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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 94
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Löwe und der Ziegenbock.

            Der Löwe war nicht aufgeräumt,
Und hatt' ihm nicht vom Alp geträumt,
So war ihm sonst was widerfahren;
Der Fuchs und Bär verkrochen sich,
Weil sie dabei gemeiniglich
Des Lebens wenig sicher waren.

    Es hörte damals ganz allein
Der Geißbock, ohne sich zu scheu'n,
Den Löwen poltern, schmälen, wittern.
Trotz manchem Fluch, er mußte d'ran,
Und sollte stracks vor seinem Zahn
Der Wald und alle Thiere zittern.

    Nachdem er sich recht satt geflucht,
Wandt' er jetzt seine Donnerstimme
Zum Bock, und fragt' im halben Grimme,
Weßwegen er ihn jetzt besucht?

    Der arme Geißbock war zur Stunde
Mit einer guten Antwort da,
Sie hatte Noth und Recht zum Grunde;
Doch da hieraus der Wüthrich sah,
Daß dieses nichts verfangen wollte,
So sprang er gählings auf ihn zu,
Und schrie, als ob er bersten sollte:
Du Bösewicht, du Bube, du!
Wie hast du dir das Herz genommen,
Mit einem Bart zu uns zu kommen,
Da du schon längst berichtet bist,
Daß uns ein Bart zuwider ist?
O himmelschreiendes Verbrechen!
So große Bosheit muß ich rächen.
Was? einen Bart? das ist zu viel!
Der Tod des Bocks beschloß das Spiel.

* * *

            Der Narren Zorn entbrennt noch mehr,
Wenn er nichts hat, ihn anzublasen.
Und blos darüber raset er,
Daß er nicht Ursach' hat, zu rasen.
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