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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 29
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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28. Der Elefant als Gouverneur

Hat einer Macht auch und Gewicht,
wenn's ihm an Mutterwitz gebricht,
so hilft ein gutes Herz allein ihm nicht.

Ein Elefant ward Gouverneur im Walde.
Die Elefanten sind ein klug Geschlecht –
doch nicht ein jedes Kind gerät auch recht.
So war auch unser Elefant-Alkalde
beleibt wie seine Anverwandten,
doch simpel, wie sonst nicht die Elefanten.
Indes kränkt wissentlich er keine Mücke.
Da liest der Wackere einmal
der Schafe Klagschrift wider Wolfestücke.
»Wir leiden«, hieß es da, »gar große Qual,
man schindet uns, bist du's, der das befahl?«
»Ihr Schurken«, schreit den Wölfen zu der
Gouverneur,
»wer hat zu solchem Raube euch berechtigt?«
Die Wölfe drauf: »Herr, gib auch uns Gehör!
Hast du nicht selber uns ermächtigt,
zu Winterpelzen leichten Schoß zu nehmen?
Wir finden ihr Geschrei erzdumm,
sie sollten sich doch schämen!
Auf jedes Schaf ein Fell nur um und um,
auch diese Kleinigkeit
tut ihnen leid!« –
»Nun ja«, versetzt der Elefant, »das ist es,
ich leide Unbill nicht, von wem es sei,
ein Fell steht allerdings euch frei,
doch nicht ein Härchen drüber, wißt es!«

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