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Es gibt Hexerei

Gustav Theodor Fechner: Es gibt Hexerei - Kapitel 1
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sendergustav@rz.uni-leipzig.de
authorGustav Theodor Fechner
titleEs gibt Hexerei
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typeessay
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Gustav Theodor Fechner

Es gibt Hexerei

Die Menschen haben von jeher bedeutungsvolle Träume und Ahnungen gehabt; aber kein aufgeklärter Mann wird daran glauben, weil ein Aufgeklärter nie selbst bedeutungsvolle Träume und Ahnungen haben wird, höchstens Alpdrücken. Das hängt nun einmal mit der Konstitution zusammen. Daher geben auch die Aufgeklärten das Alpdrücken zu, weil ihnen dies das Zugeständnis selbst abdrückt; aber leichter wird ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen, als eine Ahnung durch einen aufgeklärten Kopf, wenn schon das Hohle darin viel größer ist. Sollte auch die ganze Stadt Träume und Ahnungen haben, so wird ja eben damit bewiesen, daß dieselben ein Vorurteil der Menge sind.

Man darf inzwischen nicht glauben, daß der Glaube hiebei im Ganzen zu kurz komme. Wenn nicht bei den Aufgeklärten, den Lichtfreunden, eine so große Ersparnis an Glauben gemacht würde; woher sollte der große Glaubenssegen an andern Orten kommen? Wir sehen hier nur die gewöhnliche schöne Einrichtung der Weltordnung, das Pfund von einer Stelle, wo es doch nicht wuchern würde, ganz wegzunehmen und an eine andere zu verlegen, wo es um so besser wuchert. Man sollte daher die Versammlungen der Lichtfreunde nicht verbieten, wie geschehen ist, weil es eigentlich nur Veranstaltungen sind, gewisse Orte und Personen ganz des Glaubens zu entledigen, um ihn an andern Orten mit größerm Nutzen zu verwenden, z. B. zu Erlangung guter Ämter und Stellen.

Daß der Glaube hiebei aus den eigentlichen Glaubensgebieten gerade durch die, welche ihn möglichst zu pflegen hätten, so viel wie möglich fortgeschafft wird, ist nicht anders zu fassen, als wir ja auch den Wein aus den eigentlichen Weingegenden durch die, welche ihn daselbst zu bauen haben, ausführen und Anderes dafür einführen sehen, was anderwärts seinen Boden hat. Am besten trinkt man doch den Wein da, wo es zu kalt ist, als daß er von selbst wachsen könnte, und genießt man das Eis da, wo es zu warm ist, als daß es von selbst frieren könnte. In der Tat sieht man offenbar dies Prinzip befolgt, indem man den Glauben massenhaft aus dem Gebiete der Religion in manche Gebiete der Naturwissenschaften übergeführt sieht, wo er eine mächtig treibende, wärmende und belebende Kraft äußert, und dafür aus dem Gebiete der Naturwissenschaften in das Gebiet der Religion das verständige nüchterne Wissen, was daselbst die schönste abkühlende Wirkung äußert.

Zunächst sind es die Physiker, welche das Wissen in den Naturwissenschaften anbauen. Von diesen nehmen es dann die Lichtfreunde in Empfang, um es dem Volke für seinen alten Glauben zu verkaufen. Und, Dank ihren Bemühungen, es wird jetzt wenig gemeine Leute geben, welche der Bibel nicht ihre groben Irrtümer in Betreff der Schöpfungsgeschichte und des Sonnenlaufs nachzuweisen vermöchten, und nicht ihre kindische Ehrfurcht vor einem Buche ganz abgelegt hätten, das, statt den Menschen zurechtweisen zu können, auf allen Seiten Zurechtweisung vom Menschen annehmen muß.

