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Frithjofs-Sage

Esaias Tegnér: Frithjofs-Sage - Kapitel 26
Quellenangabe
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typelegend
authorEsaias Tegnér
titleFrithjofs-Sage
publisherHermann Gesenius
editorPeter Johann Willatzen
translatorG. Mohnike
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Buchschmuck

Vierundzwanzigster Gesang.

Die Versöhnung.

Vollendet war nun Balders Tempel. Ringsherum
Stand nicht wie sonst ein Pfahlzaun; nein, von Eisen war,
Mit goldnem Knauf auf jeder Stange, nun die Wehr
Um Balders Hain. Wie eine eh'rne Kämpenschar,
Bewehrt mit goldnen Helmen und Hellbarden, stand
Sie da zur Wach' um Balders neues Heiligtum.
Von lauter Riesensteinen war der Dom erbaut,
Die kühne Kunst zusammenfügt', ein Riesenwerk
Für Ewigkeit, dem Tempel zu Upsala gleich,
Wo sein Walhall der Norden sah im ird'schen Bild.
Stolz stand er da auf steilem Fels und spiegelte
Im blanken Glanz des Meergewogs die hohe Stirn.
Doch ringsumher, gleich einem prächt'gen Blumengurt,
Lag Balders Thal mit seiner Haine sanftem Weh'n,
Mit seiner Vögel süßem Lied, ein Friedenssitz.
Hoch war das Thor von Kupfer, und im Innern trug
Ein Säulenreihenpaar auf starken Schultern stolz
Das Rund des Domgewölbes; überm Tempel hing
So schön es da, gleich einem Riesenschild von Gold.
Ganz vorn stand der Altar des Gottes, der gehau'n
Aus einem einz'gen nord'schen Marmorblocke war.
Ringsum schlang sich mit Runenschrift ein Schlangenreif
Voll tiefer Wort' aus Wala und aus Hawamal;
Doch in der Mauer oberhalb fand sich ein Raum,
Wo goldne Stern' erglänzten auf dem dunkeln Blau.
Da saß des Gottes Silberbild, so fromm, so hold,
Wie hoch am Blau des Himmels thront der Silbermond. –
Der Tempel so. Zu Paaren traten nun herein
Der Jungfrau'n zwölf, gekleidet reich in Silberstoff,
Mit Rosen auf den Wangen und mit Rosen auch
Im unschuldvollen Herzen. Vor des Gottes Bild
Umtanzten sie den neugeweiheten Altar,
Wie Frühlingswinde tanzen auf dem klaren Quell,
Wie Waldeselfen schweben auf der Wiese Grün,
Wenn Morgentau noch glänzend an den Halmen hängt.
Indes sie tanzten, sangen sie ein heilig Lied
Von Balder, von dem Frommen, wie geliebt er war
Von jedem Wesen, wie er fiel von Höders Pfeil,
Beweint von Erde, Meer und Himmel. Nicht als käm'
Hervor er aus der Menschenbrust, war der Gesang,
Nein, wie ein Klang aus Breidablick, des Gottes Saal,
So wie der Maid Gedanken an den fernen Freund,
Wenn sanften Tons die Wachtel schlägt in stiller Nacht
Und mild der Mond strahlt auf des Nordlands Birkenwald. –

Entzückt stand Frithjof, auf sein Schwert gelehnt, und sah
Hin auf den Tanz; es drängte sich an ihm vorbei
Der Kindheitsträume lustig und unschuldig Volk
Mit himmelblauen Augen und das Haupt umwallt
Reich von der goldnen Locken Flut; sie winkten nun
Den Freundesgruß dem früheren Genossen zu.
Und niedersank als blut'ger Schatten tief in Nacht
Mit seiner Abenteuer Zahl und allem Streit
Das Wikingsleben, und ihm war, als stünd' er selbst,
Ein blumbekränzter Bautastein, auf ihrem Grab.
Es schwoll das Lied, die Seele hob sich immer mehr
Empor vom niedern Erdenthal gen Walaskjalf,
Und Menschenrache, Menschenhaß schmolz sanft dahin,
Wie Eisespanzer schmelzen von des Felsens Brust,
Wenn Frühlingssonne scheinet, und es drang ein Meer
Von Frieden und Entzücken in sein Heldenherz.
Als wenn an seinem Busen er den Puls des Alls
Vernähm', als wenn er tiefbewegt mit Bruderarm
Heimskringla wollt' umfassen, so war's ihm; als ob
Mit allem Fried' er schlösse vor des Gottes Blick. –

