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Fromont jun. & Risler sen.

Alphonse Daudet: Fromont jun. & Risler sen. - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
authorAlphonse Daudet
titleFromont jun. & Risler sen.
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
year1882
translatorRobert Habs
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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VI. Die Bilanz.

Das Haus, welches der alte Planus in Montrouge bewohnte, lag dicht neben dem Grundstück, welches die Chèbes in Besitz gehabt hatten. Es bestand wie jenes aus einem einzigen Stockwerk über einem dreifenstrigen Erdgeschoß und besaß genau denselben Garten mit der von wildem Wein umrankten Laube und den mit Buchsbaum eingefaßten Beeten. Der alte Kassirer wohnte dort mit seiner Schwester zusammen. Morgens fuhr er mit dem ersten Omnibusse, der von der Station abging, nach der Stadt, und kehrte erst abends zum Diner zurück. Nur sonntags blieb er zu Hause, um seine Blumen und seine Hühner zu pflegen. Die alte Jungfer besorgte die Wirtschaft sammt der Küche und der Wäsche. Ein glücklicheres Paar läßt sich nicht denken.

Beide waren unverheiratet und hegten einen grimmigen Haß gegen die Ehe. Die Schwester verabscheute die Männer, der Bruder mißtraute den Weibern, und bei alledem beteten sie einander an, da sie sich gegenseitig als eine Ausnahme von der allgemeinen Verderbtheit ihres Geschlechts betrachteten.

Wenn sie von ihm sprach, so sagte sie stets: »Herr Planus, mein Bruder!« und er schob mit derselben liebevollen Feierlichkeit überall ein »Fräulein Planus, meine Schwester!« in seine Sätze ein. Für diese beiden guten, treuherzigen Menschen war Paris, das ihnen, obgleich sie es täglich durchmaßen, doch gänzlich unbekannt blieb, eine Höhle voller Ungeheuer von zweierlei Gattung, die einander alles mögliche Herzeleid anthaten, und wenn ihnen irgend ein eheliches Drama, irgend eine Klatschgeschichte zu Ohren kam, so klagte jeder, seiner Anschauung gemäß, einen andern Schuldigen an.

»Der Mann ist schuld,« sagte ›Fräulein Planus, meine Schwester‹.

»Die Frau ist schuld,« sagte ›Herr Planus, mein Bruder‹.

»O die Männer!« ...

»O die Weiber!« ...

Und das war das beständige Thema ihrer Discussionen in den wenigen Mußestunden, die sich der alte Sigismund bei seinem Tagewerke vorbehielt, das so genau geordnet war wie seine Kassenbücher. Besonders seit einiger Zeit waren die Debatten zwischen den Geschwistern ungewöhnlich erregt. Sie beschäftigten sich nämlich angelegentlich mit dem, was in der Fabrik vorging. Die Schwester bemitleidete Frau Fromont junior von ganzem Herzen und fand das Benehmen ihres Mannes über die Maßen abscheulich, während Sigismund gar nicht genug bittere Worte gegen die bübische Unbekannte zu finden wußte, die an der Kasse Rechnungen über Cachemires im Werthe von sechstausend Franken zur Zahlung präsentiren ließ. In seinen Augen handelte es sich dabei um den Ruf und die Ehre des alten Handlungshauses, in dessen Diensten er von Jugend auf gestanden hatte.

»Was soll nur aus uns werden?« ... sagte er einmal über das andere. »O die Weiber!« ...

Eines Tages saß Fräulein Planus strickend am Kamin und wartete auf ihren Bruder.

Schon seit einer halben Stunde stand der Tisch gedeckt, und die alte Jungfer begann bereits über diese unerhörte Verspätung unruhig zu werden, als Sigismund mit verstörtem Gesicht ins Zimmer trat. Ganz gegen seine Gewohnheit sprach er kein Wort.

Erst nachdem er die Thür sorgfältig geschlossen hatte, sagte er, während seine Schwester ihn unruhig und fragend anblickte, mit leiser Stimme:

»Etwas Neues. Ich kenne jetzt das Weib, das da eben im besten Zuge ist, uns zu ruiniren.«

Und nach einem Rundblick auf die stummen Möbel des kleinen Speisezimmers nannte er mit noch leiserer Stimme einen so seltsamen, so unerwarteten Namen, daß Fräulein Planus sich ihn zweimal wiederholen ließ.

»Ist's möglich?!«

»Es ist so!« ...

Und trotz seines Kummers machte er ein beinahe triumphirendes Gesicht.

Die alte Jungfer konnte es gar nicht glauben ... Eine so wohlerzogene, höfliche Dame, die sie mit so viel Herzlichkeit empfangen hatte! ... Wie war das denkbar?

»Ich habe Beweise« ... sagte Sigismund Planus.

