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Friedrich Hölderlin: Friedrich H - Blödigkeit
Quellenangabe
typepoem
booktitleGesammelte Werke
authorFriedrich Hölderlin
editorBernt von Heiseler
year1954
publisherC. Bertelsmann Verlag
addressGütersloh
titleBlödigkeit
pages177
created20030214
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Friedrich Hölderlin

Blödigkeit

            Sind denn dir nicht bekannt viele Lebendigen?
    Geht auf Wahrem dein Fuß nicht, wie auf Teppichen?
        Drum, mein Genius! tritt nur
            Bar ins Leben, und sorge nicht!

Was geschiehet, es sei alles gelegen dir!
    Sei zur Freude gereimt, oder was könnte denn
        Dich beleidigen, Herz, was
            Da begegnen, wohin du sollst?

Denn, seit Himmlischen gleich Menschen, ein einsam Wild,
    Und die Himmlischen selbst führet, der Einkehr zu,
        Der Gesang und der Fürsten
            Chor, nach Arten, so waren auch

Wir, die Zungen des Volks, gerne bei Lebenden,
    Wo sich vieles gesellt, freudig und jedem gleich,
        Jedem offen; so ist ja
            Unser Vater, des Himmels Gott,

Der den denkenden Tag Armen und Reichen gönnt,
    Der, zur Wende der Zeit, uns, die Entschlafenden,
        Aufgerichtet an goldnen
            Gängelbanden, wie Kinder, hält.

Gut auch sind und geschickt einem zu etwas wir,
    Wenn wir kommen, mit Kunst, und von den Himmlischen
        Einen bringen. Doch selber
            Bringen schickliche Hände wir.

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