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Fabeln und Erzählungen

Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen - Kapitel 110
Quellenangabe
typepoem
booktitleFabeln und Erzählungen
authorChristian Fürchtegott Gellert
year1989
publisherVerlag Werner Dausien
addressHanau
isbn3-7684-4920-3
titleFabeln und Erzählungen
pages3
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1746
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Der alte Dichter und der junge Kritikus.

       

Ein Jüngling stritt mit einem Alten
Sehr lebhaft über ein Gedicht.
Der Alte hielt's für schön, der Jüngling aber nicht
Und hatte recht, es nicht für schön zu halten.
Er wies dem Alten Schritt für Schritt
Hier bald das Matte, dort das Leere,
Und dachte nicht, daß der, mit dem er stritt,
Der Autor des Gedichtes wäre.

»Wie«, sprach der Alte ganz erhitzt,
»Sie tadeln Ausdruck und Gedanken?
Mein Herr, Sie sind zu jung, mit einem Mann zu zanken,
Den Fleiß, Geschmack und Alter schützt.
Da man Sie noch im Arm getragen,
Hab' ich der Kunst schon nachgedacht.
Und kurz, was würden Sie wohl sagen,
Wenn ich die Verse selbst gemacht?«

»Ich«, sprach er, »würde, weil Sie fragen,
Ich würde ganz gelassen sagen,
Daß man, Geschmack und Dichtkunst zu entweihn,
Oft nichts mehr braucht, als alt und stolz zu sein.«

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