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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 16
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Löwe und der Wolf.

            Am Fuß der wüsten Parther-Felder
Schlug König Löw' und Meister Bär
Den Richtstuhl auf; das Volk der Wälder
Stand nach der Ordnung um sie her.

    Die Kuh erschien zuerst, und klagte
Der Thiere strengem Oberhaupt,
Ihr Kind, das Kalb, hab', eh' es tagte,
Ein unbekannter Dieb geraubt.

    Der Löwe sah umher, zu hören,
Wem sonst davon was wissend sey.
Ich, sprach der Wolf, kann heilig schwören,
Herr König, ich war nicht dabei.

    Und wer verklagt dich? sprach der König;
Verleumder, fiel ihm Jener ein;
Ich bin jetzt krank, und esse wenig,
Und kann es nicht gewesen seyn.

    Schweig'! rief der Löwe, das Gewissen
Läßt einen Buben nirgends ruhn;
Du hast der Kuh ihr Kalb zerrissen,
Der Bär soll dir desgleichen thun.

    So starb der Wolf, und wie man saget,
Verrieth sein Bauch, was er gethan.
Wer sich entschuldigt, eh' man klaget,
Der gibt sich selbst zum Thäter an.

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