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Flitter und Schein

Hedwig Dransfeld: Flitter und Schein - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
authorHedwig Dransfeld
titleFlitter und Schein
publisherVerlag und Druck von J. P. Bachem
printrunDritte Auflage
yearo.J.
illustratorW. Roegge jun.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131207
projectid5a484b41
wgs9110
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3

Auf dem Dampfer hat sich in der Mitte des Decks die Matrosenkapelle mit ihren Blechinstrumenten niedergelassen und beginnt einen schmetternden Tusch. Der Anker wird aufgerollt, die Schiffbrücke eingezogen. Da ist es, als käme langsam Leben in den gewaltigen Schiffskörper, die Schiffsmaschine tut leise, angestrengt den ersten Atemzug, die mächtigen Schaufelräder setzen sich schwerfällig in Bewegung, ein sanftes Schwanken geht durch die Bohlen und Bretter des Decks, der Koloß neigt sich graziös zur Seite, fast als wollte er dem Lande eine Abschiedsverbeugung machen. Dann dreht er sich langsam und gleitend in sanften Wogenlinien, so daß der schwarz-weiß-rote Wimpel an der höchsten Mastspitze sich grüßend auf und nieder neigt, fast wie ein menschlicher Arm, der zum Abschied winkt. Aber nun ist die Maschine endlich aufgerüttelt aus ihrer Schläfrigkeit, ihre schwarzen, eisernen Lungen blähen sich in fröhlichem Kraftgefühl; glühend weht ihr Atem, stöhnend und dröhnend hastet sie vorwärts; die Schaufelräder werden in toller Eile herumgeworfen, so daß der weiße Gischt an der Schiffswand hoch emporspritzt; die gleitenden Wellenbewegungen des Schiffes haben einem ruckweisen Stoßen und Stampfen Platz gemacht. Volldampf! Die »Cobra« schwimmt in der offenen Elbeflut.

Es ist ein wunderbarer Sommermorgen, jeder Atemzug dringt in die Lungen ein wie flüssiges Gold, die lauen Landlüfte haben sich auf der mächtigen Wasserfläche abgekühlt. Links präsentieren sich die gewaltigen Hamburger Schiffswerften, rechts begleitet das langgezogene, volkreiche Altona den Strom. Das Alltagsleben ist noch nicht erwacht, auf den Fabriken und in den Straßen liegt wie ein Feiertagsgewand das junge, rotgoldene Frühlicht, der Morgennebel zerflattert an den Schiffsmasten in blaß lila Streifen, und über dem gesamten Bilde schweben die lustigen, rauschenden Wanderklänge der Matrosenkapelle.

Unter den Passagieren ist kaum einer, der den herrlichen Morgen nicht genießen möchte. Ihre Augen leuchten, einzeln und in Gruppen schreiten sie über das Deck, ihr Fuß wiegt sich auf dem schwankenden Boden nach dem Takte der Musik. Nur ein blasierter, kurzsichtiger Globe-trotter und ein paar Landratten mit dicken Uhrketten und stumpfsinnigem Gesichtsausdruck bringen es fertig, sich in die dumpfe Kajüte zu verkriechen, um dort einen Kola zu trinken und in holder Gemeinschaft – zu skaten.

Vor Blankenese begegnet der »Cobra« ein von Amerika heimkehrender Dampfer, der am Bug die Flagge Hamburgs führt, drei Türme auf rotem Grunde.

»Das ist die »Annemarie«, einer der Petroleum-Tankdampfer des Onkels Franz Prosper,« belehrt Lucie ihre Cousine. »Sieh dort am Schornstein und in der Flagge des vorderen Mastes sein Zeichen, das weiße auf blauem Grunde. Fast könnte man es dem silbernen Schlüssel deines Geschlechtes vergleichen.«

Alexa betrachtet gedankenvoll ihren Siegelring. Ja, die Ähnlichkeit ist groß, und doch welch ein Unterschied! Nur wenige kennen den silbernen Schlüssel der Brechten-Bredau, während das Zeichen des Petroleum-Kaufherrn auf allen Ozeanen und in zwei Welten gekannt und geachtet ist. Und wieder einmal kommt ihr das Staunen vor dem Geist ihrer Zeit, den sie sich auf dem weltverlorenen Brechtenhof so ganz anders vorgestellt hat.

Die beiden jungen Mädchen haben zwei prächtige Plätze im mittleren Teil des Decks inne, und Lucie hat sich bereits auf einem langen Korbstuhl höchst bequem und ungeniert gelagert. Mit großer Geduld gibt sie ihrer Cousine, die sich zum ersten Male auf einem größeren Ozeandampfer befindet, über allerlei ihr unverständliche Zeichen Auskunft.