Und siehe, Balders Oberpriester trat herein,
Nicht schön und jung wie Balder, doch von hohem Wuchs;
Im edlen Angesichte lag des Himmels Huld,
Und nieder aus den Gürtel floß der Silberbart.
Ein neu Gefühl der Ehrfurcht faßte Frithjofs Brust;
Die Adlerflügel auf dem Helme senkten tief
Sich vor dem Greis; der aber sprach das Friedenswort:

»Willkommen hier, Sohn Frithjof! Sieh, ich harrte dein!
Ich weiß, gern schweift die Kraft umher in Land und Meer,
Dem Berserk gleich, der grimm beißt in des Schildes Rand;
Doch müde und gebändigt kehrt sie endlich heim.
Der starke Thor zog oftmals hin gen Jotunheim;
Doch trotz der Stahlhandschuhe, trotz des Göttergurts
Sitzt Utgard-Loke immer noch auf seinem Thron.
Das Böse weicht, selbst eine Kraft, vor keiner Kraft;
Fehlt aber Kraft, ist Frömmigkeit nur Kinderspiel.
Sie ist, gleich wie der Sonne Strahl auf Ägirs Brust,
Ein schwankend Bild, das mit der Woge steigt und fällt,
Unzuverlässig, ohne Halt – der Grund gebricht.
Ach, ohne Frömmigkeit verzehrt sich selbst die Kraft,
Gleichwie das Schwert im Grab: sie ist des Lebens Rausch;
Doch des Vergessens Reiher schwebet überm Horn,
Und nach verschlafnem Rausche schämt man sich der That.
Die Kraft stammt von der Erde nur, von Ymers Leib;
Die wilden Wasser machen drin die Adern aus,
Geschmiedet sind die Sehnen ihr aus festem Erz
So lang' bleibt aber öde sie und unfruchtbar,
Bis auf sie scheint die Sonne Himmelsfrömmigkeit.
Dann grünt das Gras, dann hebt der Purpurteppich sich,
Es glänzt des Baumes Krone und der Früchte Gold,
Und Tier und Menschen saugen an der Mutterbrust.
So ist es auch mit Askurs Sprossen! Für die Sterblichen
Legt zwei Gewicht' Allvater in der Wage Rund,
Gleichwiegend miteinander, steht die Wage recht:
Sie heißen Erdenkraft und Himmelsfrömmigkeit.
Stark ist wohl Thor, o Jüngling, wenn den Megingurt
Er um die felsenfeste Hüfte spannt und schlägt,
Und weise wohl ist Odin, wenn hinab er schaut
In Urdas Silberwogen, wenn des Vogels Flug
Dem Asenvater Kunde bringt vom Weltenrund;
Jedoch sie beid' erblaßten, und zur Hälft' erlosch
Der Kronen Glanz, als Balder, als der Fromme fiel,
Denn Balder war in Walhalls Götterkranz das Band.
Nun wurde gelb am Zeitenbaum der Krone Pracht,
Die Wurzel fühlte Nidhöggs Biß. Frei wurden da
Der alten Nacht Gewalten; Midgardsdrache schlug
Den Schwanz, den giftgeschwollnen, Fenrir heulte laut,
Und Surturs Flammenschwert blitzt' her von Muspelheim.
Wohin seitdem dein Auge blickt, durchtost der Streit
Mit Waffenlärm die Schöpfung; in Walhalla kräht
Der goldne Hahn, der feuerrote kräht zum Kampf
Auf Erden und darunter. Friede war zuvor
Nicht in der Götter Sälen nur, hienieden auch,
Wie in der Menschen, so in hoher Götter Brust.
Denn was auch hier geschehn mag, es geschah bereits
In größerm Maß dort oben. Ist die Menschheit doch
Ein kleines Bild von Walhall nur; des Himmels Licht,
Es spiegelt sich in Sagas runenvollem Schild.
Ein jedes Herz hat seinen Balder. Denk' der Zeit,
Da Frieden dir im Busen war! Es war so froh,
So himmlisch still dein Leben, wie des Vogels Traum,
Wann hin und her der Sommernacht Gesäusel wiegt
Der Blumen müde Häupter und ihr grünes Bett.
Da lebte noch in reiner Seele Balder dir,
Du Asensolm, du Abglanz von Walhallas Bild.
Denn für das Kind starb nicht der Gott, und Hela giebt,
Sobald ein Mensch geboren wird, den Raub zurück.
Jedoch zugleich mit Balder wächst in Menschenbrust
Sein blinder Bruder Höder auf, das Kind der Nacht;
Blind kommt jedwedes Böse, wie die Bärenbrut,
Nacht ist sein Mantel; Gutes glänzt im Lichtgewand.
Geschäftig auf tritt Loke, der Versucher, lenkt
Die Mörderhand des Blinden, und es fährt der Spieß
In Balders, des Walhallalieblings, junge Brust.
Auf wacht der Haß, zum Rauben auf springt die Gewalt.
Des Schwertes Wolf durchstreichet hungrig Berg und Thal,
Und wilde Drachen schwimmen auf dem blut'gen Meer.
Denn wie ein schwacher Schatten sitzt die Frömmigkeit,
Die Tote unter Toten, bei der bleichen Hel.
Es liegt in Asche Balders hohes Götterhaus. –
So ist der hehren Asen Leben Vorbild dir
Vom niederen der Menschheit; beide sind allein
Allvaters Traumbild, und sie wechseln nicht. Was längst
Vergangen und was kommen wird, singt Wala tief,
Das Wiegenlied der Zeit, ist es ihr Drapa auch.
Heimskringlas Thaten gehen nach demselben Ton;
In ihm hört eigner Saga Wiederhall der Mensch.
»Verstehst du seine Deutung, Mensch?« fragt Wala dich. –

