Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Karl Bröger >

Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 21
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
Schließen

Navigation:

Hymne an einen Baum

Mein Bruder Baum:
Du faltest fromme Hände
andächtig über raunendes Gelände
und senkst die Stirn demütig in den Raum.

Der Winter flog mit rauhem Schrei
an deinem tiefen Traum vorbei,
den er mit weißen Flügeln streifte.

O, herrliches Gefühl der Kraft,
das wintersüber in uns reifte
und neue, selige Qualen schafft!

Mein Bruder Baum:
wir wollen blühn!
Brich auf, du harte Hülle Zeit!
Aus allen Knospen flutet grün
der Strom lebendiger Ewigkeit.
Wir standen lange schattenlos
und frierend in uns selbst verkrochen.
Nun zeige, Leben, nackt und bloß,
daß Liebe in uns aufgebrochen.

Und soll ein reiner Schatten fallen,
muß Sonne uns zu Häupten stehn.
Herauf, du junger Tag, bestürmt von allen,
die dir geschwellt entgegengehn.

Mein Bruder Baum, du stummer Beter:
Wir tauchen Stirn und Hand in reinen Äther
und werfen unser Jauchzen in den Wind.

Wir sind! Wir sind!

 << Kapitel 20  Kapitel 22 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.