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Iwan Andrejewitsch Krylow: Fabeln - Kapitel 100
Quellenangabe
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typelegend
authorIwan Andrejewitsch Krylow
titleFabeln
publisherVerlag Philipp Reclam jun. Leipzig
seriesReclams Universal-Bibliothek
volumeBand 143
printrun5. Auflage
year1976
firstpub1874
translatorFerdinand Löwe
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100318
modified20170607
projectidb7f4ecb8
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99. Der Kuckuck und der Hahn

»Wie singst du lieber Hahn, doch hell und mächtig!« –
»Und dein Lied, Kuckuck, ist so voll und klar,
und so gehalten – nun fürwahr,
kein Vogel singt im Wald so prächtig.« –
»Dir zuzuhören, Hahn, würd' ich nie müde!« –
»Doch wenn du, Liebster, schweigst,
so ist's, als hätt' ich nimmer Friede,
bis deine Kunst aufs neu du zeigst.
Dein süßes Stimmchen labt so sehr,
es ist so rein, so zart, von solcher Höhe!
So was ist angeboren, wie ich sehe,
drum fällt es euch auch gar nicht schwer.
Klein seid ihr von Gestalt, allein im Singen
dürft kecklich mit der Nachtigall ihr ringen.« –
»Bedanke mich, doch sag' ich auf Gewissen
und rufe auf zu Zeugen alle Welt,
man möchte deinen Sang nicht missen,
weil er . . .« Da flog ein Sperling übers Feld;
der sprach:
»Mögt ihr euch loben gegenseitig,
den ganzen Tag,
bis heiser ihr geworden, und noch länger,
so ist doch dies unstreitig:
Ihr beide seid ganz miserable Sänger.«
Weswegen rühmt denn unbedenklich
der Kuckuck wohl den Hahn?
Deswegen, weil so überschwenglich
der Hahn auch rühmt den Kuckuck Lobesan.

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