Frau von Laska rauscht heran und begrüßt Lucie freundschaftlich. Sie ist eine wirkliche Künstlerin der Toilette, denn nur eine Schönheit wie sie durfte es wagen, ihrem weichen, feuerroten Strandhut eine solch phantastische Form zu geben. Ihr weißes Kleid mit dem schwer goldenen Gürtel ist dagegen fast gesucht einfach und vielleicht deshalb doppelt vornehm.

»Ihre Jungfer?« fragt sie mit einem halben Blick auf Alexa.

Lucie kreuzt die Arme und sieht mit einem leisen, gemütlichen Pfeifen über die Gesellschaft hinweg, als ob sie in tiefen Gedanken sei. »Ah, Pardon!« fährt sie dann auf einmal aus, »gnädige Frau gestatten, daß ich Ihnen meine Cousine vorstelle, Alexa – Baroneß – von – Brechten-Bredau.« Zentnerschwer kommen die Worte von ihren Lippen. »Frau von Laska!« wirft sie dann so leicht und flüchtig hin, als sollte allein durch die Betonung gesellschaftlicher Rang und Charakter der anderen bezeichnet werden.

Die Laska beißt sich auf die Lippen, murmelt etwas Unverständliches und kehrt dann schleunigst zu ihrer Gesellschaft zurück.

»So, die hätte ich fortgegrault,« lacht Lucie. »Aber mein Mittel wird höchstens eine Viertelstunde vorhalten, denn die schöne Frau gehört zu den internationalen Kletten und Schmarotzern. Da sie eine etwas dunkle Vergangenheit hat, sucht sie bei jedem halbwegs anständigen Menschen einen gesellschaftlichen Halt. Danke, meine Gnädigste! Lucie Thyssen ist nicht so dumm.«

»Warum mochte sie mich für eine Kammerjungfer halten?« fragt Alexa harmlos.

»Nun, Kleider machen Leute – ganz besonders in den Augen einer Laska.« Lucie hat wegwerfend gesprochen, aber im Herzen freut sie sich doch, daß sie gestern abend für die neue Cousine noch zwei Kleider besorgt hat: das eine vornehm und einfach, von schwarzem Tuch, das andere von seidenem Spitzenstoff, an Kragen und Gürtel mit weißem Samt unterfüttert. Sie glaubte sich durch diese Vorsicht Onkel Franz Prospers Dank zu verdienen.

Die Elbe verbreitert sich allmählich und wird belebter, die Nähe des Meeres macht sich bemerkbar. Sonderbar geformte Baken und mächtige Leuchttürme tauchen auf, verankerte Tonnen warnen vor den tückischen Untiefen der Elbmündung. Dazu dieses Gewimmel von großen und kleinen Dampfern, Lotsenschiffen und träge dahingleitenden Seglern mit ihrer oft sonderbaren Besatzung! Im Takelwerk eines Woermanndampfers klettern Neger in grellbuntem Baumwollzeug umher, einige braungelbe Kulis hängen gleichsam als Aushängeschild auf der Bordwand eines flotten Schooners.

An der Elbmündung gelangt die »Cobra« in eine dichte Nebelregion. Die Maschine verlangsamt ihre Bewegungen, die Sirenen beginnen ihr ohrenzerreißendes Geräusch, und bald von vorn, bald von hinten, bald nah, bald fern antworten ähnliche Töne. Ein Gefühl der Spannung bemächtigt sich selbst des kaltblütigsten Passagiers, denn er weiß ja, daß das Schiff sich in dem gefährlichsten und belebtesten Teile der Elbe befindet. Der Nebel verdichtet sich, fast sichtbar schneidet der Fockmast die dicke, wollige Masse; über das Meer flattert er in langen, schleifenden Strähnen. Ein paar Frauen weinen, die Laska hat sogar etwas wie einen Nervenzufall bekommen, nur Alexa, die sich der brauenden Abendnebel in den heimatlichen Sümpfen erinnert, schaut furchtlos in das undurchdringliche Wolkenmeer.

Jetzt geht ein Leuchten durch die zerflatternden Nebelfetzen, während einiger Sekunden glüht die Sonne blutrot durch den Dunstschleier, dann zeigt sie sich wieder als alte, goldene Tagesfürstin, und ein tiefblauer Himmel wölbt sich über dem unendlichen Meer. Wie eine scharf abgegrenzte Insel steht die Nebelregion, welche die »Cobra« gerade verlassen hat, in der sommerklaren Luft.

In einem schön geschweiften Bogen wendet sich das Schiff zur »alten Liebe«, dem Quai von Cuxhaven, und fast eine halbe Stunde weit läßt sich seine Spur in den Wellen des Meeres verfolgen. Sie hebt sich spiegelglatt aus den sanft bewegten, grünlichen Wogen und leuchtet silbern wie gesponnener Asbest. Eine Gesellschaft Möven folgt der Spur mit fast mathematischer Genauigkeit, und ihr weißes Gefieder flimmert augenblendend auf in dem grellen Sonnenlicht.

