besitzer eines Einspänners zu machen hatte, und da er jede Beschäftigung unter seiner Würde fand, wurde er nach und nach immer unbrauchbarer, wurde zum alten Müßiggänger, der am Bummeln Geschmack fand, zum vollendeten Pflastertreter.

Wie oft werden Künstlern ihre Seltsamkeiten vorgeworfen, ihre angebornen Launen, ihr Abscheu vor dem Herkömmlichen, der sie auf Abwege treibt. Wer aber beachtet alle die lächerlichen Einfälle und Wunderlichkeiten, mit denen der unbeschäftigte Kleinbürger die Leere seines Daseins auszufüllen sucht. Herr Chèbe zum Beispiel hatte bei seinen Ausgängen und Spaziergängen jederzeit einen Zweck. Solange am Boulevard Sebastopol gebaut wurde, mußte er täglich zweimal nachsehen, »ob die Sache im rechten Zuge sei«. Niemand wußte so genau wie er um die besten Läden und ihre Spezialitäten Bescheid, und oft, wenn sich Madame Chèbe darüber ärgerte, ihres Mannes einfältiges Gesicht an die Fensterscheibe gedrückt zu sehen, indes sie sich abmühte, ihre Wäsche auszubessern, schickte sie ihn fort: »Du weißt doch – an der Ecke der Straße Soundso sind die guten Brioches zu haben . . . du könntest uns einige zum Nachtisch holen.«

Dann machte sich der Gatte auf den Weg, ging über den Boulevard, hielt an den Läden Maulaffen feil, paßte den Omnibus ab und brachte den halben Tag auf der Straße zu, um zwei Brioches für drei Sous zu erstehen, die er siegesbewußt nach Hause trug, indem er sich erhitzt die Stirne trocknete.

Herr Chèbe schwärmte für den Sommer, den Sonntag, weite Fußwanderungen im Staube von Clamart oder Romainville, für Festlärm und Menschengedränge. Er gehörte zu den Müßiggängern, die während der ganzen, dem 15. August vorangehenden Woche die schwarzen Illuminationslämpchen, die Taxusbäume und Festtribünen in Augenschein nahmen. Seine Frau hatte nichts dagegen – war sie doch nun von dem ewig Lamentierenden erlöst, der sich sonst den lieben langen Tag mit seinen neuen riesenhaften Plänen, seinen unsinnigen Berechnungen, seinen fruchtlosen Rückblicken auf vergangene Zeiten und seiner Wut, kein Geld verdienen zu können, um sie herumdrückte.

Auch sie verdiente keins, aber die gute Frau verstand so gut zu sparen, teilte das wenige, was sie hatte, so wundervoll ein, daß es der Not – so nahe dieselbe ihren beschränkten Verhältnissen zu stehen schien – niemals gelungen war, in ihre drei allezeit sauber gehaltenen Stübchen einzudringen, oder ihre sorgsam ausgebesserten Kleidungsstücke und die alten, von Ueberzügen verhüllten Möbel völlig zu zerstören.

Der Chèbeschen Thür gegenüber, deren Messingklinke mit kleinbürgerlicher Sorgfalt geputzt war, befanden sich zwei andre, kleinere Thüren.

An der ersten war, wie es bei Kunsthandwerkern gebräuchlich ist, mit vier Nägeln eine Visitenkarte befestigt mit der Aufschrift: »Risler, Musterzeichner für Fabriken«. An der andern befand sich ein kleines ledernes Schild, auf dem in goldnen Buchstaben zu lesen war:

»Mmes Delobelle
Modeartikel in Vögeln und Käfern.«

Die Delobellesche Thür stand häufig offen und gewährte Einblick in ein großes Zimmer mit Backsteinfußboden, in dem zwei Frauen saßen, Mutter und Tochter – letztere fast noch ein Kind, aber eine so bleich und müde wie die andre und beide mit der Herstellung einer jener zahllosen Phantasiearbeiten beschäftigt, die den sogenannten Pariser Artikel bilden.

Damals waren, als Schmuck für Hüte und Ballkleider, die hübschen kleinen aus Südamerika kommenden Tierchen Mode, die an Glanz und Farbenpracht mit den Edelsteinen wetteifern. In dieser Spezialität waren die beiden Delobelles thätig.