Und nun erzählte er, wie Vater Achille eines Abends um elf Uhr Georges und Sidonie gerade in dem Augenblicke getroffen habe, wo sie in ein kleines Hotel garni im Quartier Montmartre eintraten. Und der Mann log nicht – man kannte ihn seit langem. Außerdem waren sie auch von andern beisammen gesehen worden. In der Fabrik war von gar nichts anderm mehr die Rede. Nur Risler ahnte nichts.

»Aber es ist Ihre Pflicht, ihn davon in Kenntnis zu setzen,« erklärte Fräulein Planus.

Der Kassirer nahm eine ernste Miene an:

»Das ist eine heikle Sache ... Wer weiß denn, ob er mir glauben würde? Mancher Blinde ist so blind – – – Und dann, wenn ich mich zwischen meine beiden Principale stelle, laufe ich Gefahr, meine Stelle zu verlieren ... O, die Weiber! ... die Weiber! ... Und wie glücklich hätte dieser Risler sein können. Als ich ihn mit seinem Bruder von Hause hier nach Paris kommen ließ, hatte er keinen Sou, und heute steht er an der Spitze eines der ersten Häuser von Paris ... Nun sollte man meinen, der Mann würde sich ruhig verhalten ... Ei, ja – der Herr muß sich verheirathen, als ob es absolut nöthig wäre, daß man heirathet ... Und dann nimmt er gar noch eine Pariserin, eine von diesen kleinen, schlecht gekämmten Puppen, die der Ruin eines anständigen Hauses sind, während er ein braves, arbeitsames Mädchen haben konnte, eine Landsmännin, die nahezu in seinem Alter und aus festem Holz gezimmert ist!« ...

Fräulein Planus, meine Schwester, auf deren soliden Körperbau Herr Planus, mein Bruder, mit den letzten Worten angespielt hatte, hatte jetzt eine herrliche Gelegenheit, ihr »O, die Männer! ... die Männer!« ... anzubringen, aber sie schwieg. Es war das eine kitzlige Frage, und vielleicht, wenn Risler zur rechten Zeit gewollt hätte, wäre er in der That der einzige gewesen – – –

Der alte Sigismund fuhr inzwischen fort:

»Und wie steht es jetzt mit uns? ... Seit drei Monaten hängt die erste Pariser Tapetenfabrik am Schürzenbande dieser geborenen Habenichts. Man muß es sehen, wie das Geld zum Fenster hinausfliegt. Den ganzen Tag über muß ich den Schalter nur für die Forderungen des Herrn Georges offen halten. Er wendet sich stets an mich, weil es bei seinem Banquier zu sehr auffallen würde, während in der Kasse das Geld kommt und geht, aus- und einläuft ... Aber wehe, wenn die Bilanz kommt! ... Der Jahresabschluß wird nette Conten ergeben ... Das Tollste aber ist, daß Risler senior von nichts hören will. Schon mehrere Male habe ich ihn gewarnt: »Gieb Acht, Herr Georges begeht Thorheiten für dieses Weib« – – – Dann geht er entweder achselzuckend weg, oder er erwidert mir, das ginge ihn nichts an, Fromont junior sei der Herr ... Wahrhaftig, man sollte glauben – – – sollte glauben« – – –

Der Kassirer vollendete den Satz nicht, aber sein Schweigen deutete auf eine Menge heimlicher Gedanken.

Die alte Jungfer war ganz bestürzt. Aber anstatt nach einem Mittel gegen das Übel zu suchen, erging sie sich, wie in solchen Fällen die meisten Frauen, in nutzlosen Klagen, Vermuthungen und Lamentationen ... Wie schlimm, daß man das nicht früher gewußt hatte, als die Chèbes noch nebenan wohnten. Frau Chèbe war eine so ehrenwerthe Person. Man hätte sich mit ihr verständigen können, damit sie Sidonien überwache und ernstlich mit ihr rede.

»Das ist in der That ein Gedanke,« unterbrach sie Sigismund. »Sie sollten nach der Rue du Mail gehen und die Eltern von allem in Kenntnis setzen. Ich wollte zuerst an Franz schreiben ... Er hat immer großen Einfluß auf seinen Bruder gehabt, und er allein dürfte ihm gewisse Dinge mittheilen ... Aber Franz ist so weit weg ... Und dann wäre es ja auch schrecklich, wenn es dahin käme ... Der arme Risler thut mir trotz alledem leid ... Nein! das beste bleibt's noch, wenn wir Frau Chèbe benachrichtigen ... Wollen Sie das übernehmen, meine Schwester?« ...

Der Auftrag war bedenklich. Fräulein Planus machte einige Schwierigkeiten, aber sie hatte nie dem Willen ihres Bruders zu widerstehen vermocht, und der Wunsch, ihrem alten Freunde Risler nützlich zu sein, gab vollends den Ausschlag.

