Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 66
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Der Quell der Jugend.

            Man sagt, daß einst ein Quell entsprang,
Wo? will ich sagen, wenn ich's finde,
Genug, wer aus dem Brunnen trank,
Der wurde wiederum zum Kinde.
Was kriechen konnte, zog dahin,
Manch altes Weibchen kam am Stabe,
Und manch mit Reif bedecktes Kinn
Erschien daselbst und ward ein Knabe.
Die Greise stürmten fast den Ort,
Sie hatten stets den Quell umringet,
Und ritten, wenn sie sich verjünget,
Auf Steckenpferden kindisch fort.

    Viel Tausend' wurden wieder jung,
Bis das Verhängniß, eh' man's dachte,
In einer Erderschütterung
Den ganzen Brunnen trocken machte.
Der Quell war hin, als man vernahm,
Daß doch die Kraft des Quells von Allen,
Die ihn besucht, eh' er verfallen,
Auf ihre Leibeserben kam.
Zwar sie behielten die Gestalt,
Die Runzeln blieben an der Stirne,
Sie wurden kindisch am Gehirne,
Und ihre Leiber blieben alt.

    D'rum, wenn ein Alter spielt und flucht,
Verliebt ist, oder andre Ränke
Der Jugend unternimmt, so denke:
Sein Ahnherr hat den Quell besucht.

 << Kapitel 65  Kapitel 67 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.