Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Karl Bröger >

Flamme

Karl Bröger: Flamme - Kapitel 12
Quellenangabe
typepoem
authorKarl Bröger
titleFlamme
publisherEugen Diederichs
printrunErstes bis drittes Tausend
year1920
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectide350bf61
Schließen

Navigation:

Venus und der Tod

An meinen Tisch zur Nacht
hab ich die Freunde geladen,
die als tote Soldaten
schweben über der Schlacht.

Um der Lampe Schein
drängen sich liebe Schatten,
schlürfen gierig den matten
Schimmer des Lebens ein.

Auf dem Tisch ein Weib
reckt sich in zierlicher Schale.
Alle Liebesmale
schmücken den marmornen Leib.

Einer hebt die Hand
und wie aus einem Munde
lacht die blutleere Runde.
Hohl hallen Decke und Wand.

Lachen schüttert das Haus,
sprudelt in heiligem Schauer,
spaltet Pfosten und Mauer,
schwingt sich zu Sternen hinaus.

Ruhig steht die Gestalt,
lockend die Hand an der Hüfte.
Über alle Grüfte
herrscht der Liebe Gewalt.

Und der tote Kreis
lacht sein brünstiges Lachen,
greift dem Tod in den Rachen.
Liebeskräfte erwachen,
tanzen toll und heiß.

 << Kapitel 11  Kapitel 13 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.