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Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 3
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
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Abkehr vom Krieg

Der die Wage der Welt
in eheren ruhigen Händen hält,
hat dich gewogen, hat dich zu leicht befunden.

Durch viele tausend rote Stunden,
hinüber, herüber, nach oben, nach unten,
hat er das Pendel der Zeit getrieben
und blutige Kurven an den Himmel geschrieben.

Wir lesen ab:
Grab für Grab,
drückende Lasten von Blei und Blut,
Haß, Hunger, Seuche, Rachsucht und Übermut,
das ganze Füllhorn irdischer Qualen.

Ausgelotet sind nun die Schalen,
im Gleichgewicht steht wieder die Wage
wie an dem ersten Weltentage.

Wird unser Schicksal neu gewogen
und springt der Krieg auf die Wage der Welt,
schleudert das Herz in flammendem Bogen
hinter ihm her,
daß der Krieg in die Luft geschnellt,
hart und schwer
aus der friedsamen Erde fällt.

Er soll sein Schwert nicht mehr an unsren Knochen schärfen
und Lasten kneten aus Mensch und Metall,
sie hohnvoll auf die Wage zu werfen.

Wir wollen der Erde neue Gewichte geben,
die Liebe aufrichten aus ihrem tiefsten Fall
und alle künden: Heilig der Mensch und dreimal heilig das Leben!

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