In Cuxhaven steigen mehrere Herren und Damen ein, die dem Fräulein Thyssen bekannt sind, und sofort entsteht eine flotte, lebhafte Unterhaltung. Auch Frau von Laska mischt sich mit ihren Begleitern hinein, während Alexa sich scheu zurückhält; dennoch lauscht sie mit Interesse den Gesprächen, und der ihr anfänglich so fremde Kreis wird ihr dadurch bedeutend näher gerückt. Ja, sie beginnt schon, sich über einige der Gesellschaft, namentlich über Lucie und Frau von Laska, ein Urteil zu bilden.

Es sind meistens bürgerliche, aber hochgebildete Leute, und den geistigen Mittelpunkt bildet zu Alexas nicht geringem Erstaunen Lucie Thyssen. Sie ist munter und schlagfertig, sie hat über jede Tagesneuigkeit einen kurzen, spöttischen Witz zur Hand, sie entwickelt auf jedem Gebiet eine geradezu frappante Belesenheit, ein schillerndes Wissen. Die halbe Welt hat sie gesehen, Dutzende von Künstlern und Schriftstellern kennen gelernt. Und die liebenswürdige Gesellschaft zeigt ihr deutlich, daß man sie für ein geistreiches, junges Mädchen hält, und kargt nicht mit ihrem Beifall.

Frau von Laska dagegen wirkt nur durch ihr Äußeres. Jede Bewegung des Kopfes und der Hand, Blick, Reden, Lächeln, alles scheint mit Sorgfalt darauf berechnet, zu gefallen und die Aufmerksamkeit aller zu erregen. Und sie gehört wirklich zu den Frauen, an denen man nicht achtlos vorübergeht.

Der gewaltige rote Felsen Helgolands, der wie ein Märchen aus den grünlichen Wogen des Meeres aufsteigt, wird am späten Mittag passiert, die Passagiere für die ostfriesischen Inseln werden umgeschifft. Die »Cobra« setzt ihre Fahrt fort, um mit anbrechender Dunkelheit ihr Ziel, das vornehme Seebad, zu erreichen.

Lucie hat sich von ihrer Gesellschaft zurückgezogen und sich müde neben Alexa niedergelassen. »Es wird Zeit, daß ich dich ein wenig über die Corona Thyssen aufkläre, die drüben in der Villa Alma für etliche Wochen ihre Zelte aufgeschlagen hat. Außerdem bin ich dir ja auch noch meine »Enthüllungen« schuldig. Da ist zuerst der Onkel Franz Prosper, nicht nur dem Alter, sondern auch dem Gewichte nach das Haupt der Familie. Pardon! nein, mein Gedächtnis läßt mich einmal wieder im Stich. Ohm Peter mag noch um einige Kilo gewichtiger sein. – Wer Ohm Peter ist, willst du wissen? – Genau kann ich es selbst nicht sagen, aber ich will trotzdem versuchen, dir in unsere geheimnisvolle Familienchronik etwas Licht zu bringen. Also, Ohm Peter ist ein Erbstück, das seine Familienzugehörigkeit hauptsächlich dem Namen »Thyssen« verdankt. Er fühlt den Beruf in sich, durch beständiges Schimpfen und Räsonnieren dafür zu sorgen, daß im allgemeinen die Weltgeschichte und im besonderen die der Familie Thyssen nicht aus den Fugen geht. Daß er es in seinem langen Leben nicht bis zum Minister oder Reichskanzler, sondern nur bis zum Familienonkel gebracht, ist ihm der schlagendste Beweis für die Kurzsichtigkeit und Unfähigkeit aller Regierungen. Augenblicklich hat er es mit der Sozialdemokratie und der Frauen-Emanzipation, und wenn der Reichskanzler nur eines seiner »unfehlbaren« Mittel anwenden wollte, so würden diese beiden schrecklichen Namen nach Verlauf von vierzehn Tagen höchstens noch für ein Museum Wert und Interesse haben. In seinen Mußestunden beschäftigt er sich mit Erfinden, und zwar gedenkt er durch eine automatische Rattenfalle und einen dito Zigarrenanzünder Edisons Ruhm zu verdunkeln. Ich glaube, auf den Adel ist er auch nicht besonders zu sprechen. Aber du brauchst dir das nicht zu Herzen zu nehmen, denn er behandelt jeden Menschen zum wenigsten als entsprungenen Sträfling, ausgenommen vielleicht Tante Erna.«

»Wer ist Tante Erna?« fragt Alexa interessiert.

