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Edward Bulwer-Lytton: Eugen Aram - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Lytton Bulwer
titleEugen Aram
publisherHalle a. d. S. Druck und Verlag von Otto Hendel
translatorFriedrich Notter
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectide45e0e22
created20070313
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Vorrede

Beinahe zwei Jahre sind verflossen, teurer Leser, seit ich zuletzt in Paul Clifford, und etwas über vier Jahre, seit ich zuerst im Pelham dich in meiner gegenwärtigen Eigenschaft anredete. Die Erzählung, welche ich dir jetzt vorlege, unterscheidet sich in gleichem Maße vom letzten wie vom ersten dieser Werke, denn unter zwei Übeln ist es vielleicht immer noch besser, deine Erwartungen in einer neuen Art zu täuschen, als dich mit einer alten zu ermüden. Hinsichtlich der Thatsachen, auf welche die Erzählung von Eugen Aram gegründet ist, habe ich mir die gewöhnliche, allgemein gestattete Freiheit poetischer Schriftsteller genommen; es sind hauptsächlich die mehr prosaischen Bestandteile der wirklichen Geschichte, die abgeändert wurden, und für alles, was ich hinzusetzte oder wegließ, kann ich mich auf das Beispiel anerkannter Autoritäten berufen, welche mit noch neueren und dazu weit mehr unter dem Schutz historischer Erinnerung stehenden Charakteren sich größere Freiheiten erlaubt haben. Das Buch ward zum größeren Teil im Anfang dieses Jahres niedergeschrieben, wo das Interesse des Verfassers an seinem Unternehmen durch keine anderen bedeutend auf ihn einwirkenden Gegenstände geteilt wurde, und er Muße genug hatte, nicht nur zu sein: nescio quid meditans nugarum, sondern auch: totus in illis.

Ursprünglich ging meine Absicht dahin, die Geschichte Eugen Arams für die Bühne zu bearbeiten. Ich gab diesen Plan wieder auf, nachdem er über die Hälfte vollendet war, der Wunsch aber blieb mir, gegenwärtigem Roman etwas von der Natur der Tragödie, von ihren leichter übertragbaren Eigenschaften, mitzuteilen. Genug davon! nicht nach den Wünschen, nach den Werken des Verfassers wird die Welt über ihn urteilen. Vielleicht magst du denn, lieber Leser – damit schließe ich – in der dumpfen Einförmigkeit unserer öffentlichen Geschäfte und während der jetzigen langen Winterabende, wo wir ums Kaminfeuer uns sammeln, und, vorbereitet auf die Erzählungen des Gevatters, uns mit Genuß der Furcht überlassen und an alte Sagen glauben, nicht mit Widerstreben nach diesen Blättern greifen, als einem mindestens neueren Unterhaltungsstoff, wie die Cholera, oder als einer augenblicklichen Erholung von den ewigen Erörterungen der »Bill«.

London, den 22. Dezember 1831.

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