Ein Engrosgeschäft, welches von den Antillen direkte Sendungen erhielt, schickte ihnen uneröffnet lange leichte Kistchen zu, aus denen, wenn der Deckel abgenommen wurde, ein widerlicher Geruch, ein feiner Arsenikstaub aufstieg, während lange Reihen aufgespießter Insekten oder dicht zusammengeschichteter Vögelchen sichtbar wurden, deren Flügel ein Streifen Papier zusammenhielt. Es galt nun, diese kleinen Geschöpfe für den Gebrauch zurechtzumachen, die Käfer auf zitterndem Messingdraht zu befestigen, die Federn der Kolibris aufzubauschen und zu glätten, mit seidenem Faden ein zerbrochenes korallenrotes Beinchen wiederherzustellen, erloschene Augen durch ein paar glänzende Perlen zu ersetzen und Insekten und Vögeln die anmutig-bewegte Haltung lebender Wesen wiederzugeben.

Die Mutter führte, unter Anleitung der Tochter, allerhand Vorarbeiten aus, denn trotz ihrer großen Jugend besaß Désirée den feinsten Geschmack, die Erfindungsgabe einer Fee, und niemand konnte so geschickt wie sie die Vogelköpfchen mit Perlenaugen versehen oder zusammengedrückte Flügelchen wieder ausbreiten.

Infolge eines Unfalls, den sie als Kind erlitten, der aber die feine Anmut ihres regelmäßigen Gesichtchens nicht beeinträchtigt hatte, hinkte Désirée Delobelle, und ihrer gewissermaßen erzwungenen Unbeweglichkeit, ihrer Unlust das Haus zu verlassen, verdankte sie eine aristokratische Hautfarbe und sehr weiße Hände. Mit zierlich geordnetem Haar saß sie Tag für Tag in einem großen Lehnstuhl an ihrem mit Modebildern und bunten Vögeln bedeckten Tische und fand in ihrer heiteren, modisch-eleganten Arbeit eine Art Entschädigung für die Eintönigkeit ihres Daseins.

In Gedanken folgte sie all den kleinen, geflügelten Wesen, die sich aus ihrem stillen Stübchen aufschwangen, um weite Streifzüge durch das Pariser Leben zu machen und bei Festlichkeiten im Lichte der Kronleuchter zu glänzen. Aus der Haltung, welche sie ihren Vögeln und Käfern gab, war deutlich ihre Stimmung zu erkennen; in Tagen des Trübsinns, der Niedergeschlagenheit schienen die spitzigen, vorgestreckten Schnäbelchen und ausgebreiteten Flügel leidenschaftlich hinauszustreben, weit weg von Wohnungen im fünften Stock, eisernen Oefen, Not und Entbehrung; war ihr jedoch wohl zu Mute, so hatten auch alle ihre Tierchen etwas Lebensfrohes, sahen keck und vergnügt, als echte Kinder der Mode, in die Welt hinaus.

Aber mochte Désirée heiter oder traurig sein, ihr Fleiß blieb immer derselbe. Vom Morgengrauen bis tief in die Nacht war ihr Tisch mit Arbeit überladen; dann, wenn beim letzten Tagesschimmer in den umliegenden Fabrikhöfen die Feierabendglocke geläutet wurde, zündete Madame Delobelle die Lampe an und nach einem mehr als bescheidenen Mahle kehrten Mutter und Tochter zu ihrer Beschäftigung zurück. – Sie hatten einen Zweck, eine Aufgabe, welche sie für die Anstrengung langer Nachtwachen unempfindlich machte: die Sorge für den Schauspielerruhm des großen Delobelle.

Seitdem er die Provinzialtheater verlassen hatte, um in Paris aufzutreten, wartete Delobelle darauf, von einem klugen Direktor – jenem Ideal, das die Genies zu entdecken versteht – ebenfalls entdeckt und mit Rollen, die seiner Größe angemessen waren, betraut zu werden. Vielleicht hätte er – anfangs wenigstens – in einem Theater dritten Ranges eine untergeordnete Stellung finden können, aber erniedrigen wollte sich Delobelle nicht.

