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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 61
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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60. Der Elefant in Gnaden

Einst kam beim Leu der Elefant in Gnaden.
Im Nu erfuhr's der ganze Wald,
und, wie's so geht, man fragt alsbald,
wodurch der Elefant wohl Gunst auf sich geladen.
Er ist nicht schön, er ist auch nicht pläsierlich,
und seine Haltung keineswegs manierlich –
so heißt es in der Tiere Schar.
»Ja«, sagt der Fuchs und rümpft die Nase,
»hätt' er den buschigen Schwanz, dann zwar
könnt' ich's begreifen.« – »Oder auch, Frau Base«,
versetzt der Bär, »wenn er durch gute Tatzen
sich Gunst errang,
so wär' nicht viel davon zu schwatzen –
doch Tatzen hat er nicht, ihr wißt es lang.« –
»Da ist es wohl der Hauer Zier«,
so fällt hier ein der Stier,
»was ihm hat Gunst erweckt,
man nahm sie gar für Hörner schier.« –
»Ihr wißt es also nicht«,
so schreit der Esel jetzt, die Ohren hoch gereckt,
»was ihm verlieh so viel Gewicht,
daß ihn der Herrscher nahm in Eid und Pflicht?
Nichts weiter, soviel ist mir klar,
als nur sein langes Ohrenpaar.«

Nicht selten rühmen wir, was andre haben,
um uns zu brüsten mit den eignen Gaben.

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