Dank der Gutmüthigkeit seines Schwiegersohns hatte Herr Chèbe seinen neuen Einfall verwirklichen können. Seit drei Monaten bewohnte er seinen famosen Laden in der Rue du Mail, und dieser Verkaufsraum ohne Waaren, dessen Fensterläden wie bei den Engroshandlungen morgens geöffnet und abends geschlossen wurden, war ein Gegenstand des Erstaunens für das ganze Viertel. Im Innern standen Ricke, ein neues Schreibpult, ein eiserner Geldschrank, große Wagen – kurzum, Herr Chèbe besaß alle Grundelemente zu einem Geschäfte, ohne jedoch vorerst zu wissen, was für einen Artikel er wählen solle.

Darüber dachte er den ganzen Tag nach, wenn er das Local der Länge und Breite nach durchschritt, unbekümmert um mehrere große Möbel, die eigentlich ins Schlafzimmer gehörten, aber keinen Platz mehr in der Hinterstube gefunden hatten. Auch auf der Schwelle seiner Ladenthür dachte der kleine Mann darüber nach, wenn er, die Feder hinter dem Ohr, sich mit Entzücken in das Gewirr des Pariser Handels versenkte. Die Commis, die mit ihren Musterpäckchen unter dem Arm vorübereilten, die Handwagen der Dienstmänner, die Omnibusse, die Lastträger, die Schubkarren, das Auspacken der Waaren an den benachbarten Thüren, die Ballen mit Tuch und Posamentierwaaren, die man durch den Straßenkoth schleifte, ehe sie in den Kellerräumen verschwanden, jenen dunkeln, mit Reichthümern vollgepfropften Löchern, aus denen der Reichthum der Handlungshäuser hervorkeimt – das alles entzückte Herrn Chèbe.

Er unterhielt sich damit, den Inhalt der Ballen zu errathen, und war der erste am Platze, wenn es eine Schlägerei gab, wenn einem Vorübergehenden eine Last auf den Fuß fiel, oder wenn die muthigen, ungeduldigen Pferde eines Lastwagens das lange Fuhrwerk quer über die Straße schoben und dadurch den Verkehr hemmten. Außerdem theilte er auch all die andern Zerstreuungen der kleinen Kaufleute ohne Kunden, die Regengüsse, die Unglücksfälle, die Diebstähle, die Zänkereien u. s. w. u. s. w.

Abends streckte sich dann Herr Chèbe, von anderer Leute Arbeit müde und matt, in seinen Lehnstuhl hin und sagte zu seiner Frau, indem er sich die Stirn trocknete:

»Jetzt bin ich in meinem Element! ... ich mußte zu thun haben!« ...

Frau Chèbe lächelte leise und gab keine Antwort. An alle Launen ihres Gatten gewöhnt, hatte sie sich, so gut es ging, in einem Hinterzimmer eingerichtet, das auf einen düstern Hof hinausging. Sie tröstete sich mit dem Gedanken an den frühern Wohlstand ihrer Eltern und an das Glück ihrer Tochter und hatte sich, da sie immer sauber gekleidet ging, bereits die Achtung der Lieferanten und Nachbarn zu erwerben gewußt.

Sie wollte um keinen Preis für eine Arbeiterfrau gelten, die oft weniger arm waren als sie, und trotz allem immer einen gewissen kleinbürgerlichen Rang bewahren. Das war ihre beständige Sorge, und daher glänzte auch das Hinterstübchen, in welchem sie sich aufhielt, und wo es bereits um drei Uhr dunkelte, von Ordnung und Sauberkeit. Tagsüber ward ein Bett zum Sopha, ein alter Shawl zur Tischdecke, der Kamin durch eine davor gestellte spanische Wand zur Speisekammer, und die Speisen kochten in aller Stille in einem Ofen von der Größe eines Kohlenbeckens, wie man es zum Wärmen der Füße gebraucht. Ruhe – das war der Traum dieser armen Frau, die von der unbeständigen Sinnesart ihres Gatten so viel zu leiden hatte.

Gleich in den ersten Tagen hatte Herr Chèbe in fußhohen Buchstaben auf den frischen Anstrich seines Schaufensterladens die Worte setzen lassen:

COMMISSION – SPEDITION.

Jede genauere Angabe fehlte. Seine Nachbarn führten Tüll, Tuch, Leinwand, er war geneigt, alles zu verkaufen, ohne sich jedoch für etwas Bestimmtes entscheiden zu können. Wieviel endlose Auseinandersetzungen mußte Frau Chèbe deshalb abends anhören!