Lieber warten und kämpfen, wie er sagte. Das Kämpfen verstand er aber folgendermaßen: Morgens in seinem Schlafzimmer, oft sogar schon im Bette, nahm er die Rollen seines ehemaligen Repertoirs wieder durch, und seine Frau und Tochter erbebten, wenn sie hinter dem Verschlage Bruchstücke aus »Antony« oder dem »Kinderarzt« von einer dröhnenden Stimme, die sich mit den tausend Arbeitslauten des großen Pariser Bienenkorbes vereinigte, deklamieren hörten. Nach dem Frühstück ging der Schauspieler bis zum Abend fort, um »seinen Boulevardbesuch zu machen«, das heißt, um mit kleinen Schritten zwischen dem Château d'Eau und der Madeleine umher zu spazieren, einen Zahnstocher im Mundwinkel, den Hut etwas auf die Seite geschoben, allezeit wohlgebürstet, glänzend, in guten Handschuhen.

Die Frage des Anzugs war für ihn von großer Wichtigkeit; sie war eine Hauptbedingung seines Erfolgs, ein Köder für den Direktor – jenen wunderbaren, feinsinnigen Direktor in spe – der sich nie dazu verstehen würde, einen schäbig aussehenden, schlecht gekleideten Künstler zu engagieren.

Delobelles Frau und Tochter waren denn auch sorgsam darauf bedacht, es ihm an nichts fehlen zu lassen, und wie viele Käfer und Vögel dazu gehörten, einen so stattlichen Herrn auszurüsten, ist leicht zu ermessen. Der Schauspieler fand die Bemühungen der Seinigen ganz natürlich und hatte das Gefühl, daß Frau und Tochter nicht sowohl um seiner Persönlichkeit willen arbeiteten und entbehrten, sondern für den geheimnisvollen, unbekannten Genius, als dessen Vertreter er sich betrachtete.

Die Verhältnisse der Familien Chèbe und Delobelle besaßen eine gewisse Aehnlichkeit, aber das Leben der letzteren war weniger traurig. Während sich Chèbes in ihrem geringen Einkommen wie festgeschmiedet fühlten und keinerlei Aussicht auf Veränderung hatten, boten Hoffnung und Phantasie der Familie des Schauspielers immer neue, entzückende Ausblicke.

Chèbes wohnten gleichsam in einer Sackgasse, Delobelles dagegen in einer kleinen Straße, die zwar auch eng, schmutzig und düster war und weder Luft noch Licht hatte, durch welche jedoch in nächster Zeit ein großer Boulevard geführt werden sollte. Ueberdies glaubte Madame Chèbe nicht mehr an ihren Mann, indes ihre Nachbarin, kraft des Wunderwortes »Kunst«, an dem ihrigen niemals gezweifelt hatte.

Und doch hatte Monsieur Delobelle nun schon seit vielen, vielen Jahren ganz vergebens seinen Wermut mit Theateragenten, seinen Absinth mit Führern der Claque, seinen Bittern mit Vaudevilledichtern, Dramaturgen und einem berühmten Maschinisten getrunken . . . die ersehnten Engagements kamen nicht! Ohne jemals eine Bühne zu betreten, hatte der Beklagenswerte allgemach vom ersten Liebhaber zum Charakterspieler, zum Bonvivant, zum edlen Vater, endlich zum alten Schwätzer herabsinken müssen.

Dabei blieb er stehen!

Zwei- oder dreimal hatte man ihm Gelegenheit geboten, seinen Lebensunterhalt als Vorsteher eines Klubs oder Kaffeehauses, oder als Aufseher in einem großen Laden, wie im »Pharus der Bastille« oder dem »Koloß von Rhodus« zu verdienen: um seinen Aufgaben zu genügen, war nichts erforderlich, als gute Manieren – und die, bei allen Göttern! besaß Monsieur Delobelle. Aber heldenmütig hatte der große Mann alle Vorschläge zurückgewiesen.

