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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 31
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Adler und der Schmetterling.

            Ein Sonnenadler, den sein Flug
    Bis an die höchsten Wolken trug,
    Ward durch den Wald von tausend Zungen
    Als aller Vögel Fürst besungen.
    Lob zeugt den Neid. Ein Schmetterling,
    Ein kleines, aber stolzes Ding,
Vermaß sich ohne Scheu, dem Adler gleich zu fliegen,
    Wo nicht, ihm dennoch obzusiegen.

        Der Adler nahm den Wettstreit an,
    Als man ihm solches kund gethan,
    Und ließ dem Molkendiebe sagen,
    Es morgen früh mit ihm zu wagen.
    Der Adler war schon lange da,
Eh' sein Bestreiter kam, der auf der kurzen Reise
Auf manches Blümchen flog, und da und dorthin sah,
    Nach aller Schmetterlinge Weise.
    So kam er an, und gleich darauf
Erhob der Adler sich zu den sapphirnen Höhen,
Der kleine Harlekin rafft sich nun gleichfalls auf,
    Und läßt die bunten Flügel gehen.
Allein er war nicht weit, als schon ein Wirbel kam,
    Der ihn vor aller Augen nahm,
    Und rücklings mit herunter brachte:
    Es war kein Vogel, der nicht lachte.

* * *

        Ihr kleinen Dichter, merkt's, und wagt euch nicht zu viel,
    Gebietet eurer Eigenliebe;
    Sonst geht's euch, wie dem Molkendiebe:
    Aus einem Bav wird kein Virgil.
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