»Von Leinwand verstehe ich nichts, in Tuch aber stelle ich meinen Mann. Nur muß ich, wenn ich in Tuch mache, einen Reisenden haben, denn die besten Sorten kommen aus Sedan und Elbeuf. Kattun – kein Gedanke! ... dazu müßte es Sommer sein. Auch Tüll ist unmöglich – die Jahreszeit ist schon zu weit vorgerückt.«

Zumeist machte er seiner Unentschiedenheit ein Ende mit den Worten:

»Guter Rath kommt über Nacht ... gehen wir zu Bett.«

Und das that er denn auch zur großen Erleichterung seiner Frau.

Nach drei oder vier Monaten begann jedoch dies Leben Herrn Chèbe zu langweilen. Er klagte allmählich wieder über Kopfschmerz und Schwindel. Das Viertel war zu geräuschvoll und ungesund. Und dann ging auch das Geschäft schlecht. Nichts fand Absatz, weder Tuch noch Leinen, nichts.

Und gerade zur Zeit dieser neuen Krise machte »Fräulein Planus, meine Schwester«, ihren Besuch wegen Sidoniens.

Die alte Jungfer hatte unterwegs zu sich selbst gesagt: »Gehen wir behutsam und schonend zu Werke!« ... Aber wie alle schüchternen Menschen entledigte sie sich ihrer Bürde gleich beim Eintreten mit den ersten Worten.

Das wirkte wie ein Theatercoup. Als Frau Chèbe hörte, daß man ihre Tochter anklage, sprang sie voller Entrüstung auf. Dergleichen würde man ihr nie einreden können. Ihre arme Sidonie sei das Opfer einer schändlichen Verleumdung.

Herr Chèbe behandelte die Sache mit allerhand Phrasen und Kopfbewegungen sehr von oben herab, indem er nach seiner Gewohnheit alles auf seine Person bezog. Wie konnte man nur auf die Vermuthung kommen, daß sein leibliches Kind, eine geborene Chèbe, die Tochter eines ehrenwerthen Kaufmanns, der seit dreißig Jahren am Platze bekannt war, sich so weit vergessen könne – – – Unmöglich!

Fräulein Planus blieb jedoch bei ihrer Behauptung. Es kostete ihr viel Überwindung, als Klatschschwester und Herumträgerin von übler Nachrede dazustehen. Aber man hatte sichere Beweise. Die Geschichte war für niemand ein Geheimnis mehr.

»Und wenn dem so wäre,« schrie Herr Chèbe, über diese Hartnäckigkeit außer sich, »was geht uns das an? Unsere Tochter ist verheirathet. Sie lebt fern von ihren Eltern ... Dem Gatten, der weit älter ist als sie, liegt es ob, ihr zu rathen, sie zu leiten ... Hat er auch nur daran gedacht?«

Nun begann der kleine Mann seinen Schwiegersohn herunterzumachen, diesen fischblütigen Schweizer, der sein Leben in seinem Bureau mit allerhand närrischen Problemen hinbringe, der sich weigere, seine junge Frau in die Gesellschaft zu begleiten und allem andern die Gewohnheiten seines Junggesellenlebens vorziehe, die Pfeife und die Brauerei.

Man hätte nur sehen sollen, mit welcher Miene aristokratischer Geringschätzung Herr Chèbe das Wort »Brauerei« aussprach! Und doch suchte er Risler beinahe jeden Abend dort auf und überhäufte ihn mit Vorwürfen, wenn er ja einmal beim Stelldichein fehlte.

Hinter all diesem Geschwätz steckte bei dem Kaufmann aus der Rue du Mail – Commission, Spedition – ein ganz klarer Gedanke. Er wollte seinen Laden aufgeben, sich von den Geschäften zurückziehen, und dachte schon seit einiger Zeit an einen Besuch bei Sidonie, um sie für diese neuen Pläne zu gewinnen. Das war also nicht der geeignete Augenblick, um unangenehme Scenen heraufzubeschwören und von väterlicher Gewalt und ehelichen Pflichten zu reden. Frau Chèbe, die jetzt von der Makellosigkeit ihrer Tochter etwas weniger überzeugt war als noch vor wenigen Minuten, hüllte sich in tiefes Schweigen. Die arme Frau hätte blind und taub sein mögen und wünschte, Fräulein Planus nie gekannt zu haben.

Wie alle, die im Leben sehr unglücklich gewesen sind, liebte sie wenigstens den Schein der Ruhe. Die Unwissenheit schien ihr das Wünschenswertheste. Du lieber Gott, war denn das Leben nicht traurig genug? Und dann endlich war ja Sidonie immer ein braves Mädchen gewesen, warum sollte sie keine brave Frau sein?

Es begann zu dunkeln.