Versöhnung willst du? Weißt du, was Versöhnung ist?
Sieh mir ins Auge, Jüngling, und erblasse nicht.
Auf Erden rings sühnt einer, und sein Nam' ist Tod:
Nur Bodensatz der Ewigkeit ist sie, die Zeit,
All irdisch Leben Abfall von Allvaters Thron.
Versöhnt zu sein, heißt reiner heimzukehren dort.
Die hohen Asen selber fielen. Ragnarok,
Das ist der Asen Sühnungstag, ein blut'ger Tag
Auf Wigrids Hundertmeilenfeld; dort fallen sie,
Jedoch nicht ungerochen, denn das Böse stirbt
Auf ewig, doch erhebt das Gute sich vom Fall
Geläutert für den Himmel ans dem Weltenbrand.
Wohl fällt der Kranz der Sterne bleich und welk herab
vom Himmelszelt, und wohl versinkt die Erd' ins Meer;
Doch schöner wird sie neu geboren und erhebt,
Gekrönt mit Blumen, aus den Wogen froh das Haupt,
Und junge Sterne wandeln dann mit Götterglanz
Hoch über der verjüngten hin den stillen Gang.
Dort auf den grünen Hügeln lenket Balder dann
Der neuen Asen und der Menschen rein Geschlecht,
Und goldne Runentafeln, die verloren einst
Am Zeitenmorgen gingen – auf dem Idawall
Entdeckt sie neu versöhnter Walhallkinder Schar.
So ist der Tod des Guten Feuerprobe nur,
Ist Sühnung ihm, zum bessern Leben die Geburt,
Das nun geläutert wieder fliegt zur Heimat hin
Und schuldlos, wie ein Kind spielt auf des Vaters Knie.
Ach, hinterm Grabeshügel, Gimles grünem Thor,
Liegt einzig das Vollkommene; denn niedrig ist,
Befleckt ist alles unterm blauen Sternendom. –
Doch hat auch dieses Leben seine Sühne schon,
Ein stilles Vorspiel jener größern, höhern dort.
Dem Vorspiel gleicht des Skalden sie, der den Gesang
Mit kunsterfahrnem Finger anschlägt und den Ton
Sich anstimmt, leise prüfend, bis mit Macht die Hand
Hineingreift in der Saiten Gold und aus dem Grab
Hervorlockt die Erinnerungen grauer Zeit,
Und Walhalls Glanz auf die Entzückten niederstrahlt.
Des Himmels Schatten ist die Welt, das Leben hier,
Der Vorhof ist es nur zu Balders Heiligtum.
Den Asen bluten Opfer, ihnen wird das Roß
Mit Purpurzaum und goldnem Sattel dargebracht.
Ein Zeichen ist es, des Bedeutung tief; denn Blut
Ist eines jeden Sühnungstages Morgenrot.
Doch Zeichen ist nicht Sache, es versöhnet nicht;
Was du verbrochen, nimmt kein andrer je dir ab.
Die Toten söhnen aus sich an Allvaters Brust,
Die Lebenden jedoch im eignen Herzensschrein.
Ein Opfer weiß ich, das den Göttern teurer ist
Als Rauch von Opferschalen: o, zum Opfer bring'
Des eignen Herzens wilden Haß, der Rache Lust.
Kannst diese du nicht bändigen und kannst du nicht
Verzeihn, was, Jüngling, willst du dann in Balders Haus?
Was soll der Tempel dann, den du uns hier erbaut?
Versöhnen läßt sich Balder so nicht – die Versöhnung wohnt
Hienieden nur, wie droben, wo der Friede wohnt.
Versöhne dich mit deinem Feind und mit dir selbst,
Dann bist du mit dem lichtgelockten Gott versöhnt.