»Ich habe nicht das Recht, der Bühne zu entsagen,« erklärte er – ein Ausspruch, der im Munde dieses armen Teufels, der seit vielen Jahren die Bretter nicht betreten hatte, von unwiderstehlicher Komik war. Aber die Lachlust verging, wenn man es mit ansah, wie seine Frau und Tochter Tag und Nacht Arsenikstaub einatmeten, oder wenn man von beiden, während sie ihre Nähnadeln am Messingdraht der kleinen Vögel abbrachen, die energische Versicherung hörte: »Nein, nein! ein Delobelle hat nicht das Recht, der Bühne zu entsagen.«

Beneidenswerter Mann, dem der herablassende Blick seiner vorstehenden Augen und die Gewohnheit, im Drama zu gebieten, auf Lebenszeit die Ausnahmestellung eines verhätschelten, bewunderten Märchenprinzen gegeben hatten. So oft er ausging wurde er von den Ladenbesitzern der Rue des Francs Bourgeois – mit der dem Pariser eignen Vorliebe für alles, was dem Theater angehört – ehrfurchtsvoll begrüßt. Er war auch immer so gut angezogen! und dabei so liebenswürdig und gefällig. Ging er doch jeden Samstagabend, er »Ruy Blas«, »Antony«, »Raphael« aus den »Filles de marbre«, »Andrès« aus den »Pirates de la Savonne«, mit einem Pappkasten unter dem Arme nach einem Blumengeschäft der Rue Saint Denis, um die Arbeit der beiden Frauen abzuliefern . . .

Aber selbst wenn er sich dazu verstand, einen derartigen Auftrag zu übernehmen, wußte der große Mann eine solche Vornehmheit und natürliche Würde zu bewahren, daß die mit der Berechnung des Delobelleschen Guthabens betraute Kassiererin jedesmal eine gewisse Scheu empfand, diesem vollendeten Gentleman den mühsam verdienten Wochenlohn einzuhändigen.

An diesen Abenden pflegte der Schauspieler nicht zu Hause zu essen – Frau und Tochter wußten das schon. Gewöhnlich traf er auf dem Boulevard einen ehemaligen Kameraden, einen Pechvogel wie er selbst – es gibt deren so viele in seinem traurigen Berufe – dem er im Restaurant und Kaffeehause die Zeche bezahlte. Den Rest des Geldes lieferte er – was ihm hoch angerechnet wurde – getreulich zu Hause ab. Zuweilen nur brachte er seiner Frau ein Sträußchen, Désirée ein unbedeutendes Geschenk – eine Kleinigkeit, ein Nichts. Was kam darauf an? – Ueberdies war es eine Theatergewohnheit . . . es ist so leicht, im Melodrama eine Handvoll Goldstücke aus dem Fenster zu werfen.

»Da, Bursche! nimm diese Börse und sage deiner Herrin, daß ich ihrer harre.«

So kam es, daß Frau Delobelle und Désirée, trotz ihres emsigen Fleißes und ihrer ziemlich einträglichen Arbeit, häufig in Verlegenheiten gerieten, besonders in der toten Jahreszeit für Pariser Modeartikel. Ein Glück, daß sie den guten Risler hatten, der immer bereit war, seinen Freunden beizustehen.

Wilhelm Risler, der dritte Mietsmann des Stockwerks, wohnte mit seinem Bruder Franz zusammen, der um etwa fünfzehn Jahre jünger war als er. Diese beiden großen, blonden, kräftigen Schweizer mit der frischen Gesichtsfarbe schienen der Stickluft des düstern Arbeiterhauses etwas von der Gesundheit des Landlebens mitzuteilen. Der ältere war Musterzeichner in der Fromontschen Tapetenfabrik und bezahlte den Unterricht seines Bruders, der – bis er zur Aufnahme in die Ecole centrale tüchtig war – die Chaptalschen Vorlesungen besuchte.

Als Wilhelm nach Paris gekommen war, hatte er in allen Verlegenheiten, welche ihm die Einrichtung seines kleinen Haushaltes verursachte, bei den Nachbarinnen Chèbe und Delobelle Rat, Auskunft und Hilfe gefunden. Für den treuherzigen, etwas schwerfälligen Burschen, der sich durch Aussprache und Aussehen verschüchtert fühlte, war ein solcher Beistand unentbehrlich, und nach kurzer Zeit hatten freundschaftlicher Verkehr und gegenseitige Gefälligkeiten die Gebrüder Risler den beiden Nachbarfamilien gleichsam einverleibt.