Herr Chèbe stand gravitätisch auf, um die Fensterläden zu schließen und eine Gasflamme anzuzünden, welche die nackten Mauern, die leeren Fächer, kurzum, die ganze seltsame Einrichtung beleuchtete, die den Eindruck machte, als habe der Inhaber am Tage vorher Bankerott gemacht. Schweigend und mit verächtlich zusammengekniffenen Lippen schien er der alten Jungfer sagen zu wollen: »Der Tag geht zu Ende ... es ist Zeit, nach Hause zu gehen.« Und während dieser Zeit hörte man Frau Chèbe im Hinterzimmer bei der Bereitung des Abendbrotes leise schluchzen.

Fräulein Planus war mit ihrem Besuche fertig.

»Nun?« fragte der alte Sigismund, der sie mit Ungeduld erwartet hatte.

»Sie wollten mir nicht glauben und haben mich in höflichster Weise an die Luft gesetzt.«

Die erlittene Demüthigung hatte ihr Thränen in die Augen gelockt.

Der Alte wurde feuerroth und ergriff mit tiefem Respecte ihre Hand.

»Fräulein Planus, meine Schwester,« sagte er mit Würde, »ich bitte Sie um Verzeihung, daß ich Sie zu diesem Schritte veranlaßt habe, aber es handelte sich um die Ehre des Hauses Fromont.«

Von diesem Augenblicke an wurde Sigismund mit jedem Tage trauriger. Seine Kasse erschien ihm nicht mehr fest, nicht mehr sicher. Selbst wenn Fromont junior kein Geld von ihm verlangte, schwebte er in Angst und Sorgen, und im Gespräche mit seiner Schwester faßte er alle seine Befürchtungen in drei Worte zusammen, die ihm beständig in den Mund kamen:

»Hab' kain Vertrauen!« ... sagte er in seiner schweren schweizer Mundart.

Immer mit seiner Kasse beschäftigt, träumte er zuweilen, daß sie aus allen Fugen sei und trotz aller Verschlüsse offen bleibe, oder daß ein heftiger Windstoß die Papiere, Banknoten, Checks und Effecten entführe und daß er in der ganzen Fabrik hinter denselben herjage, um sie wieder zusammenzusuchen.

Wenn er bei Tage in dem stillen Bureau hinter seinem Gitter saß, so kam es ihm vor, als ob eine kleine, weiße Maus in den Schrank geschlüpft sei, die alles zerfetze und zernage und um so feister und schöner werde, je weiter die Zerstörung um sich griff.

Erschien dann nachmittags Sidonie in ihrem reizenden Cocottencostüm auf der Freitreppe, so bebte der alte Sigismund vor Wuth. In seinen Augen ging da der leibhaftige Ruin des Hauses an ihm vorüber und zwar ein Ruin in großer Toilette, mit einer kleinen, blauen Equipage vor der Thür und dem lebensfrohen Gesichte einer glücklichen Kokette.

Frau Risler ahnte nicht, daß da unten an jenem Fenster des Erdgeschosses ein beständiger Feind lauerte, der ihre geringsten Bewegungen, die unbedeutendsten Einzelheiten ihres Lebens, das Kommen und Gehen der Gesanglehrerin, das Erscheinen der Putzmacherin am Morgen, alle Cartons, die gebracht wurden, sowie die galonnirten Mützen des Personals des »Magasin du Louvre« controlirte, dessen schwerer Wagen unter Schellengeläut am Thore Halt machte wie eine mit kräftigen Pferden bespannte Extrapost, die das Haus Fromont mit rasender Eile zum Bankerott führte.

Sigismund zählte die Packete, wog sie mit dem Blick und spähte neugierig durch die offenen Fenster in das Innere der Risler'schen Wohnung. Die Teppiche, die mit lautem Geräusche ausgeklopft wurden, die in die Sonne gerückten Blumentische voll seltener und kostspieliger, aber kränkelnder, weil nicht der Jahreszeit angemessener Blumen, die prachtvollen Stickereien, nichts entging ihm.

Die neuen Anschaffungen in der Wirtschaft fielen ihm sogleich in die Augen, da sie immer mit irgend einer starken Geldforderung in Verbindung standen.

Mehr als alles aber beschäftigte ihn die Physiognomie Rislers.

Nach seiner Ansicht war dies Weib auf dem besten Wege, seinen Freund, den besten und ehrenhaftesten Menschen, in einen vollendeten Schurken zu verwandeln. Das litt schon gar keinen Zweifel mehr. Risler wußte um seine Schande, er duldete sie, und man bezahlte ihn, damit er schweige.

Gewiß lag etwas Ungereimtes, etwas Ungeheuerliches in einer solchen Voraussetzung. Aber es ist das Eigentümliche bei sittlich reinen Naturen, die das Böse erfahren, ohne es jemals kennen gelernt zu haben, daß sie sogleich zu weit und über die Wirklichkeit hinaus gehen. Nachdem der Kassirer einmal von dem Verrathe Sidoniens und Georges Fromonts überzeugt war, schien ihm auch die Nichtswürdigkeit Rislers nicht mehr undenkbar. Und wie sollte er sich diese Gleichgiltigkeit den Ausgaben des Associés gegenüber anders erklären?