Von der andern Seite sind die Ärzte bestimmt, den in der Religion zu viel gewordenen Glauben in die Naturwissenschaften einzuführen und darin zu pflegen. Ein großer Teil des Glaubens, der früher im Gebiete der Religion zu finden war, ist jetzt offenbar auf das Gebiet der Homöopathie gewandert, wo jede Portion Glauben mit einer entsprechenden Portion Vernunft willig bezahlt wird. Hier verrichtet nun der Glaube die Wunderkuren, die man von jeher für seine Sache gehalten. Es versieht sich von selbst, daß dafür die Religion mit ihren Wundern bezahlen muß. Die Vernunft besteigt die Kanzel, schüttelt die Bibel mit Kraft, daß alle Wunder wie Staub und Motten herausfliegen, und hält nun zum Bibeltext die pharmazeutischen Vorlesungen, die der Homöopath nicht mehr braucht, indem sie den Leuten beweist, daß Christus Wasser in Wein verwandelt habe sei nur so zu erklären, daß zugleich eben so viel Wein in Wasser verwandelt worden, oder, was auf dasselbe herauskomme, eins mit dem andern ausgetauscht worden sei. Als Beweis dieses Wassers, in das sich Christi Wein verwandelt hat, dient eben die Predigt, womit begossen die Leute nach Hause gehen.

Ich würde indes den andern Ärzten Unrecht tun, wenn ich die Homöopathen für die alleinigen Beförderer des Glaubens in den Naturwissenschaften erklären wollte. Wenn, wie Manche meinen, die ganze Frömmigkeit wirklich am Glauben hängt, so kann ein Frommer in der Tat nichts besseres tun, als ein System der Medizin andächtig durchlesen, oder statt eines Liedes ein Rezept absingen; man glaubt nicht, wie viel hierin von Glauben steckt; oder, um seinen Glauben auch werktätig zu beweisen, sich ins Bett legen und Medizin nehmen; die Apothekerbüchsen sind wahre Einmachebüchsen des Glaubens und noch dazu eines solchen, der wohl schon mehr zur Seligkeit gefördert hat, als jeder andere Glaube.

Zur nähern Einleitung meines Gegenstands habe ich die Verdienste einiger neuern Ärzte um die Förderung des Glaubens noch besonders zu erwähnen.

