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Frithjofs-Sage

Esaias Tegnér: Frithjofs-Sage - Kapitel 18
Quellenangabe
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authorEsaias Tegnér
titleFrithjofs-Sage
publisherHermann Gesenius
editorPeter Johann Willatzen
translatorG. Mohnike
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Buchschmuck

Sechzehnter Gesang.

Frithjof und Björn.

Frithjof.

Björn ich bin müde der wogenden See,
Wellen sind unruhevolle Gesellen,
Norwegens hehre, gewaltige Fjällen
Locken mein Herz mit unendlichem weh,
Wer nicht vertrieben vom Grabe der Ahnen,
Nicht von der Heimat, glückselig ist der!
Ach, nur zu lange des Friedlosen Bahnen
Schweif' ich, zu lang, auf dem stürmischen Meer!

Björn.

Gut ist das Meer, das darfst du nicht schmähen,
Freiheit und Freud' winken dort nur dir zu,
Wissen nichts von der weichlichen Ruh',
Wollen mit wandernden Wellen nur gehen,
Werd' ich einst alt, mag im grünenden Port
Fest wie das Gras ich am Boden auch kleben;
Jetzt will ich kämpfen und trinken an Bord,
Kosten das wonnige, sorglose Leben.

Frithjof.

Nun doch das Eis uns getrieben ans Land,
Tot nun die Flut, sonst voll Lebens und Freuden,
Soll ich den Winter, den langen, vergeuden
Zwischen Geklipp auf unwirtlichem Strand?
Einmal noch will ich das Julfest begehen,
Gast König Rings und der einstigen Braut,
Einmal die Locken, die goldnen, noch sehen,
Hören der Stimme bezaubernden Laut.

Björn.

Gut, ich versteh'. König Ring soll's verspüren,
Wikingerrache sei gleichwie der Blitz,
Wenn wir ihm zünden den Königssitz,
Sengen den Alten, die Schöne entführen;
Oder vielleicht auch nach Wikingerweis'
Willst du den Herrscher zum Holmgang bescheiden,
Oder du lädst ihn zur Schlacht auf dem Eis –
Wähle, mein Herz wird an jedem sich werden.

Frithjof.

Sprich nicht von Krieg mir, von Mord und Brand!
Friedevoll will ich zum Könige gehen.

Er nicht, die Gattin nicht hat es versehen:
Rächender Götter ferntreffende Hand,
wenig nur hab' ich zu hoffen auf Erden,
Abschied nur nehm' ich von ihr, die mein Glück,
Abschied auf ewig! will Frühling es werden,
Früher wohl gar, kehr' ich zu euch zurück.

Björn.

Freund, deine Thorheit ist schier nicht verzeihlich!
KIag' und Geseufz' um ein Weib – das ist toll!
Leider, die Welt ist von Weibern ja voll –
Wünschest du eins, schaff' ich tausend dir eilig,
Hol' ich dir doch, kann's dir lindern den Gram,
Schnell eine Ladung vom Süd her zum Kosen,
Rot wie die Rosen, wie Lämmlein so zahm,
Daß wir wie Brüder dann teilen und losen,

Frithjof.

Björn, gleichwie Frei bist du offen und schlicht,
Klug bist im Rat du und tapfer im Streite;
Doch, stehn auch Odin und Thor dir zur Seite,
Freia, die himmlische, kennest du nicht.
Reize die Ew'gen nicht! Übermuttrunken
Spotte doch fürderhin nicht ihrer Macht.
Früh oder spät ihr noch schlummernder Funken
Göttern und Menschen im Busen erwacht.

Björn.

O, geh' allein nicht! Ich seh' es mit Bangen!

Frithjof.

Bin nie allein! Wo ich bin, ist mein Schwert,

Björn.

Daß dir nicht Hagbarts Los widerfährt!

Frithjof.

Wer sich läßt fangen, verdient auch zu hangen.

Björn.

Fällst du, mein Bruder, dann räch' ich dich wohl!
Werde den Mörder zu Boden mähen!

Frithjof.

Björn, unnötig! Des Hahnes Krähen
Hört er nicht länger als ich. Leb' wohl!

Buchschmuck
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