»Onkel Franz Prospers holdselig Ehegemahl, im Vertrauen gesagt, der veritable Ohm Peter in verfeinerter, mehr salonmäßiger Ausgabe, sagen wir also in Goldschnittband. Das Haus des Petroleum-Kaufherrn ist außerdem mit drei Töchtern gesegnet, Annemarie, Frieda und Ruth, die letztere so eine Art enfant terrible, zurzeit noch unter der Zuchtrute einer recht netten Gouvernante. Der Erbprinz heißt nach alter Gewohnheit wieder Franz Prosper und ist ein Schöngeist wie meine Schwester, sucht sich also durch lyrische Gedichte sein Petroleum-Dasein zu versüßen und sein jüngerer Bruder Heinrich ist ein schauderhaft frecher Bengel, der den ganzen Tag im Segelboot liegt und allen Leuten versichert, daß er mit höchstens Fünfundzwanzig schon etwas Großartiges geleistet, beispielsweise den Nordpol entdeckt oder den letzten Walfisch ausgerottet haben wird. Diese letztere Tat ist in seinen Augen gewissermaßen die Krone der Zivilisation. Nansen und Andre hält er für erschrecklich dumme Jungen, aber er, Heinrich Thyssen, ist derjenige, auf den die Völker warten. Augenblicklich beschäftigt er sich im Schweiße seines Angesichtes noch damit, französische und lateinische Vokabeln in seinen Kopf zu trichtern, ob mit viel Erfolg, kann ich leider nicht berichten.«

Alexa schaut gedankenvoll über die Wogen, die mit milchiger Schaumkrone an der Schiffswand emporwachsen. Also so war die Familie beschaffen, in der sie Aufnahme suchte! Sie hat bis jetzt gewissermaßen nur zwei Typen des Menschengeschlechtes kennen gelernt: den unterwürfigen, schwerfälligen Bauer und den selbstbewußten patriarchalischen »gnädigen Herrn«. Und hier in dieser Familie erlaubte es sich jedes Glied, eine gewisse Originalität zu besitzen und sich nicht nach hundertjähriger Schablone, sondern frei nach Lust und Anlage zu entwickeln!

»Reizend! Entzückend! Ich bin enthusiasmiert, Fräulein Thyssen, über diesen Sonnenuntergang.« Frau von Laska hat es gerufen, sich weit über das Schiffsgeländer vorbeugend. Alles drängt nach Backbord.

Über dem ruhigen Meereshorizont steht die Sonne wie eine große, blutrote Scheibe, der abendliche Dunst zerflattert in langgezogenen, grünen und lila Strähnen. Der ganze Westen schwimmt in weißem, scharfem Licht, und sein Widerschein färbt das Meer wie ein Schneefeld, nur eine breite Straße von geschmolzenem Kupfer läuft vom Schiff aus geradenwegs in den Sonnenball hinein. Und gleichzeitig bietet sich dem staunenden Auge ein anderes Schauspiel. Es herrscht fast völlige Windstille, und wie eine Mauer, in spitzem Winkel zum Lauf des Schiffes, bleibt der aus dem Schornstein hervorquellende Rauch auf dem Meere stehen. Er kreist in großen, dunkelblauen Ballen, er blüht empor in wunderbaren Riesenkelchen, welche die scheidende Sonne mit feurigem Purpur übergießt, er verzettelt sich in phantastische, violettfarbige Flöckchen, auf denen ein fremdes Licht ruht vom schönsten, dunkelsten Altgold. Und diese Farbenpracht wechselt in jeder Sekunde, je nachdem der Rauch seine wunderlichen Gebilde formt. Lichtströme zucken hin und her, hier blüht es rosig auf, um dort in das blaue Dunkel zurückzutauchen, die siebenfarbige Pracht des Regenbogens schillert, zart wie ein Hauch, auf den weichen, flockigen Rändern.

Eine Möwe schießt in lustigem Spiel hin und her durch die luftige Mauer. Bald gleicht sie einem schwarzen Nachtgespenst, bald steigt sie leuchtend aus feurigen Wolken auf wie der Wundervogel unserer Sage, der sich selbst erneuende Phönix.

»Superb!« schreit Frau von Laska mit ihrer hohen, dünnen Stimme.