Die Vernunft hatte im vorigen Jahrhundert den Glauben ganz zum Kopfe herausgejagt; da nun der Glaube blind ist, aber mittelst des Magnetismus eben so sehen kann, wie die Vernunft mittelst des Lichts, zog er einem großen Magnete nach, den der Arzt Mesmer gerade an den Bauch gelegt hatte, und quartierte sich dort in den Magen ein, der hierüber alsbald Essen und Trinken vergaß und bloß noch weissagen wollte. Solange nun der Mensch satt war, erfreute er sich daran, und fing schon an zu hoffen, daß er sich künftig Schulen, Universitäten, Sternwarten und seinen Kopf selbst, durch den Magen und Magnetismus ganz ersparen könnte; aber da er hungrig ward, und essen wollte, fragte ihn der liebe Gott, ob er den Magen lieber zum Essen oder zum Weissagen haben wollte; beides zusammen ginge nicht; worauf er erwiderte: zum Essen. Da mußte der Glaube wieder ausziehen. Aber wohin? Im Kopfe hatte sich inzwischen die Vernunft breit gemacht und ließ ihn nicht mehr zurück. Nun erbarmte sich ein anderer Arzt, Gall, desselben und legte auf dem Kopfe einen Pflanzgarten mit gut abgeteilten Beeten für ihn an. Wo die Glaubenswirtschaft auch ganz gut gedieh, solange der Boden durch die Reste des alten Puders noch fruchtbar war. Nur ward es dem Glauben so unmittelbar über dem Sitze der feindlichen Vernunft nie recht geheuer, und als die Puderreste verzehrt waren, kümmerte die Wirtschaft wieder und er mußte abermals weiter ziehen. Im Menschlichen war jetzt nichts mehr für ihn zu suchen; also blieb ihm nichts mehr übrig, als das Außer-, Über-, Unter-, oder Unmenschliche zu suchen, womit aber nur eine neue um so glänzendere Epoche für ihn begann. Da die Weltgeschichte zur Einleitung ihres großen Vorhabens der Eigenschaften eines Dichters, Arztes und Schwaben in Verbindung bedurfte, ließ sie zunächst Schillern Medizin studieren, der alsbald den Geisterseher, nachmals aber die Götter Griechenlands schrieb, ein prophetisches Gedicht, worin sich das Zeitbedürfnis nach einer neuen allgemeinen Begeistung der Natur nur erst noch in Form der Sehnsucht nach Wiederkehr der antiken heidnischen Naturbegeistung ausspricht. Ein zweiter Dichter, Arzt und Schwabe war dann bestimmt, dieser Sehnsucht im höhern modernen und christlichen Sinne die Erfüllung zu geben. Alsbald ward durch seine Glaubenskraft die ganze Natur aufs neue mit individuellen Geistern bevölkert und der Rückblick auf jenes Gedicht konnte nun dienen, den großen Fortschritt der Zeiten bemerklich zu machen. Während sonst die Götter barfuß oder mit Sandalen und leichtem Flügelschritte, wie es einem kindischen oberflächlichen Zeitalter ziemte, von oben herab zu Tänzen der Hirten und schönen jungen Frauen fliegen, stiegen sie in der jetzt technisch fortgeschrittenen, tiefsinniger gewordenen und die Lust der Welt in ihrer wahren Nichtigkeit erkennenden Zeit mit Stiefeln von gutem und gut gegerbtem Leder aus Kellern und Grüften herauf zu hysterischen kranken Weibern, um sie noch etwas mehr zu plagen und warfen statt mit Licht- und Liebegeschossen mit Sand und Stückchen Kalk von der Wand um sich, da die gute Polizei das Schießen in den Häusern inzwischen verboten hatte; und die Geister vor dieser höheren Behörde inzwischen den ziemenden Respekt erlangt hatten, den sonst umgekehrt die Menschen vor der höheren Behörde der Götter trugen. Statt steifer Steinstatuen auf festen Sockeln dienten jetzt flackernde Hemden an der Leine zur Nachtzeit den Gemütern als Gegenstände gläubiger Ehrfurcht; ein Beweis des so viel lebendigeren Charakters des neuen Glaubens. Bei zunehmendem Wachstume des Glaubens ragte zuletzt die Geisterwelt mit ihrer weißen Hand so weit in die irdische Welt und die geisterspürende Welt mit ihrer langen Nase so weit in die Geisterwelt, daß überall eine an die andere stieß. Leider aber hatte dieses seine nachtheiligen Folgen. Allerhand lästige Berührungen erfolgten zwischen beiden; und da, was sich zu leicht findet, sich nicht mehr sucht, trat allmählich eine Erkaltung des ganzen Glaubenslebens ein, die noch jetzt nicht gehoben ist.

Indem ich nun darauf reflektiere, daß ich selbst auch einmal Medizin studiert habe, kommt mir der Gedanke, daß ich wohl berufen sein könnte, den Stillstand oder Rückschritt, der so in der großen Glaubensepoche eingetreten ist, wieder in einen Fortschritt zu verwandeln. Einige Inspirationen, die ich eben empfange, bestärken mich darin; ich werde sie mitteilen und demgemäß beweisen :

1) daß die Hexen füglich sehr wohl auf Besen durch die Esse nach dem Blocksberg reiten konnten und noch können;

2) daß es mit der Hexerei überhaupt keine Hexerei, sondern die natürlichste Sache von der Welt ist.

Das Erste anlangend, so ist zu hoffen, daß, wenn man nur erst dies wieder glauben wird, man dann um so leichter alles Andere glauben wird; und ich würde vorschlagen, nachher den Glauben, statt mit Kelch oder Kreuz, was er lange genug müßig in den Händen gehalten, fortan mit dem Besen vorzustellen, entweder wie er das Wissen damit fleißig ausfegt, oder im Sinne derer, welche den Glauben wie alle andern Dinge dem Prinzip des freien Fortschritts untertan wünschen, wie er selbst auf dem Besen durch die Esse ins Himmelblaue reitet, und hinten auf alle die mitnimmt, welche im Glauben, daß es so zum besten gehe, zusammenhalten.

