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Friedrich Haug: Gedichte

Friedrich Haug: Friedrich Haug: Gedichte - Reimbold an seinen Kritikaster Schwergereimt
Quellenangabe
typepoem
booktitleGesellige Gedichte
authorFriedrich Haug
year1996
publisherI. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf.
addressStuttgart
isbn3-7681-9804-9
titleReimbold an seinen Kritikaster Schwergereimt
pages85-87
created19990531
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Friedrich Haug

Reimbold an seinen Kritikaster Schwergereimt

        Der du so wundergrob bist,
    Wie kein Erschaffner wohl im
Gränzlosen All, gottlob! ist,
    Seyn wird und war von Olim,
Dir unverschämt das Taxamt
    Anmaßest im Geniereich,
Uns, recht zum Schabernack, sammt
    Und sonders: »ich locir' euch!«
Despotisch anbellst, vorlaut
    Von Bardenfama weissagst,
Sottisen unsrem Corps laut
    Von Skribeln und Geschmeiß sagst,
Bekrittelst unser Thun all',
    Den Büttelbakel weit reckst,
Dein Stühlchen ein Tribunal
    Zu namsen keine Scheu trägst,
Aushunzest ohne Quias,
    Kleinheiten mit Bombast rügst,
Und durch Galimathias
    Die Modeleser fast trügst! –
Sprich nur, ob deine Ruhmsucht
    Sich in Berlin und Leipzig
Das Testimonium sucht:
    »Der Teufelskerl erschreibt sich
Ein Momus resurrexit?«
    Possirlich! wenn ein Brutum
Stolz über Klüg're wegsieht,
    Selbst wie ein Kakadu dumm!
Du rennst, besitzt dich Satan,
    Auf Bücher oft wie Blitz los,
Gaffst nur das Titelblatt an,
    Und schiltst die Werke witzlos.
Heut schnatterst du ein fast dicks
    Compendium im Hui weg,
Bist dann Homeromastix,
    Und recensirst es: »Pfui! weg!«
Tobst morgen, wenn du hungerst,
    An Dichtern deinen Groll aus,
Schwingst deinen Geiselschwung erst,
    Und brüllst zuletzt: »ins Tollhaus!«
Du jammerst, (wie ein Derwisch,
    Wenn sein Kollege Wein trinkt)
Daß, viele Lustra her, Wisch
    Um Wisch auf Messen eindringt:
Daß selten mit Genie sich
    Geschmack und Studium paart.
Und nimmst – pro taxa – schließ ich,
    Doch bey so manchem Dummbart
Den Air des Schutzpatrons an,
    Lobst seines Büchleins Inhalt,
Obschon nur Phöbus, Nonsens,
    Und Wortgeklingel drin hallt;
Und stürmst mit Leidenschaft los,
    Sobald ein Feind vom Rockkuß
Kühn deinen Bannstrahl kraftlos,
    Dein Handwerk Hokus Pokus,
Dein Kritikastern unwahr,
    Parteyisch nennt und ausweist,
Daß um den Wirth zu thun war,
    Der Schuldner aus dem Haus weist –
Weil Püffe dir das Glück gab,
    Uns wieder puffen? – Ey dich – –
Fort! Schreibe du Musik ab!
    Was kümmert Poesei dich?
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