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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 22
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Diamant und der Bergkrystall.

              Ein heller Bergkrystall, und roher Diamant,
    Die ein verfolgter Dieb verloren,
    Geriethen auf ein Häufchen Sand,
Und warteten, für wen das Schicksal sie erkoren.

Der Demant war getrost: Ich denke, sprach er, hier
    Gewiß nicht allzu alt zu werden;
    Ich habe meinen Werth in mir,
Der Erste, der mich sieht, entrafft mich von der Erden.

Ja, sagte der Krystall, den Werth räum' ich dir ein,
    Allein dabei befürcht' ich immer,
    Du werdest Niemand sichtbar seyn,
Denn, unter uns gered't, es fehlt dir noch der Schimmer.

Jetzt fiel der Bergkrystall schon Einem in's Gesicht,
    Der ihn mit Sorgfalt zu sich steckte,
    Den guten Demant sah er nicht,
    Den kurz darauf der Sand bedeckte.

* * *

    Der Weltmann steigt empor, und der Pedant bleibt sitzen;
Denn Sitten können mehr als die Gelahrtheit nützen.
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