Der Beweis für das Besenreiten ist freilich jetzt fast eben so schwierig geworden als früher den Hexen der Gegenbeweis, was mit verschiedenen Umständen zusammenhängt, denen es wert ist einige Aufmerksamkeit zu schenken, bevor wir auf die Sache selbst eingehen.

Zuvörderst haben offenbar die Prinzipien der neuern Philosophie einerseits und die Luftballons andererseits dem Kredit der Besen sehr geschadet; denn da man gesehen hat, daß man mit großen, hohlen, leeren Blasen in kurzer Zeit die größten Höhen erreichen kann, so hat man den soliderem Besen dies Vermögen nicht mehr zugetraut, ohne zu bedenken, daß es verschiedene Mittel in der Natur gibt, eine Sache in die Höhe zu treiben, wovon die Leere und Leichtigkeit nur eins sind. Sollte man auch wirklich mit den Besen nicht ganz so hoch kommen, als mit den Luftballons aus Taffet oder Philosophie, so beabsichtigt man ja damit auch nur, bis auf die Spitze des Blocksbergs zu kommen, der noch auf der Erde steht und eine gute Aussicht darüber gestattet, nicht bis in die höhern Luftschlösser, wo man von der Erde so viel wie nichts und von Sonne, Mond und Sternen auch nicht mehr als jetzt sieht.

Ein zweiter Umstand liegt darin, daß man es früher für ganz natürlich hielt, wenn die Hausfrauen das Instrument der Reinlichkeit und Ordnung als Steckenpferd selbst ritten, so daß der Hexenritt nur als eine verkehrte Richtung einer sich von selbst verstehenden Sache erschien; während man jetzt sich der ganzen Sache schämt, und sie den Dienstboten zuschiebt, die sie wieder andern Dienstboten zuschieben, so daß zuletzt der ganze Vorgang in ein zweideutiges Licht gekommen ist.

Drittens ist ein Einfluß abhanden gekommen, der den Menschen ehemals schon von Kindesbeinen an Ehrfurcht vor dem Besen einpflanzte. Sonst nämlich wurde ein Zweig von jedem Besen hinter den Spiegel gesteckt, um, während das Übrige an der Kultur der Stube arbeitete, an der moralischen Kultur des Menschen zu arbeiten, daher auch die vom Besen und seinem Gebrauche abgezweigten Ausdrücke: Bessern, Bekehren. Jetzt sucht man die Kultur des Menschen weniger mehr hinter, als vor dem Spiegel, verweist ihn auf den Spiegel des Gewissens, und reibt die Kinder sanft mit der Baumwolle der Liebe ab, wo sie dann allerdings auch gut werden, wenn sie nämlich so gut sein wollen. So ist der Besen nach und nach um alles Ansehen gekommen, und man will an keine Leistungen desselben mehr glauben.

Jedoch, kommen wir zur Sache. Hiebei habe ich von einem Grundfaktum auszugehen, von dem ich erst das Historische mitteilen muß, und um so lieber etwas dabei verweile, als sich außer dem theoretischen Interesse auch ein großes praktisches Interesse daran knüpft.

