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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 84
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Flinte und der Hase.

            Ein Jäger schlief im Haferschwaden,
Und stützte sich auf seine Hand,
Sein Rohr, mit grobem Schrot geladen,
Lag ihm zu Füßen aufgespannt.
Ihn sah und floh ein blöder Hase,
Der doch die Furcht bald fallen ließ,
Und näher kam und mit der Nase
An die gelad'ne Flinte stieß.

    Verwegner! geh', hob hier die Flinten
Mit drohenden Geberden an,
Wie? weißt du nicht, daß ich von hinten
Dich nach der Hölle schicken kann?
Vor meinem Blitz erschrickt der Tiger,
Der Löwe, Bär, das Schwein und Rind,
Die Alle muthiger und klüger,
Als ein verzagter Hase sind.

    Mein Freund! Du irrst in Deinem Satze,
Warf ihm der Langohr lachend ein,
Vor Deinem Droh'n läuft keine Katze,
Dein Herr ist's, den wir Alle scheu'n,
So lange dessen Augen wachen,
So fürchtet Dich auch jedes Thier;
Allein, wenn sie sich dunkel machen,
Dann hat es keine Noth allhier.

* * *

    Was hilft Gesetz, was helfen Strafen,
Wenn Obrigkeit und Fürsten schlafen?
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