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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 34
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Bäcker und die Maus.

            Ein Mäuschen, das an einer Semmel
In eines Bäckers Laden fraß,
Versah's und nahte sich dem Schemmel,
Darauf der Meister lauschend saß.

    Und sieh'! da hatt' er sie bei'm Felle.
So, so! Herr Mausekopf, rief er,
Bist du mein Dieb? wohlan, Geselle,
Holt unsern schwarzen Kater her.

    Ich? sprach die Maus, ein Dieb? das wäre
Ein Schimpf für mich und mein Geschlecht!
Gott Lob, ich halte noch auf Ehre;
Beleidigt nicht das Völkerrecht!

    Ich bin ein Fremder, lieber Bäcker;
Was Völkerrecht! warf dieser ein,
Du hast den Tod verdient, du Lecker,
Du magst Frank oder Schwabe seyn.

    Wie? sprach die Maus, wenn ich euch sage, –
Und was? – was hier geschehen ist.
Der Knecht hat – Rede! – dieser Tage
Dein Weib – was hat er sie? – geküßt.

    Der Bäcker geht dem Knecht zu Leibe,
Er schäumt, er flucht, der Knecht erschrickt,
Die Maus entwischt, Gott helf' dem Weibe.

* * *

Wer leicht sich zürnt, wird leicht berückt.

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