Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Abraham a Sancta Clara >

Fabeln und Parabeln

Abraham a Sancta Clara: Fabeln und Parabeln - Kapitel 30
Quellenangabe
typefable
titleFabeln und Parabeln
authorAbraham a Sancta Clara
year1954
publisherAlbert Langen / Georg Müller Verlag
addressMünchen
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

Löwe, Bauer und dessen Tochter

Es geschieht gar oft in einer Wahl, daß die mersten mit ihren Stimmen auf denjenigen zielen, der ein guter Mann ist, der das Krumme grad sein läßt . . .: ein lammfrommer Columbus, der keine Gall hat, ein Kalender, worin kein trübes Wetter, ein Garten, wo keine Brennessel. Es ist ihm wie jenem Bauern, der eine gar schöne junge Tochter gehabt, daß sich sogar ein Löw darein verliebte und selbige zu heuraten begehrte. Der Bauer erschrak nit wenig ob solchem Anbringen und getraute sich nit, diesem so erschröcklichen Tier, vor dem alle andern erzittern, eine abschlägige Antwort zu geben, verspricht demnach besagtem Löwen die Tochter, jedoch mit dem Beding, daß er sich lasse die Zähn ausbrechen und die Klauen abzwicken, damit die Tochter nit erschrecke. Wie nun der verliebte Löw allem diesem nachgekommen und sich alsdann beim Bauren eingefunden, da hat dieser den geschwächten und waffenlosen Löwen mit Prügeln also empfangen, daß ihm alle Gedanken zu heuraten gänzlich verschwunden.

Manchmal erwählt man einen nur darum, weil er ganz gut ist, weil er keinem weiß die Zahn zu zeigen, weil er laßt mit sich umgehn, wie man will, kein »Ernst«, sondern ein lautrer »Lamm-bert«; darum kommt er zum Brett, weil er keinen weiß abzuhobeln und abzuschmieren.

 


 

 << Kapitel 29  Kapitel 31 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.