»Komisch, daß solch ein einfältiges Wort alle Naturandacht vertreiben kann,« erwidert Lucie etwas anzüglich und wirft sich gelangweilt in ihren Korbstuhl. »Siehst du dort das matte Blinkfeuer eines Leuchtturmes auf der weißen Düne, Alexa? In einer Stunde werden wir am Ziele sein.«

Alexa hört und sieht nicht, sie hat den Kopf auf die Bordwand gelegt und ihr Blick folgt dem reißenden Möwenflug. »Dunkel – Licht, Dunkel – Licht,« – ein grenzenloses Gefühl der Verlassenheit und Einsamkeit schnürt ihre Brust zusammen, – »ob es auch mir einmal gelingen wird, aus der Nacht meines Lebens in das freie, goldene Licht zu tauchen?«

*

Das Ereignis ist geschehen, die neue Cousine wurde soeben dem zufällig vollzähligen Familienkreis präsentiert. Wie ein verschüchterter Vogel war sie anzusehen, und doch stand auf der hohen Stirn und in den dunklen Augen deutlich zu lesen: »Ich komme zwar als Bittende, aber ich lasse mich nicht anrühren. Habt Achtung vor der Letzten eines alten, herrlichen Geschlechts!«

Lucie hat es nicht zu einer umständlichen Begrüßung kommen lassen, sondern als erstes Gebot der Gastfreundschaft gefordert, dem müden Gast die wohlverdiente Ruhe zu verschaffen. »Das Giebelstübchen im dritten Stock ist doch noch frei, Tante Erna?« fragt sie. »Und du erlaubst doch, daß ich Alexa hinauf geleite? Was das Abendbrot angeht, so hat wohl eine von euch die Güte, den Küchenherrschaften einen diesbezüglichen Befehl zu geben.« Die Bitte gilt den beiden Schwestern Annemarie und Frieda, die mit gleichmäßig geröteten Gesichtern und gleich zotteligen chinesischen Frisuren an einem der Fenster sich gegenübersitzen.

Die erste Folge dieses Überfalles besteht darin, daß sämtliche Familienglieder zunächst »baff« sind, bis ein Grunzen sie aufstört, das aus irgend einer Ecke hervortönt und sich allmählich zu drohenden Worten verdichtet.

»Und so ein Wurm ist nun 'ne Baroneß! Und ihrem Großvater war eine geborene Karline Thyssen nicht gut genug! Ja!« – Da Ohm Peters automatischer Zigarrenanzünder das Licht der Welt noch nicht erblickt hat, verwendet er zunächst noch gemeine Streichhölzer. Drei mächtige Züge tut er an seiner »Bismarck«, dann richtet er seine kleine, kugelrunde Gestalt zu imponierender Höhe auf. »Nimm's mir nicht übel, Franz Prosper, aber deine Schwester, die Karline, war dazumal eine rechte Gans. Das habe ich immer gesagt. Ja! Und wenn ich jetzt an deiner Stelle wäre ...«

Die beiden Schwestern mit den chinesischen Frisuren stecken kichernd die Köpfe zusammen. »Die Bettelprinzeß, wie sie im Buch steht ...«

Tante Erna ist noch immer sprachlos.

Der Kaufherr wendet sich mit einem plötzlichen Ruck herum, eine kleine Falte steht auf seiner Stirn; anscheinend hat die kurze Weile genügt, ihn einen unumstößlichen Entschluß fassen zu lassen. »Du wirst dich einmal nach jener Alexa umsehen müssen, Erna; denn ich finde es nicht angebracht, daß Lucie allein die Pflichten der Wirtin übernimmt. Sie ist nun einmal das Kind meiner einzigen Schwester und schuldlos an der Vergangenheit; und nicht umsonst soll sie mich um Hülfe gebeten haben. Ich hoffe, daß ihr meine Absichten versteht und ihnen entgegenkommt.«

Er hat sehr ruhig gesprochen, aber seine Angehörigen wissen, daß jetzt nicht mehr mit ihm zu spassen ist. Wahrscheinlich will er es nicht merken lassen, wie sehr es ihn ergriffen hat, als das einzige Kind seiner Karoline so plötzlich und so blaß und leidend vor ihn hintrat.

Frau Erna rauscht hinaus, die beiden chinesischen Frisuren beugen sich wie auf Kommando über das Programm des heutigen Abendkonzerts, Ohm Peter zieht krampfhaft an seiner Zigarre. Die beiden Jüngsten der Korona Thyssen sind zum Glück nicht anwesend, sonst hätte der Vorfall wahrscheinlich noch eine dramatische Wendung genommen. Aber auch Ohm Peter findet, daß er über das Familienereignis seine unfehlbaren Ansichten noch nicht genügend geäußert hat.

