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Magnus Gottfried Lichtwer: Fabeln - Kapitel 110
Quellenangabe
typefable
booktitleLichtwer's Fabeln
authorMagnus Gottfried Lichtwer
year1842
firstpub1748
publisherBibliographisches Institut
addressHildburghausen und Amsterdam
titleFabeln
pages188
created20110426
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Schwalbe und der Sperling.

              Die Schwalbe sann, nach alter Weise,
Im späten Herbst auf ihre Reise.
Ein Sperling sprach: Das thut mir leid,
Daß wir Dich jetzt verlieren müssen,
Indessen möcht' ich dennoch wissen,
Wo Ihr des Winters über seyd?

    Freund! war die Antwort, Deine Frage
Ist kühn, doch höre, was ich sage:
Kaum ist der Winter vor der Thür,
So sterben wir, und unsre LeichenDie Schwalben liegen des Winters in Klumpen über einander in den Seen und Teichen, und in den hohlen Bäumen.
Ruh'n in den Bäumen, in den Teichen,
Und mit dem Lenz erwachen wir.

    So soll ich denn nach wenig Tagen,
Versetzt' er, Deinen Tod beklagen?
Armselige! Du stirbst zu früh,
Denn für die Hoffnung, aufzuleben,
Möcht' ich nicht eine Mücke geben,
Nein! wieder aufstehn wirst Du nie.

    Wohl! sagte sie, jetzt muß ich schweigen,
Der Frühling soll Dich überzeugen,
Allein, da war der Spatz nicht mehr.
O, möchte dies dich, Freigeist, rühren,
Der Tag kommt, dich zu überführen,
Allein zu spät, das fürcht' ich sehr.

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