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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 62
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Don Quixotte und Sancho Pansa.

            Versehn mit Harnisch, Helm und Speer,
Kam einst von Montiels Gefilde
Der Held von Mancha muthig her,
Sein Sancho folgte mit dem Schilde.

    Welch Abenteuer steht bevor,
Und bringt ihm neue Lorbeerreiser?
Ist's eine Windmühl'? Ist's ein Mohr?
Ein Eseltreiber, oder Kaiser?

    Sie ritten lange hin und her,
Eh' sie ein Abenteuer hatten,
Doch endlich sah von ungefähr
Der Ritter seinen eignen Schatten.

    Mein Sohn, rief er, hier ist Gefahr,
Sieh einmal nach der linken Seite:
Wie, Sancho, wirst Du nicht gewahr,
Daß neben mir ein Geist hier reite?

    Er stieg vom Roß, der Schatten auch,
Er zieht das Schwert, der Geist desgleichen,
Er haut und sticht auf Kopf und Bauch,
Der Geist vergilt ihm Streich mit Streichen.

    Er balgte sich noch lange Zeit,
Bald wich der Geist, bald kam er wieder,
Der Abend endigte den Streit,
Der Sieger setzt sich müde nieder.

    Herr, fragte Sancho, ist er todt,
So kommt, daß wir den Rumpf begraben?
Thor! sprach der Ritter, und ward roth,
Wer sagt, daß Schatten Leiber haben?

    Ein Schatten? sagte Sancho, gut!
Mit Schatten habt Ihr Euch geschlagen?

* * *

    Wer eine Thorheit wissend thut,
Was soll man von dem Manne sagen?
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