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Fabeln und Erzählungen

Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen - Kapitel 116
Quellenangabe
typepoem
booktitleFabeln und Erzählungen
authorChristian Fürchtegott Gellert
year1989
publisherVerlag Werner Dausien
addressHanau
isbn3-7684-4920-3
titleFabeln und Erzählungen
pages3
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1746
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Der Arme und das Glück.

       

Ein armer Mann, versehn zum Graben,
Wollt' itzt ein besser Schicksal haben
Und rief das Glück um Beistand an.
Das Glück erhörte sein Verlangen.
Er fand, indem er grub, zwo starke goldne Stangen;
Allein der ungeschickte Mann
Sah sie für altes Messing an
Und gab für wenig Geld den Reichtum aus den Händen,
Fuhr fort und bat das Glück, doch mehr ihm zuzuwenden.

»O Thor!« rief ihm die Gottheit zu,
»Was quälst du mich, dich zu beglücken?
Wer wäre glücklicher als du,
Wenn du gewußt, dich in dein Glück zu schicken?«


Du wünschest dir mit Angst ein Glück
Und klagst, daß dir noch keins erschienen.
Klag' nicht, es kömmt gewiß ein günst'ger Augenblick;
Allein, bitt' um Verstand, dich seiner zu bedienen,
Denn dieses ist das größte Glück.

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