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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 101
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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100. Der Magnat

In grauer Vorzeit ward einst ein Magnat
von seinen weichen Kissen
in jenes Reich, wo Pluto herrscht, gerissen.
Ihn führt alsbald der düstre Pfad
hin vor das ernste Richtertribunal.
Man fragt: »Was warst du? Wo kamst du zur Welt?« –
»Ein Perser war ich, und aus der Satrapen Zahl,
doch war's mit der Gesundheit schlecht bestellt.
Im Lande hab' ich drum nicht selbst gewaltet,
es hat für mich mein Sekretär geschaltet.« –
»Was tatst denn du?« – »Ich aß und trank und schlief
und unterzeichnete, wie's nach der Reihe lief.« –
»Nur ins Elysium!« – »Wie? Was? Ist das Justiz?«
rief hier Merkur recht grob und spitz. –
»Mein Lieber«, sagt ihm Äakus,
»das macht dir ohne Grund Verdruß.
Siehst du denn nicht? Der Sel'ge war ein Tropf,
wenn er bei seiner Macht
gehandelt hätt' aus eignem Kopf,
ins Elend hätt' er die Provinz gebracht,
und Tränen flössen ungezählet.
Nein, just darum
kommt dieser ins Elysium,
weil mit Geschäften er sich nie gequälet.«

Ich sah 'nen Richter jüngst in Themis' Heiligtum –
der kommt gewiß dereinst auch ins Elysium.

 

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