Im Jahre 1830 machte der Schornsteinfeger Green zu London, ein Verwandter des bekannten Luftschiffers, die Entdeckung, daß man sich bei einer Feuersbrunst durch Herabreiten auf einem Besen an der freien Wand eines Hauses auf die nachher anzuzeigende Weise retten könne. Er nahm ein Patent auf diese Erfindung, wonach Jeder, der zur Rettung seines Lebens davon Gebrauch machte, zur Zahlung einer gewissen Summe an ihn verpflichtet war, soviel ich mich erinnere 10 Pfund, welche jedoch für Arme ermäßigt ward. Die erste Nachricht von dieser Entdeckung ward in den Times gegeben und später in dem Repertory of arts der Gegenstand durch Abbildungen erläutert. Die Sache machte Anfangs einiges Aufsehen, indes widersprachen Physiker sogleich heftig, und die Julirevolution lenkte die Aufmerksamkeit bald ab. Die Hauptsache aber, welche der Aufnahme der neuen Erfindung im Wege stand, war unstreitig der Umstand, daß Green bei einem öffentlichen Versuche, den er zur Bewährung seiner Erfindung anstellte, wirklich den Hals brach. Dies lag nun zwar jedenfalls an einer Zufälligkeit; aber seiner Erfindung war doch hiermit in den Augen der Menge zugleich der Hals gebrochen.

Inzwischen veranlaßte nicht sowohl der praktische, als ein wissenschaftlicher Gesichtspunkt neuerdings die Wiederaufnahme der Versuche. Ein deutscher Philosoph nämlich kam in Paris zufällig mit dem berühmten Physiker Arago in einen Streit über diesen Gegenstand, indem er die Möglichkeit der Sache gegen ihn nach denselben Gründen behauptete, die ich nachher anführen werde, während Arago diese vom Standpunkte des Physikers aus bestritt. Obwohl nun der Philosoph dem Physiker die Richtigkeit seiner Ansicht durch unwiderlegbare Schlüsse dartat, fand er doch nur taube Ohren bei ihm. Ihr übrigen Deutschen, sagte Arago, pflegt von den Tatsachen nur insofern etwas zu halten, als sie sich in Philosophie übersetzen lassen, aber bei uns Franzosen ist es umgekehrt; wir halten von der Philosophie nur insofern etwas, als sie sich in Tatsachen übersetzen läßt. Beweisen Sie mir, statt mit philosophischen Gründen, denen ich nicht zu folgen vermag, durch ein Experiment, dem ich zu folgen vermag, daß sich auf einem Besen an der freien Wand eines Hauses herabreiten läßt, und ich will der Erste sein, der sich zu Ihren Ansichten bekennt; bis dahin erlauben Sie mir zu glauben, daß Ihre Ansichten mit den Prinzipien einer gesunden Naturforschung unverträglich sind.

Unstreitig klingt es recht gut, was hier der Franzose sagte.; aber man weiß ja, Franzosen wissen immer gut zu reden, und der Erfolg wird zeigen, daß der Philosoph gegen alle diese wohlgesetzten Antithesen doch Recht behielt.

Zuerst zwar suchte er seinerseits dem Physiker die empirische Bewährung zuzuschieben, indem er bemerkte, diese könne nur im Interesse des Physikers, aber nicht des Philosophen sein, für welchen Experimente, denen der Charakter der Allgemeinheit und Notwendigkeit abginge, überhaupt nichts bewiesen; als inzwischen Arago die Anmutung höflich mit der Gegenbemerkung ablehnte, daß die Anstellung des Experiments nach dem, was er vom Schicksal Greens wisse, doch wohl noch mehr im Interesse des Philosophen, der sich um das Empirische nicht kümmere, als des Physikers, der sich darum kümmere, sein möchte, entschloß sich der Philosoph, um dem Franzosen eine Beschämung und der deutschen Philosophie einen Triumph zu bereiten, einmal von allen Regeln derselben eine Ausnahme zu machen und den ideellen Worten eine grobe empirische Unterlage zu geben.

