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Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 24
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
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Sturz der Fabriken

Seile von schwarzem Rauch sind aus ihren Essen geflogen.
Mächtige Fäuste griffen sie auf und haben sie straff gezogen.
In einer Wolke von Funken und Dampf, von Lärm und gelber Glut
haben sie zwischen Himmel und Erde schwebend geruht.

Alle Seile zerrissen mit grellem Knall.
Weit tobt der Himmel von ihrem wuchtigen Sturz und Fall.
Erde teilt sich und weicht aus ihrem festen Grund.
Tiefe steigt auf und öffnet den grauen Schlund.

Gras wächst in Höfen und Moos auf Halle und Dach.
Rost stäubt in Wolken und rötet Kante und Fach.
Stille zerdrückt die Räume in ihrem welken Arm.
Firste und Mauern umhuscht ein dunkler Vogelschwarm.

Langsam schluckt sie der Schlund, über eine Nacht
sind die Fabriken der flachen Erde gleich gemacht.
Grüßt der Mensch die Sonne und ihren jüngsten Tag,
klingt in den Gruß aus der Tiefe herauf ein letzter Hammerschlag.

 

Gedruckt bei Oscar Brandstetter in Leipzig

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