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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 69
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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68. Das Begräbnis

Wenn man am Nil begrub und hatte Geld genug,
so ließ man Klageweiber dingen,
die heulend hinterm Sarge gingen.
Bei einem prächtig-schönen Leichenzug,
gab eine solche Schar mit Jammern
dem Toten das Geleit
aus diesem kurzen Leben zu den Kammern,
die steter Ruhe sind geweiht.
Ein Fremder sieht's; denkt, daß vor Herzenskummer
die Anverwandten schrein,
und spricht: »Wenn man aus seinem Schlummer
den Toten weckte, würd' es euch nicht freun?
Ich bin ein Magus und kann das bewirken
durch Formeln aus den heimischen Bezirken;
in kurzer Zeit weck' ich den Toten auf.« –
»Wohl, Vater«, rufen sie, »laß deiner Kunst den Lauf.
Um eins nur bitten wir recht sehr,
daß nach fünf Tagen
er tot auch wieder wär'!
Daß lebend er genützt, wir wüßten's nicht zu sagen,
auch würd's ihm künftig kaum gelingen;
doch stirbt er, wird zu seiner Ehr'
man sicher uns zum Heulen wieder dingen.«

Wie viele Große gibt's, die erst durchs Sterben
sich irgendein Verdienst erwerben!

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