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Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 13
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
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Psalm der Erkennung

Abgetan
sind von meiner Seele
alle Gewänder,
die zum Maskenspiel vor Menschen machen,
was Tanz sein soll
vor Gott und dem Geiste der Welt.

In dein Licht gekleidet,
Sonne,
will ich einhergehn
und meine Brüder suchen,
die in gleicher Tracht wandeln
durch die rote, blutlüsterne Zeit.

Nackt sind wir geboren.
Erst die Zeit hüllt uns in Gewänder
von Sprache, Sitte, Landschaft und Vaterland.

Wirf ab, Herz, alle Tücher
und zeig der Welt
den nackten, schlank aufstrebenden Wuchs.

Grenzt nicht des Menschen Stirn
an blaue Himmelssäume?
Was kriecht der Geist am Boden
und spreizt sich in Kleidern,
die seinen Flug lähmen?

Wirf ab, Herz, wirf ab!
Steh nackt in Sonne
und wähle deine Brüder
nach ihrer Gestalt,
nicht nach ihren Gewändern.

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