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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 13
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Roßkäfer.

            Im innern Theil des Fabelreichs,
Wohin, kraft ewigen Vergleichs,
Nur Dichteraugen sich erstrecken,
Liegt eine trefflich große Stadt,
Die Käfer zu Besitzern hat,
Die sie wie schwarze Wolken decken.

    Hier war, wo ich nicht irrig bin,
Vor Zeiten eine Käferin.
Das Wort scheint neu; doch dort ist Käfer
Und Käferin so sehr gemein,
Als etwa Schäferin und Schäfer
Auf dem Parnaß gewöhnlich seyn.

    Rubin und Gold wich ihrem Spiegel,
Der Pfauen Pracht dem bunten Flügel,
Das Sittiggrün der schönen Brust;
Die Käfer sahen sie mit Lust.
Vor andern Einer, schwarz vom Leibe,
Begehrte sie für sich zum Weibe,

    Der letzte Zweig von seinem Stamm;
Er führte, sagt man, einen Rappen
In seinem angebornen Wappen,
Ein sehr verliebter Bräutigam.

    Was half's? Das allzu spröde Kind
War taub, und ließ sich nicht erbitten,
Sie hielt der Maienkäfer Sitten,
Die Feinde von den Schwarzen sind.

    Sie sprach: hör' auf, mir liebzukosen,
Dich reizt ein Stall, ich liebe Rosen,
Ich suche Gärten, Du das Feld;
Du wirst mir nimmer beigesellt.

    Verschiedner Sinn, ungleiche Triebe,
Lust, Unlust, gatten sich nicht fein;
Wenn Du verabscheust, was ich liebe,
So wollen wir geschieden seyn.

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