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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 54
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Sokrates und der Wittwer.

            Das frömmste Herz, der schönste Leib,
Das inniglich geliebte Weib,
Wird ihres jungen Mannes Küssen
Durch einen frühen Tod entrissen.
Untröstlich über den Verlust
Zückt er den Dolch auf seine Brust.
Gehindert von getreuen Händen,
Zerstößt er sich die Stirn an Wänden.
Kaum zähmen Bande seine Wuth,
Daß er sich nichts zu Leide thut.
Auf Bitte wird er losgebunden,
Allein, vom Schmerz ganz überwunden,
Sah man zum Sokrates ihn gehn,
Um seinen Rath sich zu erstehn.

    Ach! sprach er, Weisester auf Erden,
Kann meiner Noth geholfen werden?
Ich soll nicht sterben, da das Licht
Mir dennoch tausend Geißeln flicht.

    Der Weise schlug die Augen nieder;
Kommt, sagt' er, nach acht Monden wieder.
Ja! nach acht Monden, welche Zeit!
Da hatt' er wiederum gefreit.

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