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Friedrich Hölderlin: Friedrich H - Der Einzige, zweite Fassung
Quellenangabe
typepoem
booktitleGesammelte Werke
authorFriedrich Hölderlin
editorBernt von Heiseler
year1954
publisherC. Bertelsmann Verlag
addressGütersloh
titleDer Einzige, zweite Fassung
pages264-266
created20030214
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Friedrich Hölderlin

Der Einzige

Zweite Fassung

        Was ist es, das
An die alten seligen Küsten
Mich fesselt, daß ich mehr noch
Sie liebe, als mein Vaterland?
Denn wie in himmlischer
Gefangenschaft gebückt, in flammender Luft
Dort bin ich, wo, wie Steine sagen, Apollo ging
In Königsgestalt,
Und zu unschuldigen Jünglingen sich
Herabließ Zeus und Söhn in heiliger Art
Und Töchter zeugte
Der Hohe unter den Menschen.

Der hohen Gedanken
Sind nämlich viel
Entsprungen des Vaters Haupt,
Und große Seelen
Von ihm zu Menschen gekommen.
Gehöret hab ich
Von Elis und Olympia, bin
Gestanden oben auf dem Parnaß,
Und über Bergen des Isthmus,
Und drüben auch
Bei Smyrna und hinab
Bei Ephesos bin ich gegangen;

Viel hab ich Schönes gesehn,
Und gesungen Gottes Bild
Hab ich, das lebet unter
Den Menschen, denn sehr dem Raum gleich ist
Das Himmlische reichlich in
Der Jugend zählbar, aber dennoch,
O du der Sterne Leben und all
Ihr tapfern Söhne des Lebens,
Noch Einen such ich, den
Ich liebe unter euch,
Wo ihr den letzten eures Geschlechts,
Der Hauses Kleinod, mir
Dem fremden Gaste bewahret.

Mein Meister und Herr!
O du, mein Lehrer!
Was bist du ferne
Geblieben? und da
Ich fragte unter den Alten,
Die Helden und
Die Götter, warum bliebest
Du aus? Und jetzt ist voll
Von Trauern meine Seele,
Als eifertet ihr Himmlischen selbst,
Daß, dien ich einem, mir
Das andere fehlet.

Ich weiß es aber, eigene Schuld ists! Denn zu sehr,
O Christus! häng ich an dir, wiewohl Herakles' Bruder,
Und kühn bekenn ich, du bist Bruder auch des Eviers, der
Die Todeslust der Völker aufhält und zerreißet den Fallstrick,
Fein sehen die Menschen, daß sie
Nicht gehn den Weg des Todes und hüten das Maß, daß einer
Etwas für sich ist, den Augenblick,
Das Geschick der großen Zeit auch,
Ihr Feuer fürchtend, treffen sie, und wo
Des Wegs ein anderes geht, da sehen sie
Auch, wo ein Geschick sei, machen aber
Das sicher, Menschen gleichend oder Gesetzen.

Es entbrennet aber sein Zorn; daß nämlich
Das Zeichen die Erde berührt, allmählich
Aus Augen gekommen, als an einer Leiter.
Diesmal. Eigenwillig sonst, unmäßig
Grenzlos, daß der Menschen Hand
Anficht das Lebende, mehr auch, als sich schicket
Für einen Halbgott, Heiliggesetztes übergeht
Der Entwurf. Seit nämlich böser Geist sich
Bemächtiget des glücklichen Altertums, unendlich,
Langher währt Eines, gesangsfeind, klanglos, das
In Maßen vergeht, des Sinnes Gewaltsames. Ungebundenes aber
Hasset Gott. Fürbittend aber

Hält ihn der Tag von dieser Zeit, stillschaffend,
Des Weges gehend, die Blüte der Jahre,
Und Kriegsgetön, und Geschichte der Helden unterhält, hartnäckig Geschick,
Die Sonne Christi, Gärten der Büßenden, und
Der Pilgrime Wandern und der Völker ihn, und des Wächters
Gesang und die Schrift
Des Barden oder Afrikaners. Ruhmloser auch
Geschick hält ihn, die an den Tag
Jetzt erst recht kommen, das sind väterliche Fürsten. Denn viel ist der Stand
Gottgleicher, denn sonst. Denn Männer mehr
Gehöret das Licht. Nicht Jünglingen.
Das Vaterland auch. Nämlich frisch

Noch unerschöpflich und voll mit Locken.
Der Vater der Erde freuet nämlich sich des
Auch, daß Kinder sind, so bleibet eine Gewißheit
Des Guten. So auch freuet
Das ihn, daß eines bleibet.
Auch einige sind, gerettet, als
Auf schönen Inseln. Gelehrt sind die.
Versuchungen sind nämlich
Grenzlos an die gegangen.
Zahllose gefallen. Also ging es, als
Der Erde Vater bereitet Ständiges
In Stürmen der Zeit. Ist aber geendet.

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