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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 83
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Hirsche.

              Es ging ein starker Hirsch, der sein Gehörne nur
    Vor kurzem abgesetzt, auf Wermsdorf's fetter Flur,
    Mit seinen Weibern, Kindern, Vettern,
Und kam zu einer Saat; allein, wie stutzt die Schaar,
Da zwischen Wald und Saat ein Sumpf vorhanden war,
Voll von geschmolznem Schnee und dürren Birkenblättern.
Ihr Kinder! sprach der Hirsch, folgt mir nur Schritt vor Schritt,
    Sonst werdet Ihr Euch sehr bespritzen.
D'rauf ging er durch den Pfuhl, die Kleinen liefen mit,
    Und kamen glücklich aus der Pfützen.
    Jedoch so rein lief es nicht ab,
    Daher es viel zu spotten gab.
    Ein Schmalthier, das zurück geblieben,
Rief ihnen hämisch nach und sprach: Ihr Herr'n, mit Gunst,
    In Koth zu gehn ist keine Kunst.
Ihr seyd ja voller Schmutz, und glänzet gleich den Sauen,
    Seht her, ihr sollt was Andres schauen;
    D'rauf that der Spötter einen Sprung,
Daß Alles um ihn pfiff; allein, wie ging's dem Thoren,
    Meint Ihr, daß ihm der Satz gelung?
    Er fiel in Schlamm bis an die Ohren.

* * *

    Jeder prüfe seine Stärke.
Eh' Du Andre höhnest, merke:
Ob du nicht dem Orte nahst,
Wo du Jene straucheln sahst.
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