Zu allen Festtagen wurde für sie in den beiden Familien mitgedeckt, und es war eine Erquickung für die Heimatlosen, in diesen armen, bescheidenen Haushaltungen ein warmes Eckchen und freundliche Aufnahme zu finden. Die Einnahmen des Musterzeichners, der in seinem Beruf sehr geschickt war, setzten ihn in den Stand, Delobelles beim Quartalschluß gefällig zu sein und bei Chèbes als Großonkel mit Ueberraschungen und Geschenken zu erscheinen, so daß die Kleine, sobald er sich sehen ließ, seine Taschen untersuchte und auf seinen Schoß kletterte.

Sonntags führte er die ganze Gesellschaft ins Theater, und in der Woche ging er beinahe jeden Abend mit Chèbe und Delobelle in eine Brauerei der Rue Blondel, wo er sie mit Bier und Salzbretzeln traktierte. Bier und Salzbretzeln waren seine Leidenschaft.

Er kannte kein größeres Glück, als beim Schoppen zwischen seinen beiden Freunden zu sitzen und ihnen zuzuhören, während er sich nur ab und zu mit einem lauten Auflachen oder einem Kopfschütteln an ihrem Gespräche – gewöhnlich nur ein Ausbruch bitterer Anklagen gegen Welt und Menschen – beteiligte.

Die kindliche Schüchternheit und die deutschen Sprachwendungen, welche er in seinem der Arbeit gewidmeten Leben nicht loszuwerden vermochte, erschwerten ihm den Ausdruck seiner Gedanken. Außerdem flößten ihm seine beiden Freunde zu großen Respekt ein; besaßen sie doch ihm gegenüber den unermeßlichen Vorzug des Müßiggängers vor dem Arbeitenden, und Herr Chèbe, der weniger großherzig war als Delobelle, konnte sich's nicht versagen, ihn das fühlen zu lassen. Er behandelte ihn sehr von oben herab, der edle Herr Chèbe. Seiner Meinung nach war ein Mensch, der wie Risler täglich zehn Stunden lang arbeitet, nachher völlig außer stande, eine vernünftige Ansicht auszusprechen, und wenn der Musterzeichner, der ganz erschöpft aus der Fabrik nach Hause kam, sich gar noch anschickte, auch die Nacht einer dringenden Arbeit zu widmen, war in den Mienen Monsieur Chèbes die tiefste Empörung zu lesen. »Mir sollte man mit derartigen Anforderungen kommen!« rief er, warf sich in die Brust und fügte, indem er Risler mit dem Herz und Nieren prüfenden Blick des Arztes betrachtete, hinzu: »Sie werden es nur zu bald zu einem gehörigen Schlaganfall bringen!«

So grausam war Delobelle nun zwar nicht, aber desto hochmütiger.

»Die Ceder sieht den Rosenstrauch
Zu ihren Füßen nicht . . .«

So übersah Delobelle den guten Risler. Wenn er sich aber zufällig seines Daseins zu erinnern geruhte, hatte der große Mann, während er ihn anhörte, eine ganz besondre Art und Weise, sich zu ihm niederzubeugen und seinen Worten, wie denen eines Kindes, freundlich zuzulächeln. Hin und wieder machte er sich auch das Vergnügen, ihm verblüffende Anekdoten von Schauspielerinnen zu erzählen, oder gab ihm Anstandslehren, oder die Adressen seiner Lieferanten, denn daß ein Mensch, der so viel Geld verdiente, wie ein schäbiger Schulmeister einherging, begriff er nicht. Der gute Risler, der von seiner Unvollkommenheit durchdrungen war, suchte sich durch tausend Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten Verzeihung zu erwirken, wobei er sich selbstverständlich zur höchsten Zartheit verpflichtet fühlte – war er es doch, der beständig Wohlthaten erwies.

Diese drei auf demselben Flur befindlichen Haushaltungen wurden durch das Kommen und Gehen der kleinen Chèbe in beständiger Verbindung erhalten.