»Nimm's mir nicht übel, Franz Prosper, aber der alte Freiherr war ein Dummkopf, ein ausgewachsener Dummkopf. Keinen roten Batzen in der Tasche, und der Nacken so steif wie ein Besenstiel! Na, das war nun weiter keine Kunst und schließlich auch seine Sache, so lange es noch nicht polizeilich verboten ist, wie ein Ziegenbock durchs Leben zu schreiten. Sein Sohn, der Vater von dem Wurm, der Alexa, war ja gewissermaßen ein ganz passabler Mensch, freilich noch lange nicht gut genug für eine Karoline Thyssen von Hamburg. Ich bitte euch, Kinder, was hat man von dem »von«, wenn man in einer Baracke wohnt, die jeden Augenblick zusammenstürzen will, trotz der großmächtigen Devise über der Tür, und nichts zu beißen und zu brechen hat? Das habe ich der Karline auch gesagt. Aber die Karline hatte schon ihren Kopf, als sie noch so klein war ...«

Ohm Peter bückt sich unter Grunzen und Stöhnen und hält seine Finger, die wie geräucherte Frankfurter Würstchen aussehen, etwa zehn Zentimeter über den Fußboden, um auf diese Weise recht anschaulich darzutun, in welchem Stadium ihres irdischen Daseins die kleine Karoline Thyssen bereits »ihren Kopf« hatte.

»Also hat ihr Vater selig endlich nachgegeben, und sie haben Hochzeit gemacht. Und nun meint ihr wohl, der Herr Schwiegerpapa sei in Frack und weißer Binde herübergekommen, wie sich das für einen honetten Menschen paßt?« Seine Äuglein funkeln Annemarie und Frieda herausfordernd an. »Nicht wahr, das meint ihr? Ja, Essig! Ich will euch sagen, was er getan hat: weggeblieben ist er, der ... alte Freiherr. Und einen Brief hat er geschrieben, die junge Baronin sei ein Schandfleck auf dem Wappen derer von Brechten-Bredau. Ich bitte euch, eine Karline Thyssen von Hamburg ein Schandfleck!. Mich hat der Schlag gerührt vor Ärger. Das heißt, so schlimm war es gerade nicht, aber auf ein Haar hätte ich das Nervenfieber bekommen, alles wegen der lumpigen Heiratsgeschichte. Und die Mitgift der Karline – sie war nicht so sehr groß, denn die Thyssens waren damals noch nicht so reich wie heute, – haben sie in den Brechtenhof gesteckt; ich bitte euch, in solch ein Sumpfnest! Und nun ist sie auch verkracht! Ja! Das schöne, sauer verdiente Geld!

»Und als die Karline gestorben war, bin ich hingereist mit eurem Vater, dem Franz Prosper. Himmel, die Wirtschaft! Von rationeller Schweinefütterung und Düngen mit Guano und Salpeter keine Spur! Das Saatkorn im Pferdestall, als ob dort von Gottes und Rechts wegen sein Platz sei, die mageren Kracken wider den Strich gebürstet, und das Stroh nicht in ordentliche Stiegen aufgeschichtet, sondern lodderig über den Haufen geworfen! Und vor dem Hause lagen zwei Biester, Bären oder Wölfe, die sahen beinahe noch patziger aus als der alte Freiherr selbst; und in den Pranken hielten sie ein sogenanntes Wappen mit einem Spruch darauf« ... Ohm Peter spricht mit kalter Verachtung – »und was der Schandfleck war, der kam nicht von der Karline Thyssen, sondern von der verlodderten Wirtschaft.«

»Und nun meint ihr, der alte Freiherr habe sich über unser Kommen gefreut und uns die Honneurs seines »Schlosses« gemacht, wie sie da drüben sagen. Ja, Essig! Hinausgeworfen hat er uns beinahe, mich und euren Vater, den Franz Prosper. Mit der Karline sei das letzte Band zerrissen, und er habe den Wunsch, daß von beiden Seiten die Verwandtschaft als nicht mehr bestehend betrachtet würde. Na, wir haben ihm den Willen getan. Solch ein ... alter Freiherr! Sein Sohn hatte sich vor Scham die Haare gerauft, und der Wurm, die Alexa, hätte es gewiß auch getan, wenn sie nicht zufällig noch in den Windeln gelegen hätte. Ja, der Sohn, – dein Schwager, Franz Prosper! Der soll ja aus lauter Verzweiflung nach Amerika gegangen ...«

Ohm Peter hätte gewiß noch weiter gesprochen, wenn nicht in diesem Augenblick Lucie und Frau Erna zurückgekehrt wären. Sie hatten für die leiblichen Bedürfnisse ihres Gastes zur Genüge gesorgt, und nun mußte Lucie ihr Erlebnis berichten, wobei selbst Ohm Peter ihr ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte.

Am anderen Morgen fühlt Alexa einen bohrenden Kopfschmerz, wie sie ihn auf dem Brechtenhof nie gekannt hat; die ganze Nacht hörte sie ein Sausen und Brausen und wußte nicht, waren es die Wogen des Meeres oder ihre aufgeregten Nerven, die in ihren kranken Schläfen hämmerten. Zwar hat sie versucht, den Kopf von den Kissen zu erheben, aber er ist sofort kraftlos zurückgefallen; große, fast schwarze Schatten umgeben die Augen, die Lippen haben ein krankes, bleiches Rot, und die Wangen scheinen in dieser einen Nacht erschreckend eingefallen.