Der brave Sigismund mit seiner Alltagsehrlichkeit vermochte die Herzensreinheit eines Risler nicht zu begreifen. Seine methodischen Buchhaltergewohnheiten und sein kaufmännischer Scharfsinn hatten nicht die geringste Verwandtschaft mit dem zerstreuten, unbedachtsamen Charakter eines Mannes, der halb Künstler und halb Erfinder war. Er beurtheilte alles nach sich selbst, da er keine Ahnung hatte, was ein Mensch in Erfindungsnöthen, von einer fixen Idee beherrscht, ist. Dergleichen Leute sind Somnambulen. Sie sehen, ohne etwas zu bemerken, da ihre Augen nach innen gerichtet sind.

Nach Sigismunds Meinung aber sah Risler.

Dieser Gedanke machte den alten Kassirer sehr unglücklich. Anfangs faßte er seinen Freund noch scharf ins Auge, wenn derselbe in das Kassenzimmer trat, aber durch den unempfindlichen Gleichmuth, den er für wohlüberlegt und beabsichtigt hielt, und der Rislers Gesicht wie eine Maske bedeckte, entmuthigt, wandte er sich schließlich ab, wühlte in verschiedenen Schriftenbündeln, um diese falschen Blicke zu vermeiden und sprach mit Risler nur noch, indem er die Augen auf die verschlungenen Gänge des Gartens oder auf das Kreuzgeflecht des Gitters richtete. Man wußte wirklich nicht mehr, mit wem er eigentlich sprach.

Sie tauschten keine freundschaftlichen Blicke mehr aus, blätterten nicht mehr zusammen im Kassenbuche der Fabrik nach alten Erinnerungen.

»Hier das Jahr, wo du bei uns eingetreten bist ... hier deine erste Zulage ... Erinnerst du dich noch? Wir hatten an dem Tage bei Douix dinirt und gingen dann am Abend ins Café des Aveugles ... he? das war ein Gelage!«

Am Ende fiel Risler doch die eigenthümliche Entfremdung auf, die zwischen ihm und Sigismund eingetreten war. Er sprach mit seiner Frau darüber.

Diese fühlte schon seit einiger Zeit jene Antipathie gleichsam in der Luft liegen. Wenn sie zuweilen über den Hof schritt, wurde sie derart von übelwollenden Blicken verfolgt, daß sie sich ganz aufgeregt nach der Nische des alten Kassirers umwandte. Dieser Zwist zwischen den beiden Freunden erschreckte sie daher, und schleunigst traf sie ihre Maßregeln, um ihren Gatten von vorn herein gegen die übeln Nachreden von Seiten Sigismunds einzunehmen.

»Merken Sie denn nicht, daß er auf Sie und Ihre Stellung eifersüchtig ist! ... Ein ehemaliger Kamerad, der nun sein Principal geworden ist – das ärgert ihn ... Aber wenn man sich um alle diese Neider bekümmern wollte – – sehen Sie, ich bin hier von dergleichen Leuten förmlich umringt.«

Risler machte große Augen:

»Du?«

»Gewiß, ich ... alle diese Leute da verabscheuen mich. Sie tragen es der kleinen Chèbe nach, daß sie Frau Risler senior geworden ist ... Gott weiß, wieviel Niederträchtigkeiten bereits über mich ausgesprengt worden sind ... Und Ihr Kassirer trägt seine Zunge auch nicht in der Tasche, darauf können Sie sich verlassen ... der boshafte Mensch!«

Diese wenigen Worte thaten ihre Wirkung. Risler, zu stolz, um sich zu beschweren, erwiderte in seiner Entrüstung Kälte mit Kälte. Diese beiden braven, aber von gegenseitigem Mißtrauen erfüllten Menschen konnten nicht mehr mit einander zusammentreffen, ohne von einem peinlichen Gefühle ergriffen zu werden, so daß Risler senior nach Verlauf einiger Zeit das Kassenzimmer gänzlich mied. Das ging um so leichter, da alle Geldangelegenheiten Sache Fromont juniors waren, und man ihm das monatliche Wirtschaftsgeld jeden dreißigsten in die Wohnung hinaufschickte. Das war für Georges und Sidonie eine weitere Erleichterung und bot Gelegenheit zu einer Menge schmählicher Betrügereien.

