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Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 7
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
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Psalm der Wandlung

Aufrecht steht Krieg,
lendengegürtet,
und stößt in sein Horn,
daß Berge dröhnen
und Himmel zerbirst
in Trümmer tödlichen Erzes.
Durch Felder stampft er,
verheert des Ölbaums friedliche Frucht,
und Wälder, aufgeflammt in seiner Faust,
leuchten seinem Mahl
aus Blut und vormals blühendem Leben.

Freunde! Brüder!
Wie lang noch,
vom Schluchzen der Mütter umgellt,
tragen wir blutfeuchte Fahnen
durch gelbe Dünen,
über blauglitzerndes Gletscherland,
durch stillgrüne Wälder
und staubgrauen Wüstensand?

Heraus, Freunde, aus verirrter Spur!
Neuen Weg zu finden
um uns und in uns,
hilf, heiliges Licht!
Die Fahne des Menschen
haben wir eingerollt,
da Krieg kam
und seine purpurnen Wimpel wehen ließ.

Sturm in die Herzen,
bis in gewandelter Welt
Geist und Liebe herrschen,
jede Brust
knatternd die Fahne des Menschen entrollt
und junges Licht leuchtend ihr Wappen zeigt:
Taube und Ölzweig!

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