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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 38
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Vogel Platea und die Reiger.

            Der Vogel Platea, nach Andern Pelikan,
Nach Andern Löffelgans, (das Thier hat viele Namen,)
        Griff einst zwei volle Reiger an,
        Die aus dem nächsten Wasser kamen,
Und jagte diesen Herr'n die Fische wieder ab,
        Die sie im Teiche weggefangen,
Und strafte sie dabei, daß sie den Raub begangen,
        Da denn ein Wort das andre gab.

        O, rief ein Reiger, das ist schnöde,
        Wir fangen uns're Kost mit Müh',
        Ein fauler Schlemmer speiset sie.
Hier fiel der Platea ihm trotzig in die Rede:
        Wie? du begehrst noch ungescheut
        Gestohlne Sachen zu behalten?
        Eh' soll man euch die Köpfe spalten;
        Es lebe die Gerechtigkeit!
Es ward der Raub hierauf von ihm sofort verzehret.

* * *

            Dergleichen Vogel wohnt noch jetzt in mancher Stadt,
Der ebenfalls, wie der, verschied'ne Namen hat,
Und die Gerechtigkeit zu seinem Vortheil ehret;
        Man klagt darüber hier und da,
        Wer zweifelt, frage nur die Leute,
Er straft die Dieberei, und nährt sich von der Beute,
        Als wie der Vogel Platea.
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