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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Kapitel 42
Quellenangabe
titleFabeln
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
modified20170815
typefable
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Der Löwe. Die drey Tieger

        Ein Löwe schlummerte. Die Sorge für sein Reich,
Und seiner Völker Ruh, ließ ihn nicht ruhig schlafen;
Er lag, wie auf den Sprung, gefaßt auf jeden Streich,
Die Feinde seines Reichs zu schrekken und zu strafen.

Drey Tieger sahen ihn. Der eine sprach: Seht da!
Das ist der Augenblikk den Feind zu überfallen,
Der uns zu mächtig ist, sein Reich gehört uns allen,
Wir theilens unter uns.
Die andern sagten: Ja!
Errichteten so gleich einmüthig einen Bund,
Beschworen ihn. Der Schwur, so still des ersten Mund
Ihn lispelte, erscholl, in des Monarchen Ohr,
Der lauschete, kaum glaubte, was geschah,
Der zweete Tieger schwur. Was that der Löwe da?
Er riß sich auf, er flog voll Heldenmuth hervor,
Saß auf des dritten Tiegers Nakken
Eh er noch schwur, erwürget' ihn,
Bekam den andern nur mit einer Klau zu pakken,
Der dritte nahm die Flucht, und nennete im Fliehn,
Den Löwen klug, trieb ein Gespötte
Mit dem Verwundeten, der trabend neben her
Oft wiederholete: Wir hätten ihn, wenn er
Den Angriff abgewartet hätte.

 


 

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