Der Süd kennt einen Balder auch, der Jungfrau Sohn.
Daß klar der Runen Rätsel auf dem schwarzen Schild
Der Nornen würde, sandte ihn Allvater her.
Sein Feldgeschrei war Frieden, Liebe war sein Schwert,
Der Unschuld Taube saß auf seinem Silberhelm.
Fromm lebte er und lehrte fromm, starb und vergab,
Und unter fernen Palmen steht sein Grab im Licht.
Sein Wort, erzählt man, wandert hin von Thal zu Thal,
Erweichet harte Herzen, leget Hand in Hand
Und bauet auf versöhnter Erd' ein Friedensreich.
Nicht kenn' ich recht die Lehre, aber dunkel schon
Hab' ich in meinen bessern Stunden sie geahnt;
So wie das meine, ahnt sie jedes Menschen Herz.
Einst wild sie kommen, weiß ich, und dann schwebt sie leicht
Mit weißen Taubenflügeln ob des Nordlands Höh'n.
Doch giebt's zu jener Zeit für uns kein Norden mehr,
Und Eichen säuseln über der Vergess'nen Grab.
Ihr glücklichen Geschlechter, ihr, die ihr dann trinkt
Den Strahlenkelch des neuen Lichts, o seid gegrüßt!
Wohl euch, wenn's bricht durch jede Wolke, die seither
Als feuchte Decke um des Lebens Sonne hing!
Doch schmäht dann uns nicht, uns, die treulich wir gesucht
Und unverwandten Auges ihren Götterglanz.
Allvater, er, der eine, hat der Boten viel'!

