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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 18
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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17. Das Faß

Ein Freund kam einst zum andern eilig
und bat ihn um ein Faß nur auf drei Tage.
Dem Freund gefällig sein, ist heilig –
das ist ja keine Frage.
Wo es um Geld sich handelt freilich,
hört meist die Freundschaft auf, und man sagt nein.
Allein ein Faß? Warum ein Faß nicht leihn?
Man bringt das Faß zu rechter Zeit zurück,
und dienen soll's, wie sonst, zum Wasserführen.
So weit wär' alles gut, doch o welch Mißgeschick,
es ist gar sehr zu spüren,
daß drin gelagert hatte Branntewein.
Der war so eingezogen in das Faß,
daß alles, was man mit dem Wasser braut,
nach Branntwein schmeckte, Bier wie Kwas,
nach Branntwein schmeckte selbst das Sauerkraut.
Der Eigner denkt: ›Ich mach' es doch noch rein‹,
und müht sich lange damit unverdrossen;
er scheuert's, räuchert's aus, stellt's an die Luft –
doch sowie Wasser wird hineingegossen,
nimmt dieses an den Branntweinduft.
Das Faß wird endlich ausgeschossen.

Laßt, Väter, diese Fabel euch empfohlen sein.
Man muß in frühen Jahren
vor schlechten Einflüssen die Kinder wahren.
Zog einmal Gift in ihre Seele ein,
wird man es immerdar in ihrem Handeln spüren,
wie sehr sie sich mit Redensarten zieren.

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