Lucie ist herzlich um sie besorgt. »Den ganzen Tag im Bette bleiben!« verordnet sie; »und morgen soll die frische Seeluft an dir Wunder wirken. Einen vollständigen Ruhetag hast du schon verdient.« Sie holt selbst das Frühstück, um die verschüchterte Kleine noch nicht mit den Dienstleuten in Berührung zu bringen, gießt ihr die Schokolade ein und legt ihr vor von den hübschen, appetitlichen Sachen, welche die Thyssens schon am frühen Morgen zu verzehren pflegen.

Mittags erscheint Frau Erna zu einem kurzen, formellen Besuch, bedauert mit zwei wohlgesetzten Worten das Unwohlsein des verehrten Gastes, fragt nach den Wünschen desselben und fügt zum Schluß hinzu, daß die Dienerschaft informiert sei, auf das erste Klingelzeichen die Befehle des gnädigen Fräuleins einzuholen. Dann nickt sie der Kranken zu, und mit einem gemessenen »Gute Besserung!« rauscht sie wieder hinaus! Die kleine Baroneß aber wickelt sich fröstelnd in ihre Kissen mit dem dumpfen Wehgefühl, als ob zwischen ihr und dieser kalten, hochtrabenden Dame ein unüberbrückbarer Abgrund sei.

Die beiden ältesten Töchter folgen der Frau Mama fast auf dem Fuße. Sie kommen vom Bade und sehen in ihren hellen Sommerkleidern mit den frischen Gesichtern und den fröhlichen Augen sehr nett und anmutig aus. In allen ihren Bewegungen, im Reden und Lächeln scheinen sie Muster der Wohlerzogenheit, genau nach derselben Form geprägt. Sie reichen beide die äußersten Fingerspitzen zum Gruß, werfen mit demselben graziösen Schwung das Kleid zurück, um sich auf der knappsten Kante des Stuhles niederzulassen, und plaudern mit dem gleichen abwesenden Gesichtsausdruck und dem halben Lächeln, das der gute Ton für derlei Besuche vorschreibt.

»Papa läßt grüßen. – Kopfschmerz ist etwas recht Unangenehmes. – Sehr netter Wellenschlag heute, – das Wetter warm, beinahe drückend. – Im Bade eine Frau von Laska kennen gelernt, liebenswürdige Dame, superbe Toilette. – Diner im Strandhotel, um fünf Uhr Segelregatta, wahrscheinlich sehr amüsant, – Liederabend eines berühmten Hofopernsängers, – Tanzkränzchen im Nixenklub. – Schade, daß die Cousine nicht dabei sein kann, wirklich schade. Bis morgen also. Gute Besserung.«

Alexa wundert sich nicht wenig, daß so zartaussehende Damen in einem einzigen Nachmittag so viele Vergnügungen »ertragen« können. Und während sie ihren Gedanken nachhängt, klopft draußen vor der Tür Annemarie ihrer Schwester Frieda auf die Schulter. »Weißt du, die reine Vogelscheuche!« Der Daumen fliegt bezeichnend über die Schulter. »Man wird sich kaum mit ihr zeigen können, trotzdem sie eine Baroneß ist. Aber immer noch besser, als wenn sie zu hübsch wäre und unsereinen ausstäche.« Frieda ist vollkommen einverstanden, und mit lustigem Lachen geht es die Treppe hinab.

Nach etwa einer Stunde klopft es wieder an Alexas Schlafzimmer mit solchem Nachdruck, als ob ein alter Haudegen Einlaß begehre. Dann kommt es herein mit langen, wuchtigen Schritten, pflanzt sich vor dem Bette auf und erklärt: »Papa schickt mich, dir guten Tag sagen, und da bin ich. Wie geht es dir?«

»Ruth?« fragt Alexa.

»Na, wer denn sonst?« Die Zwölfjährige ist durchaus kein Muster der Wohlerzogenheit, wie ihre älteren Schwestern. Sie wirft sich auf einen Stuhl, daß derselbe kracht, stemmt die Hände auf ihre Knie, betrachtet ihre Cousine wie etwa im zoologischen Garten eine seltene Schildkröte, und beginnt endlich: »Hm, im allgemeinen habe ich mir die Baronessen anders gedacht, aber im Bette sollen wohl alle Menschen egal sein. Ja! Und Kopfschmerzen hast du? Zu dumm! Ich habe nie Kopfschmerzen,« fügt sie vorwurfsvoll hinzu.

»Das kommt von der Reise,« wagt Alexa sich zu entschuldigen.

