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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 90
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Charon und Merkur.

            Der Fährmann jener Unterwelt,
Herr Charon, war sehr reich; in vier-, fünftausend Jahren
    Kann sich ein Fährmann viel ersparen,
Zumal ein Wirth, wie er, der kein Gesinde hält,
Der weder ißt, noch trinkt, nicht in die Schenke gehet,
Und keinen Rock gebraucht, seit er im Amte stehet.

    Es faßte Charon den Entschluß,
Sich in Elysium ein Grundstück anzukaufen,
    Wozu gut Geld man haben muß;
Hingegen war sein Sold in Kupfer eingelaufen.

Einst, als er auf dem Styx nach frischen Seelen fuhr,
    Wandt' er sogleich sich zu Merkur,
Und bat ihn, einen Theil von seinen großen Schätzen
Auf uns'rer Oberwelt in Silber umzusetzen.
    Der Gott des Handels und der Diebe
    That es dem Charon auch zu Liebe,
Er nahm den Plunder an und wandte seinen Flug
Nach Deutschlands Grenzen hin, woselbst er einst bei Nachte
Den Scheidemünzenwust in die Gewölber trug,
Und lauter Silbergeld dafür dem Charon brachte.

Seit dieser schlimmen Nacht hat sich das Kupfergeld
    Zu Millionen eingefunden,
    Die Drittel aber sind verschwunden,
    Und wuchern in der Unterwelt.

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