Du hassest Beles Söhne? Warum hassest du?
Weil sie dem Sohn des Odalbonden weigerten
Die Schwester, die entsprungen ist aus Semings Blut,
Des großen Odinsohnes; ihrer Ahnen Zahl
Reicht bis zu Walhalls Thronen auf; des sind sie stolz.
›Geburt ist Glück und kein Verdienst,‹ erwiderst du.
Auf sein Verdienst, o Jüngling, wird der Mensch nicht stolz.
Nur Glück macht stolz die Menschen, denn das Beste ist
Doch guter Götter Gabe. Bist du selbst nicht stolz
Auf deine Heldenthaten, deine höh're Kraft?
Gabst du dir selbst die Kräfte? Schlang nicht Asa-Thor
Dir fest des Armes Sehnen wie den Eichenast?
Ist's nicht des Gottes höh'rer Mut, der freudig dir
Klopft in der Schildburg der gewölbten Brust? Ist nicht
Thors Blitz es, der dir funkelt in des Auges Glut?
Die hohen Nornen sangen bei der Wiege schon
Das Heldenlied des Lebens dir, und dein Verdienst
Ist mehr nicht als des Königssohns ob seinem Stamm.
Schon' andrer Stolz, wenn Schonung du für deinen willst.
Tot ist nun König Helge.« – Hier fiel Frithjof ein:
»Tot König Helge? Wie und wo?« – »Du weißt ja selbst:
So lange du hier bauetest, war er in Krieg
Mit Finnen des Gebirges. Dort auf ödem Fels
Stand noch ein alter Tempel, Jumala geweiht.
Geschlossen war er und verlassen lange schon;
Es hing jedoch noch überm Thor ein wunderlich
Uralt Gebild des Gottes, morsch und sturzbereit.
Sich ihm zu nahen, wagte keiner, denn es ging
Im Volk die Sage lange: wer als erster sich
Zum Tempel wage, solle schauen Jumala.
Dies hörte Helge und erklomm in wildem Zorn
Die öden Steige zu dem ihm verhaßten Gott,
Den Tempel zu zerstören. Sieh, die Pforte war
Verschlossen, und der Schlüssel saß verrostet drin.
Die Pfosten nun umarmt' er fest und rüttelte
Wild an den morschen Stämmen – da, mit grausem Krach
Fiel um das Bild, in jähem Sturz den Göttersohn
Zu Boden schmetternd, und so schaut' er Jumala!
Ein Bote brachte diese Kund' uns heute Nacht.
Jetzt sitzt allein nur Halfdan auf dem Königsstuhl.
Biet' ihm die Hand, den Göttern opfre deinen Haß.
Dies Opfer heischen Balder und sein Priester, ich,
Zum Zeichen, daß den Friedensgott du nicht verhöhnst,
Verweigerst du's, ist nichtig dieser Tempelbau,
Ich aber sprach vergebens.« – –

Nun trat Halfdan ein,
Die Kupferschwelle überschreitend; zag und scheu
Stand dem Gefürchteten er fern und schwieg. Da nahm
Den Panzerhasser Frithjof von der Seit'
Und stellt des Schildes goldnes Rund zum Hochaltar;
Und unbewaffnet trat entgegen er dem Feind.
»In diesem Streit« – mit weicher Stimme sprach er so, –
»Ist edler, wer zuerst die Hand zum Frieden reicht!«
Errötend zog nun Halfdan ab den Stahlhandschuh,
Und langgetrennte Hände einigten sich fest
In kräft'gem Handschlag, wie der Berge Grund so treu.
Den Bannfluch löste nun der Greis, der immer noch
Lag auf dem Warg in Weum, dem Geächteten.
Als er gelöst war, trat im Brautschmuck Ingeborg,
Im Hermelin herein; ihr folgt' der Jungfrau'n Schar,
So wie dem Mond am Himmel folgt der Sterne Heer.
Mit Thränen in den schönen Augen sank ans Herz
Des Bruders sie; der aber legte tiefbewegt
Die teure Schwester nun an Frithjofs treue Brust,
Und über dem Altar des Gottes reichte sie
Dem Jugendfreund, dem Heißgeliebten ihre Hand. – –

Buchschmuck
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