Ruth betrachtet sie mit großer Überlegenheit. »Das bißchen Fahren mit der »Cobra« eine Reise? Da solltest du mal erst am Nordkap gewesen sein, wie ich im vorigen Sommer. Und habe doch keine Kopfschmerzen gehabt. Ja!« Sie nimmt ein wenig Kämpferstellung an. »Morgen wird es doch wohl vorbei sein?« fragt sie drohend.

»Ich hoffe es.«

Diese demütige Antwort versöhnt die kriegerische Ruth, und herablassend beginnt sie, allerlei Wichtiges aus ihrem jungen Leben zu erzählen. »Nächstens werde ich Stewardeß auf dem Seehund,« schließt sie, »und du kannst meinetwegen Köchin werden. Er ist damit auch einverstanden.«

»Wer, der Seehund?«

Ruth nimmt die Miene einer beleidigten Königin an. Das muß doch jeder wissen, daß sie ihren jüngeren Bruder Heinrich meint, wenn sie von »ihm« spricht. Und wer oder was der Seehund sei? Nun, natürlich ein Schiff, das sich der Heinrich bauen lasse, wenn er so um Zwanzig herum alt ist, um auf demselben den Nordpol zu entdecken. Das wird ein anderes Schiff als die »Fram« Nansens, hat er gesagt. Die war übrigens nur eine alte Regentonne. Und mit dem Luftballon Andrés war es auch nischt; das hatte Heinrich sofort prophezeit. Aber der Seehund, das war das einzig Richtige. Ohm Peter erfand noch eben eine Schraube oder so etwas, und nun konnte jedes Kind den Nordpol entdecken. Ja!

Zum erstenmal nach langer Zeit lacht Alexa belustigt auf, als die unternehmungslustige Ruth sie verlassen hat. Ihr Kopfschmerz ist im Weichen, ein wohliges Gefühl des Geborgenseins durchströmt sie. Und fast freut sie sich, daß sie heute keinen Besuch mehr zu erwarten hat, nicht einmal Lucie; denn das ganze Haus will das heutige Programm durchkosten: Segelregatta, Liederabend, Tanzkränzchen.

Gegen Abend schlüpft sie in ihre Kleider und verläßt ungesehen das Haus, um an der See noch einen Atemzug der würzigen Salzluft zu tun. Die Straßen sind reich belebt, über der weißen Düne und den langgezogenen Nordseewellen zittert das ruhige Blinkfeuer des Leuchtturms. Der Himmel verdunkelt sich, jedoch noch sind im Westen tiefpurpurne und violette Wolkenbänke auf hellerem Grunde zu erkennen. Ruhig, wie die Brust eines schlafenden Menschen, atmet das Meer, und seine Schaumkronen phosphoreszieren durch die Dämmerung in alabasterner Klarheit.

Lange sitzt Alexa auf einer der Strandtreppen und überdenkt ihr vergangenes Leben und die neue Welt, in welche sie eingetreten ist. O, diese fremden Menschen mit den noch fremderen Ansichten! Wird je das einsame Edelkind des Brechtenhofs Wurzel schlagen in jenem Boden, der in wilder Fruchtbarkeit die Geister der neuen Zeit hervorbringt, wie das üppige Sumpfland ihrer Heimat die vielfarbige Blütenpracht? Ein ängstliches Zagen kommt über sie. Sehnsüchtig fliegt ihr Blick hinaus nach den hellen Punkten des Westens, wo ihr Vater weilt, der letzte der Brechten-Bredau. – Aber nein, er muß tot sein, begraben als Fremdling auf den Riesenkirchhöfen der westlichen Zentralen oder in der brütenden Einsamkeit eines amerikanischen Urwaldes. Wenn er noch lebte, er würde sein einziges Kind nicht verlassen umherirren lassen in der weiten, öden Welt.

Gesenkten Hauptes, mit hochgezogenen Schultern steigt sie die Strandtreppe wieder empor, als schleppe sie eine unsichtbare Last mit sich.

»Guten Abend, Baroneß! Sehr erfreut, Sie wiederzusehen.« Sie zuckt zusammen und merkt erst jetzt, daß sie mitten in den Bereich der Bogenlampen eines der ersten Hotels gelangt ist. Auf der Veranda und dem Vorplatz sitzen die Badegäste an kleinen, runden Tischen, ein weiches Raunen und Summen, das Frau von Laskas Stimme wie eine Messerklinge durchschnitt, ruht über dem Ganzen. Flüchtig grüßt Alexa zurück, während sie eilig weiterhastet; aber noch hört sie die impertinente Stimme eines Herrn: »Donnerwetter, eine Baroneß? Ich hielt sie für eine Bonne oder ein Ladenfräulein.«

Ja, eine neue Welt und neue Menschen! In ihrem Zimmer angelangt, sinkt Alexa Baroneß von Brechten-Bredau todmüde in die Kissen.

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