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Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 8
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
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Psalm der Gemeinsamkeit

Mein und Dein
habt ihr zu Pfeilern gemacht
ruhlos schwankender Welt,
darin mehr Zäune wuchsen
als Gärten,
hütenswert.

Sturm
hat die Welt überfallen,
wühlt sie grundum
und spielt hohnlachend Ball
mit Trümmern.

Schmerz
krümmt sich in Millionen Betten.
Den Fieberschweiß
tupft von seiner wunden Stirn
weißdienende Liebe.

Schau, Seele, hin!

Jedes Fleisch,
zerhauen und zerschossen,
gibt Blut,
und Blut schwemmt alle Zäune fort.

Willst du sie stützen?

Ein Blut,
maßlos heut verschüttet,
rinnt durch den Leib der Welt.

Ein Geist
wird vergoßnem Blut entwachsen.

Schon richtet er,
kein Zäunebauer,
die Säulen auf des Tors,
hoch und weit genug für alle,
einzugehen ins Land,
da der Mensch Freude ist dem Menschen.

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