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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 20
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Riese und der Zwerg.

            Es traf auf seinem Gange
Ein Ries' ein Zwerglein an,
Und sprach: ich suchte lange
So was für meinen Zahn.

    Dies ist ein seltner Bissen,
Der Lust zum Trunk erweckt,
Und der, auf mein Gewissen,
Auch ohne Tunke schmeckt.

    Herr! sagte hier der Kleine,
Ich bin in deiner Hand,
Was hilft's mir, wenn ich weine?
Wer thut dir Widerstand?

    Doch eh' ich armer Knabe
Dein Abendessen sey,
So stelle mir zur Gabe
Nur eine Bitte frei,

    Und schwör', sie zu erfüllen.
Er schwört, der Kleine spricht:
So höre meinen Willen,
Ich bitte, friß mich nicht!

    Der Zwerg ging schon zurücke,
Und eilte durch das Land,
Als er an dem Genicke
Des Riesen Faust empfand.

    Ach! schrie er, Wald und Wiese,
Ihr Zeugen meiner Noth,
Hier schwur mir dieser Riese,
Hier gibt er mir den Tod.

    Der Ries', ein schlimmer Spötter,
Sprach: Das bin ich gewohnt;
Der fürchtet keine Götter,
Der keinen Menschen schont.

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