Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Fabeln - Kapitel 14
Quellenangabe
titleFabeln
authorJohann Wilhelm Ludwig Gleim
modified20170815
typefable
Schließen

Navigation:

Der Löwe auf der Jagd.

        Der Löwe ging mit seinen Freunden,
Dem Tiger und dem Bär, friedselig auf die Jagd.

»Den«, sprach er, »zählen wir sogleich zu unsern Feinden,
Der wider uns zu seyn die kleinste Miene macht!
Versteht sich übrigens, wir theilen, was wir fangen,
In gleiche Theile!« – Gut! – Es wird ein Hirsch gefangen,
Der Löwe theilt, jedoch nicht Jedem gleich; der Bär
Brummt seine Meinung laut! Der Tiger zeigt von weitem
Dem Theiler seine Klau'n!
                                            Was? habt ihr Lust zu streiten?
Ihr Herr'n, so tretet nur ein wenig näher her!
Man läßt sich nicht zu lange bitten;
Auf Tod und Leben wird gestritten,
Der Theiler wird bezwungen, Spott
Wird laut gesprochen, wird von allen kleinen Thieren
Gesungen öffentlich: »Gerecht, gerecht ist Gott! –
Die ganze Welt wollt' er! Er ganz allein regieren!«
Ei wohl! ihr kleinen Thier', ihr sagt die Wahrheit schön,
Allein der arme Hirsch, den wir gedritttheilt sehn,
Wird der ein edler Hirsch einst wieder seyn und bleiben?

»Die Frage«, sprach der Fuchs, »legt unserm Kanzler vor!
An meinem kleinen Theil', ich meine: Wie wir's treiben,
So geht's!
Und kratze mich zuweilen hinter'm Ohr«.

 


 

 << Kapitel 13  Kapitel 15 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.