Er stellte nun erst Versuche im Kleinen an, überzeugte sich dabei, daß, was er zwar schon vorher wußte, bei gehöriger Ausführung des Versuchs an Halsbrechen nicht zu denken, vielmehr derselbe ganz einfach zu bewerkstelligen sei, und daß die größere Schwierigkeit weniger in Bewahrung der rechten Sicherheit als des rechten Anstandes beim Herabfahren liege, worauf bei einer Produktion vor Franzosen freilich besondere Rücksicht zu nehmen. Als er endlich auch in dieser Beziehung sich die erforderliche Vollkommenheit erworben zu haben glaubte, lud er die Akademie der Wissenschaften zu einem größern Versuche ein, bei dem er wirklich an der Außenseite der Sternwarte die ganze Länge derselben mit Bewahrung der vollen philosophischen Würde und Haltung auf einem Besen glücklich herabfuhr. Nach genauer Beobachtung mit einer Terzienuhr fand sich, daß die Fallzeit, die bei freiem Fall im luftleeren Raume aus der Höhe der Sternwarte 3 3/ 10 Sekunden hätte betragen sollen, durch die von starkem Druck unterstützte Reibung des Besens an der Wand auf 10 6/ 10 Sekunden vermehrt worden, mithin eine außerordentliche Verzögerung der Bewegung hervorgebracht war, was der zu bewährende und wissenschaftlich wichtige Punkt war. Laute Beifallsbezeigungen empfingen den Philosophen unten und selbst Arago beglückwünschte ihn, suchte indes nochmals die Sache doch rein physikalisch durch eine besondere Polarisation und Interferenz der Zweige des Besens zu erklären, eine Erklärung, die bei näherer Betrachtung nichts weniger als Stich hält und bloß den Starrsinn des Physikers bezeugt, der eher Alles, als die Behauptung eines Philosophen zugibt. Mehrere Diskussionen über diesen Gegenstand finden sich in den Ann. de Chim. et de Phys. LIII. p. 18 suiv. Der Besen ist noch jetzt in den Archiven der Akademie niedergelegt.

Indessen faßten die Pariser schnell die praktische Seite der Sache auf, und es wurden alsbald in den Champs elisées Rutschwände errichtet, an denen man auf schön mit Blumen und Bändern gezierten Besen täglich hunderte von Menschen herabreiten und die Geschickteren unterwegs noch allerlei Luftsprünge ausführen sehen kann, zum Verdrusse aller Physiker, die sich immer noch nicht in die Tatsache finden können und das Gesicht im Vorbeigehen abzuwenden pflegen. Doch hat bei dem schnellen Wechsel der Moden in Paris der erste Eifer in diesem Amüsement allerdings schon etwas nachgelassen. Auf eine nützlichere Anwendung, welche die Deutschen davon gemacht haben, werde ich gleich nachher zu sprechen kommen.

Dies das Historische. Nun zur Beschreibung des Verfahrens selbst:

Wenn in einem Hause die Treppe brennt und keine Möglichkeit ist, etwa durch Einschlagen der Wände in Nachbarhäuser zu entkommen, was immer das Sicherste bleibt, so öffne man das Fenster, stemme einen Besen mit seiner breiten Seite gegen die Wand, fasse ihn mit den Händen am Stiel, setze sich rittlings darauf, und fahre dann an der Wand damit herab, indem man ihn fortwährend so hart als möglich gegen die Wand drückt. Die starre Reibung des Besens an der Wand verhütet jedes unsanfte Niederfallen.

Hierzu Sind einige Bemerkungen dienlich.

1) Da Alles auf der starken Reibung beruht, so ist für Solche, die eine möglichst langsame Fahrt wünschen, gut, den Besen vorher mit Kreide einzupudern. Angestellte Versuche haben gelehrt, daß die Reibung des Besens an einer Kalkwand dadurch im günstigsten Falle um 1/ 7 vermehrt werden kann, was nach der bekannten Formel q == gkf eine Verzögerung der Bewegung um 3/ 8 hervorbringt. Zwar ist diese Formel praktisch nicht brauchbar; indessen wird dies auch von praktischen Formeln nicht leicht verlangt; sie bleiben deshalb doch schöne Zierraten der Praxis.