Zu jeder Tageszeit schlüpfte sie in das Atelier der beiden Delobelles, sah ihnen bei der Arbeit zu, betrachtete die kleinen Tierchen, und da ihr schon jetzt Putz und Tand mehr am Herzen lagen, als Kinderspiele, bemächtigte sie sich jedes Käfers, der unterwegs einen Flügel verloren, jedes Kolibris, der sein Federkleid beschädigt hatte, um sie als farbigen Schmuck in ihr feines, krauses Haar zu stecken. Désirée und ihre Mutter sahen lachend zu, wie sich die Kleine auf den Fußspitzen hob und sich mit gezierten Mienen und Bewegungen in dem alten, erblindeten Spiegel betrachtete. War sie endlich der Selbstbewunderung müde, so öffnete sie, alle Kraft der Fingerchen aufbietend, die Thür und ging, den Haarputz nicht zu gefährden, stolz und steif über den Flur, um bei Rislers anzuklopfen.

Tagsüber war nur Franz, der Schüler, zu Hause, der über seinen Büchern saß und gewissenhaft an seinen Aufgaben arbeitete. Trat Sidonie ein, so war es freilich damit vorbei! er mußte alles liegen lassen, um diese schöne, mit einem Kolibri geschmückte Dame zu begrüßen; wie eine Prinzessin kam sie ihm vor, die im Collège Chaptal erschien, ihn vom Direktor zum Ehemann zu begehren.

Es machte einen seltsamen Eindruck, den großen hoch aufgeschossenen Jungen mit diesem achtjährigen Mädchen spielen, sich ihren Launen fügen und sie schon jetzt in aller Unterwürfigkeit anbeten zu sehen. Als er sich später ernstlich in sie verliebte, hätte niemand zu sagen vermocht, zu welcher Zeit er damit begonnen habe.

Aber so sehr die kleine Chèbe in beiden Nachbarfamilien verhätschelt wurde, es kam doch immer wieder der Moment, der sie an das Treppenfenster zurückführte. Hier fand sie jederzeit ihre liebste Unterhaltung, einen weiten Horizont und gleichsam eine Vision der Zukunft, zu der sie sich neugierig und furchtlos hinabbeugte – Kinder wissen nicht, was Schwindel ist.

Zwischen den einander zugeneigten Schieferdächern zeigten sich ihr die hohen Fabrikmauern, die Platanenwipfel des Gartens, die hohen Fenster der Werkstätten wie das gelobte Land, wie das Reich ihrer Träume.

Für sie war dies Fromontsche Haus der Inbegriff alles Reichtums.

Der große Raum, den es in diesem, zu gewissen Tagesstunden vom Rauch und Lärm seiner Maschinen ganz erfüllten Winkel des Marais einnahm, die Begeisterung Rislers, seine fabelhaften Berichte über den Reichtum, die Güte und Klugheit seines Prinzipals, hatten die Neugier des kleinen Mädchens erregt, und was sie von dem Wohnhause sehen konnte, die zierlichen Holzjalousieen, das Halbrund der Freitreppe, die Gartenmöbel am Fuße derselben, das große im Sonnenschein glänzende Vogelhaus von weißem Drahtgeflecht mit vergoldeten Stäben, das blaue Coupé, das im Hofe angespannt wurde – alles war ihr ein Gegenstand unaufhörlicher Bewunderung.

Um alle Gewohnheiten des Hauses wußte sie Bescheid: um die Zeit des Läutens, das Fortgehen der Arbeiter, die Lohnzahlungen des Samstags, für die das Lämpchen des Kassierers bis zum späten Abend brannte, die stillen Sonntagnachmittage, wenn die Arbeitssäle leer und die Feuer erloschen waren. Dies tiefe Schweigen brachte ihr die Spiele der kleinen Claire, die mit ihrem Vetter Georges im Garten umherlief, gleichsam näher, und Risler teilte ihr allerlei Einzelheiten mit.

»Zeige mir die Fenster des Salons,« bat das Kind, »und wo Claires Zimmer liegt.«

Risler war entzückt über das lebhafte Interesse an seiner geliebten Fabrik und gab der Kleinen vom Treppenfenster aus genaue Erklärungen über die Einteilung der Gebäude, zeigte ihr die Druckerei, die Säle der Vergolder, der Grundierer, den Zeichensaal, in dem er selbst arbeitete, den Maschinenraum, aus dem die ungeheure Esse aufstieg, deren Rauch alle Mauern ringsumher geschwärzt hatte, ohne zu ahnen, daß ein junges unter einem Nachbardache verborgenes Leben mit allen Wünschen und Gedanken an ihrer keuchenden unermüdlichen Thätigkeit teilnahm.