Sidonie beschäftigte sich nun damit, das Programm ihres Genußlebens zu vervollständigen. Es fehlte ihr noch ein Landhaus. Eigentlich verabscheute sie die Bäume, die Felder und die Landstraßen, die einen in Staubwolken einhüllen – »es giebt nichts Traurigeres auf der Welt,« meinte sie. Aber Clara Fromont pflegte den Sommer in Savigny zuzubringen. Sobald die ersten schönen Tage kamen, wurden in der untern Etage die Koffer gepackt, die Vorhänge abgenommen, und ein großer Möbelwagen, auf dem sich hoch oben die blaue Wiege des Töchterchens schaukelte, brach mit allem nach dem Schlosse des Großvaters auf. Eines Morgens fuhren dann auch Mutter, Großmutter, Amme und Kind, ein ganzer Haufe von weißen Kleidern und leichten Schleiern in einer zweispännigen Kutsche in scharfem Trabe den sonnigen Rasenplätzen und den schattigen Lauben zu.

Paris war um diese Zeit häßlich, menschenleer, und obgleich Sidonie es sogar zu dieser Jahreszeit liebte, wo es wie ein Hochofen glüht, so schmerzte sie doch der Gedanke, daß jetzt alle eleganten und reichen Pariserinnen unter ihren hellen Sonnenschirmen am Meeresstrande einherspazierten und die Reise zu einem Vorwande für tausend neue Erfindungen, für tausend originelle und sehr gewagte Moden machten, die zu zeigen gestatten, daß man ein schöngeformtes Bein und eigenes, langes, kastanienbraunes Haar hat.

Ein Seebad? Daran war nicht zu denken, da Risler nicht abkommen konnte.

Ein Landhaus kaufen? Man hatte noch nicht die Mittel dazu.

Allerdings war der Liebhaber da, der nichts sehnlicher wünschte, als diesem neuen Verlangen nachzukommen, aber ein Landhaus ist nicht wie ein Armband oder ein Cachemireshawl zu verbergen. Der Gatte mußte das Geschenk selbst in Empfang nehmen. Das war schwer, aber bei Risler konnte man es versuchen.

Um vorläufig die Wege zu bahnen, sprach sie ohne Unterlaß von einem kleinen, nicht zu theuern Landsitze in der Nähe von Paris. Risler hörte lächelnd zu. Er dachte an das hohe Gras, an den Obstgarten voll schöner Früchte: ihn quälte bereits das Bedürfnis des Besitzes, das zugleich mit dem Vermögen entsteht. Da er aber vorsichtig war, so erwiderte er:

»Wir wollen sehen ... wollen sehen ... Warten wir das Ende des Jahres ab.«

Das Ende des Jahres, d. h. die Bilanz.

Die Bilanz!

Das ist das Zauberwort. Das ganze Jahr hindurch wirkt und schafft man im Strudel der Geschäfte. Das Geld kommt, geht, rollt, vermehrt sich, verflüchtigt sich, und das Vermögen des Hauses dehnt sich, verkürzt sich, wächst oder schwindet in beständiger Bewegung wie eine glänzende, ungreifbare Schlange, ohne daß man sich vor einem gewissen Ruhepunkte davon Rechenschaft zu geben vermag. Erst bei der Bilanz wird man erfahren, wie es damit steht, und ob das Jahr, das gut scheint, es auch wirklich ist.

Die Bilanz wird gewöhnlich gegen Ende December zu Weihnachten oder zu Neujahr gezogen. Da sie viele Arbeitsüberstunden erfordert, so muß oft bis spät in die Nacht hinein gearbeitet werden. Das ganze Haus ist auf den Beinen. Die Lampen, die noch lange nach Schluß der Bureaux brennen bleiben, scheinen an dem Festglanz theilzunehmen, den diese letzte Woche des Jahres im Schooße der Familien verklärt. Jeder, bis herab zu dem letzten Angestellten des Hauses, interessirt sich für das Ergebnis der Bilanz. Hängen doch die Zulagen und Gratificationen von dieser bedeutsamen Ziffer ab! Während über die ungeheuren Summen einer reichen Fabrik abgerechnet wird, sprechen daher auch die Frauen, die Kinder und die Eltern der Angestellten in den Wohnungen im fünften Stock oder in den kleinen Behausungen außerhalb der Wälle von nichts anderm als von der Bilanz, da deren Endergebnis sich auch bei ihnen fühlbar machen wird, und zwar entweder durch nothgedrungen verdoppelte Sparsamkeit oder durch den lange verschobenen Ankauf eines Wirthschaftsgegenstandes, den die Gratification jetzt endlich möglich macht.

