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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 85
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Fuchs und der Marder.

            Ein Fuchs, der manches Huhn den Bauern abgenommen,
    Ließ Nachbar Mardern zu sich kommen.
    Freund! hob er an, ich bin betagt,
    Und, wie Du siehst, nicht weiter tüchtig
Den Hühnern nachzugehn; mein Fuß ist zwar noch flüchtig,
    Allein der Schnupfen, der mich plagt,
Benimmt mir alle Kraft, das Wildpret aufzuspüren,
    Deswegen könntest Du mich führen;
    Es mangelt Dir nicht an der Spur.
Zu dienen! sprach der Freund, mein Herr befehle nur,
    Vor mir mag sich kein Raub verkriechen,
    Ich kann ihn auf die Meile riechen,
    Es sey Huhn, Tauber, oder Hahn.
Indessen sah der Fuchs des Führers Rüssel an,
    Und sieh', es guckt auf allen Seiten
    Das Zahnfleisch durch die Schnauze vor.
    Was ist das? sprach der Fuchs, der schon den Muth verlor;
Ach, nichts, versetzte der. Wie? gar nichts? Kleinigkeiten,
Doch aber? Je, mein Herr! sing Nachbar Marder an,
    Der Dorfhund Greif hat es gethan,
    Der Bube hat mich so gebissen,
    Und mir das Maul mit aufgerissen.
O! seufzte Reinecke, wenn diesem also ist,
    So werd' ich keine Feder rupfen;
    Dir fehlt die Nas', ich schwimm' im Schnupfen.

* * *

    Wer Schwache leiten will, der sey
Von ihrer Schwachheit selber frei.
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