Eines Tages erlangte Sidonie Zutritt in dies von fern belauschte Paradies.

Madame Fromont, der Risler häufig von der Artigkeit und Klugheit seiner kleinen Nachbarin erzählt hatte, forderte ihn auf, sie zu dem Kinderballe mitzubringen, den sie zu Weihnachten geben wollte. Zuerst wies Monsieur Chèbe die Einladung mit aller Entschiedenheit ab. Schon damals waren ihm die Fromonts verhaßt, deren Namen Risler beständig im Munde führte und deren Reichtum ihn demütigte. Ueberdies handelte sich's um einen Kostümball, und Monsieur Chèbe – der nicht mit Tapeten handelte – war nicht in der Lage, seine Tochter als Springerin auszustaffieren. Aber Risler redete zu, erklärte sich bereit, alles Notwendige zu liefern, und begann sofort ein Kostüm zu zeichnen.

Es war ein denkwürdiger Abend. Im Chèbeschen Wohnzimmer, in dem Stoffe, Stecknadeln und allerlei Putzgegenstände durcheinander lagen, führte Désirée Delobelle die Oberaufsicht über Sidoniens Anzug. Das kleine Mädchen, das im kurzen, schwarz und rot gestreiften Flanellröckchen ungewöhnlich groß erschien, stand gerade und regungslos in der Pracht der Verkleidung vor dem Spiegel und sah wirklich sehr hübsch aus. Das schwarze Samtmieder, das über dem weißen Hemdchen geschnürt war, die schönen, kastanienbraunen, unter dem Strohhute niederhängenden Zöpfe, alle herkömmlichen Attribute eines Schweizer Landmädchens erhielten einen besondern Reiz durch das kluge Gesichtchen der Kleinen und ihr lebhaftes, der Farbenfrische ihres theatralischen Aufputzes entsprechendes Wesen.

Die ganze Nachbarschaft war herbeigeeilt und erging sich in Ausdrücken der Bewunderung. Während Delobelle gerufen wurde, ordnete Désirée die Falten des Rockes, die Schleifen auf den Schuhen, warf, ohne die Nähnadel aus der Hand zu legen, einen letzten Blick auf ihr Werk und war selbst hocherregt von dem Vorgefühl des Festes, an dem sie, das arme, lahme Kind, nicht teilnehmen sollte. Der große Mann erschien, ließ Sidonie die schöne Verbeugung wiederholen, die er ihr einstudiert hatte, ließ sie gehen, sich setzen, und zeigte ihr noch einmal, wie sie beim Lächeln den Mund nur so weit öffnen dürfe, daß der kleine Finger hineinpaßte . . . Sehr komisch war die Genauigkeit, mit der die Kleine alles nachmachte. »Sie hat Komödiantenblut in den Adern!« versicherte der alte Schauspieler voll Begeisterung, während der lange Schlingel, der Franz, ohne zu wissen warum, am liebsten in Thränen ausgebrochen wäre.

Was Sidonie betrifft, so hätte sie noch nach Jahr und Tag zu sagen gemußt, welche Blumen die Vorzimmer schmückten, mit welchen Farben die Möbel überzogen waren und welche Tanzmelodie gespielt wurde, als sie den Ballsaal betrat. Der Eindruck, den das Fest auf sie machte, war ein so tiefer, daß sie nichts vergaß, weder die Anzüge, die um sie her wirbelten, noch das Lachen der Kinder, noch die vielen kleinen Füße, die über das glatte Parkett flogen. Für einen Augenblick fiel ihr, während sie auf einem rotseidenen Kanapee saß und von dem Präsentierbrett, das ihr der Diener reichte, zum erstenmal in ihrem Leben ein Glas Sorbett nahm, die dunkle Treppe ein, die zu der engen, dumpfigen Wohnung ihrer Eltern führte, aber sie dachte daran, wie an ein entferntes Land, das sie auf immer verlassen hatte.