Bei Fromont junior & Risler senior ist in diesem Augenblicke Sigismund Planus der Gott des Hauses und sein kleiner Verschlag ein Heiligthum, in welchem alle Commis Wache halten. In der Stille der ruhenden Fabrik rauschen die schweren Blätter der großen Bücher beim Wenden, wenn ein mit lauter Stimme gerufener Name zum Nachschlagen in andern Registern Anlaß giebt. Die Federn kratzen. Der alte Kassirer inmitten seines Stabes hat ein überbeschäftigtes, furchtbares Aussehen. Ab und zu tritt Fromont junior herein, behandschuht, die Cigarre zwischen den Zähnen, eben bereit, in den Wagen zu steigen. Er kommt langsam auf den Fußspitzen heran und beugt sich an den Schalter:

»Nun ... wie steht's?«

Sigismund stößt ein Gebrumm aus, und der junge Chef des Hauses entfernt sich wieder, ohne eine weitere Frage zu wagen. Er erräth aus der Miene des Kassirers, daß die Nachrichten nicht gut sein werden.

In der That war seit den Revolutionsjahren, wo man sich in den Höfen der Fabrik schlug, noch nie eine so jämmerliche Bilanz im Hause Fromont vorgekommen. Einnahmen und Ausgaben deckten sich. Die Handlungsunkosten hatten den ganzen Verdienst verschlungen, und überdies war Fromont junior der Kasse noch bedeutende Summen schuldig. Man hätte das verstörte Gesicht des alten Planus sehen müssen, als er am 31. December zu Georges hinaufging, um ihm die Bilanz vorzulegen.

Georges nahm die Sache sehr heiter auf. In der Folge würde es schon besser gehen. Und um die gute Laune des Kassirers wiederherzustellen, gab er ihm eine Gratification von tausend Franken statt der fünfhundert, die sein Onkel zu geben pflegte. Überhaupt erhielt jeder Beweise von dieser großmüthigen Laune, und bei der allgemeinen Zufriedenheit wurde das traurige Resultat des Jahresabschlusses schnell vergessen. Was Risler betrifft, so übernahm es Georges, ihn persönlich von der Geschäftslage in Kenntnis zu setzen.

Als er das kleine Zimmer seines Associés betrat, das wie eine Künstlerwerkstatt durch ein Oberlicht erhellt wurde, durch welches die Lichtstrahlen senkrecht auf die Arbeit des Erfinders fielen, empfand Fromont junior doch eine minutenlange Anwandlung von Scham und Reue über das, was er zu thun im Begriff stand.

Risler hatte sich beim Geräusch der geöffneten Thür freudig umgedreht: »Schorsch, mein Freund ... ich habe sie ... unsere Druckpresse. Es sind noch einige Kleinigkeiten zu finden ... aber das ist egal! jetzt bin ich meiner Sache sicher ... Sie sollen sehen ... sollen sehen! ... Die Prochassons mögen jetzt machen, was sie wollen – mit der Risler-Presse schlagen wir alle Concurrenten aus dem Felde.«

»Bravo, Kamerad,« entgegnete Fromont junior. »Das ist für die Zukunft, aber an die Gegenwart denken Sie nicht. Die Bilanz!« ...

»Richtig, das ist wahr. Ich dachte gar nicht mehr daran ... Sie ist nicht gerade glänzend, nicht wahr?«

Er sagte das, weil er einen etwas erregten und verlegenen Ausdruck auf dem Gesichte seines Associés bemerkte.

»O doch, ganz im Gegentheil sehr glänzend,« erwiderte dieser. »Wir haben alle Ursache, zufrieden zu sein, besonders da es ja unser erstes Jahr ist ... Jeder von uns hat vierzigtausend Franken Reingewinnst, und da ich meinte, Sie würden das Geld vielleicht nöthig haben, um Ihrer Frau ein Neujahrsgeschenk machen zu können« – – –

Dabei legte Fromont junior einen Stoß Banknoten und Anweisungen auf den Tisch, wagte es aber nicht, dem redlichen Manne, den er eben so schmählich betrog, dabei ins Gesicht zu blicken.

Risler senior war einen Augenblick tief bewegt. So viel Geld mit einem Male und für ihn allein! Er dachte auf der Stelle an den Edelsinn dieser Fromonts, die ihn zu dem gemacht hatten, was er war, dann aber an seine kleine Sidonie und an den Wunsch, den sie so oft ausgesprochen hatte, und den er nun erfüllen konnte.

Mit Thränen in den Augen und einem gutmüthigen Lächeln auf den Lippen streckte er seinem Associé beide Hände hin:

»Ich bin zufrieden ... bin zufrieden« ...

Es war das sein Lieblingswort bei besondern Gelegenheiten. Dann zeigte er auf den Stoß Banknoten, die vor ihm auf dem Tische lagen, auf diese leichten Blättchen, die immer bereit sind, in alle Winde zu entflattern.

»Wissen Sie, was das ist?« fragte er Georges mit triumphirender Miene. »Das ist Sidoniens Landhaus!«

Das wollt' ich meinen!

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