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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 81
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Viertes Buch.

        In Fabeln spricht das Meer, die Elemente hören,
Der harte Fels gebiert, die Thier' und Vögel lehren,
    Es reden Baum und Stein, der Wurm, die Fliege spricht,
    Und jedes Wesen gibt uns Lehr' und Unterricht;
Die Wahrheit wird zum Traum, man siehet Drachen fliegen,
Ein ganzes Kranichheer mit den Pygmäen kriegen;
    Hier gilt, was Menschenwitz von einer andern Welt
    Nur jemals im Gehirn sich möglich vorgestellt.
Glaubt nicht, als ob der Zweck nur das Vergnügen wäre;
Der Fabelzucker deckt oft eine bittre Lehre.
    Der Leser sieht das Bild, er lacht des Fuchses List,
    Merkt aber schamroth oft, daß er getroffen ist.
Die Fabel, die nicht lehrt, kehrt sich in leere Dünste,
Und füllt das Haupt mit Rauch; das sind der Perser Künste.
    So träumt ein wilder Kopf, erhitzt vom Sonnenbrand,
    Der, wo er nur hin sah, Gespenst und Riesen fand.
Aesop, der häßlichste von Xantus Sudelknechten,
Lehrt in zwei Stunden mehr, als sie in tausend Nächten,
    Und Reinecke der Fuchs gibt, wie ein Morhof sprach, ^
    Dem göttlichen Homer an Weisheit wenig nach.
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