Sie fand übrigens allgemeinen Beifall, wurde von allen gelobt und gehätschelt, und Claire Fromont, die wie das Miniaturbild einer in Spitzen gekleideten Cauchoise aussah, machte sie mit ihrem Vetter, Georges Fromont, bekannt, einem prachtvollen Husaren, der sich nach jedem Schritte umdrehte, um seine Säbeltasche zu bewundern.

»Sieh her, Georges,« sagte sie; »dies ist meine Freundin; sie wird jeden Sonntag herkommen, um mit uns zu spielen. Mama hat es erlaubt.«

Und in der fröhlichen Unbefangenheit eines glücklichen Kindes umarmte sie die kleine Chèbe mit großer Herzlichkeit.

Endlich mußte geschieden sein . . . aber lange noch, in der dunkeln Straße, wo der Schnee unter ihren Füßen zerfloß, auf der dunkeln Treppe, in dem stillen Schlafkämmerchen, wo die Mutter auf sie wartete, waren ihre Augen wie geblendet von dem glänzenden Licht der Gesellschaftsräume.

»War es schön? Hast du dich gut amüsiert?« fragte Madame Chèbe mit leiser Stimme, während sie die Haken des glänzenden Kostüms langsam aufmachte.

Sidonie war jedoch so übermüdet, daß sie, ohne zu antworten, im Stehen einzuschlafen schien, schon damals begann sie sich in dem schönen Traume zu wiegen, der ihre ganze Jugendzeit ausfüllte und ihr manche bittre Thräne erpressen sollte.

Claire Fromont hielt Wort. Sidonie kam häufig in den schönen Garten mit den Kieswegen, konnte die Holzjalousieen und das Vogelhaus mit den goldnen Stäben in der Nähe sehen, lernte alle Winkel und Gänge der weitläufigen Fabrikgebäude kennen, spielte an stillen Sonntagnachmittagen hinter den Druckerpressen Verstecken und durfte an Feiertagen mit den Kindern essen. Alle hatten das kleine Mädchen gern, obwohl sie eigentlich für niemand besondre Zuneigung verriet. Solange sie sich inmitten der reichen Umgebung befand, fühlte sie sich glücklich, freundlich gestimmt und gleichsam verschönert; kam sie dann aber zu den Eltern zurück und sah durch die trüben Scheiben des Treppenfensters nach der Fabrik hinüber, so hatte sie unerklärliche Regungen von Bitterkeit und Zorn, obwohl Claire Fromont sie immer als Freundin behandelte.

Zuweilen wurde sie in dem berühmten blauen Coupé in das Bois de Boulogne oder nach den Tuilerien mitgenommen, ja sogar aufs Land, zum Großvater Gardinois, in dessen Schloß bei Savigny-sur-Orge sie hin und wieder eine ganze Woche verleben durfte. Die Geschenke des wackern Risler, der auf die Erfolge seiner Kleinen stolz war, setzten sie in den Stand, immer nett zu erscheinen. Für Madame Chèbe war es Ehrensache, und die hübsche, lahme Nachbarin beeiferte sich, den Reichtum an Geschmack und Geschicklichkeit, den sie für sich selbst nicht verwerten konnte, ihrer kleinen Freundin zur Verfügung zu stellen. Monsieur Chèbe blieb auch jetzt seiner Abneigung gegen die Fromonts treu und beobachtete diese wachsende Vertraulichkeit mit mißvergnügtem Blick. Der wirkliche Grund dazu war, daß er nicht eingeladen wurde, das gestand er aber nicht, sondern sagte zu seiner Frau: »Siehst du denn nicht, daß deine Tochter jedesmal mit schwerem Herzen von dort zurückkommt und stundenlang am Fenster hinträumt?«

Die arme Madame Chèbe war jedoch durch die Leiden ihres Ehestandes unvorsichtig geworden. Sie behauptete, da man der Zukunft nicht sicher sei, müsse man die Gegenwart genießen und das Glück im Fluge festzuhalten suchen, denn nur zu oft wäre die Erinnerung an die fröhliche Kinderzeit der einzige Halt und Trost für das ganze Leben.

Dies eine Mal sollte aber Monsieur Chèbe recht behalten.

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