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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 98
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Mann und Frau.

                    Ein Mann, in dessen Blute sich
        Die Mücken um die Wette tränkten,
        Und ihm des Nachts so manchen Stich,
        So manche dicke Beule schenkten,
        Schlug in den Aerzten nach, und fand,
Daß das Cypressenholz das Mückenvolk verjage,
        Ob's wahr auch sey? ist nicht die Frage.

Genug! der Alte nahm das Mittel gleich zur Hand,
        Legt' einen grünen Zweig auf's Bette,
Und schlief der Frau darauf so sanft im Arm jetzt ein,
        Als ob er nichts zu fürchten hätte.

Indessen mit der Nacht kam auch die alte Pein,
Der klein' und arge Feind schlug ihm mit seinen Pfeilen
        So viele Wunden, Löcher, Beulen,
        Daß er sich fast nicht ähnlich sah.
Ei, lieber Eheschatz! ist denn kein Mittel da,
Daß man das Mückenpack dir von dem Leibe banne?
        Sprach früh die Frau zu ihrem Manne.

Was, Mücken? sprach der Mann, das sind die Mücken nicht,
Hier liegt Cypressenholz, das hat sie längst vertrieben,
Allein das ist Geschwulst, die aus dem Innern bricht,
So sprach der Mann, und war dabei geblieben.

* * *

            Was sich ein Narr in Kopf gesetzt,
Das hält, wie eine Schrift, die man in Marmor ätzt.
Ich glaube, saget er, was große Männer sagen,
So lehret ein Cujaz, ein Gerhard, ein Cornar,
Und ein Cartesius: deßwegen ist es wahr,
    Ich lasse mich dabei erschlagen.
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