Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Fabeln aus Afrika

: Fabeln aus Afrika - Kapitel 13
Quellenangabe
titleFabeln aus Afrika
authorVerschiedene Autoren
modified20170815
typefable
Schließen

Navigation:

Die Katze und die Frau

Vor langer, langer Zeit lebte die Katze nicht in den Häusern der Menschen, sondern wild im Busch. Sie fühlte sich aber einsam und dachte, sie wolle sich einem starken und mächtigen Wesen anschließen. Zuerst schloß sie Freundschaft mit dem Hasen und begleitete ihn überall hin.

Eines Tages aber bekam der Hase Streit mit einem Hirsch; dieser kämpfte gegen den Hasen und tötete ihn mit dem Geweih. So zog die Katze mit dem Hirsch weiter. Eines Tages aber sprang aus einem Hinterhalt ein Leopard auf den Hirsch und brachte ihn um. Die Katze gedachte, sich an den Leoparden zu halten; als dieser sich aber an dem Fleisch des Hirschs gütlich tun wollte, erschien ein Löwe und vertrieb den Leoparden mit ein paar Prankenhieben. So lebte die Katze mit dem Löwen zusammen und glaubte, endlich den mächtigsten Begleiter gefunden zu haben. Eines Tages aber stießen Löwe und Katze auf eine Elefantenherde. Die Katze kletterte geschwind auf einen Baum, der Löwe jedoch wurde von den Elefanten zertrampelt. Die Katze dachte: ›Größere und stärkere Tiere als die Elefanten gibt es nicht. Mit ihnen muß ich Freunschaft schließen.‹ Die Katze überlegte noch, wie sie das anstellen sollte, als ein Jäger aus einem Busch heraus einen giftigen Pfeil auf den Elefanten abschoß: Tot sank dieser zu Boden und die restliche Herde raste in panischem Schrecken davon. Die Katze, immer noch auf dem Baum, dachte weiter nach: ›Dieses seltsame zweibeinige Wesen sieht zwar nicht besonders stark aus – aber es hat doch den Elefanten überwunden. Ich muß versuchen, mit diesem Fremdling Freundschaft zu schließen.‹

Also folgte sie, wenn auch in sicherem Abstand, dem Jäger bis zu dessen Haus. Sie wartete schüchtern einstweilen vor dem Haus, als der Jäger hineinging. Bald war aus dem Hause fürchterliches Schreien und Schimpfen zu hören: Die Tür flog auf, und heraus rannte der Jäger, hinter ihm drein die Frau, die ihn mit einer Holzkelle schlug. Da sagte sich die Katze: ›Nun endlich habe ich das stärkste aller Lebewesen gesehen, dasjenige vor dem sich auch jener, der den Elefanten überwunden hat, fürchtet! Mit diesem Wesen will ich zusammenleben!‹ Und ging ins Haus und in die Küche.

 


 

 << Kapitel 12 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.