2) Da einige Kenntnis und Übung zu allen Dingen nütze ist, und namentlich das erste Aufsteigen auf den Besen und die rechte Balance nicht immer beim erstenmale gut getroffen werden, so ist rätlich, sich auf den Ritt etwas einzuüben und einige Anleitung zu haben. In diesem Bezuge dürfte die Anzeige willkommen sein, daß auch in der hiesigen Turnanstalt neuerdings geeignete Veranstaltungen dazu getroffen sind, wo man täglich Morgens von 11 bis 12 Uhr die erforderlichen Übungen teils selbst anstellen, teils anstellen sehen kann. Man wird sich hiebei überzeugen, daß, nachdem man die Sache erst einigemale probiert, der Ritt von den größten Höhen gefahrlos zu bewerkstelligen sei. Nur ist hier die Form der Pariser Rutschwand mit der Form eines langen, mit dem Rücken vertikal gestellten, Rutschpferdes vertauscht worden, welches als Kompagnon für den nebenbei befindlichen horizontalen Voltigiresel dient. Neben der Anstalt wohnt der Böttchermeister Bestelmann, wo man Besen zur Auswahl, das Stück zu 10 Ngr., vorfindet.

Die Einführung des Besenritts in dieser Anstalt ist übrigens keineswegs bloß wegen der Einübung auf die Lebensrettung in vorkommenden Fällen, sondern noch mehr wegen der großen gymnastischen Wichtigkeit, die er an sich hat, geschehen. Bekanntlich nämlich ist das Prinzip der Turnkunst dieses, jeden einzelnen Muskel des Körpers durch eine geeignete Übung zur höchstmöglichen Entwicklung zu bringen, hiermit auch einen allgemein vorteilhaften Einfluß auf den ganzen Körper und insbesondere das Gehirn zu äußern, und hiermit endlich jeden Turnenden zum vollkommensten Menschen so leiblicher als geistiger- seits zu machen. Nun aber hatte man bisher für einen kleinen Schließmuskel zwischen den Beinen, welcher den Namen bestioclastercoideus führt, durchaus keine geeignete Übung entdecken können, er blieb also, je mehr die übrigen Muskeln geübt wurden, um so mehr zurück, verkümmerte, ging wohl gar ganz ein, was die Gestalt und den Anstand der Turner immer ein wenig aus dem Geschicke brachte, und machte, daß sie als Tänzer weniger beliebt waren; ja es traf sich, weil in diesem kleinen Muskel gerade der Schwerpunkt des Körpers fällt, daß mancher mit demselben seinen Schwerpunkt ganz verlor. In Zusammenhange mit dieser Mangelhaftigkeit stand, daß der Einfluß auf das Gehirn, auf den man doch so großes Gewicht legte, stets noch etwas zu wünschen übrig ließ, und nicht selten Fälle vorkamen, daß derselbe, der die geschicktesten Sprünge über den Voltigiresel zu machen wußte, zugleich die eselhaftesten Sprünge in der Logik machte, was immer bewies, daß die Turnkunst ihre idealen Zwecke noch nicht ganz zu erreichen vermochte. Nun aber hat sich merkwürdigerweise eben in dem Besenritt die noch fehlende Übung jenes kleinen Muskels in vorteilhaftester Weise gefunden, und die hiesigen Turner sind seitdem auch auf Bällen und wegen ihrer zierlichen Haltung vorzugsweise geschätzt; und zugleich hat sich in der Erschütterung, welche der ganze Körper und mithin auch das Gehirn durch die Reibung des Besens an der rauhen Wand erfährt und die beim Anlangen unten mit einem kleinen Schock abschließt, ein so heilsamer Einfluß auf die geistigen Vermögen ergeben, daß man der Klage, die Jugend werde in Schulen zu viel angestrengt, fortan die einfachste Abhilfe versprechen darf. In der Tat hat sich durch genaue vergleichende Versuche herausgestellt, daß ein einmaliges Herabfahren auf einem Besen ohne Kreide einer ganzen Lehrstunde mit Kreide, auf einem Besen mit Kreide aber einer Lehrstunde ohne Kreide gleich zu achten. In Folge dessen findet Sich denn auch in der neuesten Schrift über die Turnkunst, welche den Titel führt: »Die Turnkunst als Mittel vollkommene Menschen zu erziehen,« die Hoffnung ausgesprochen: die Zeit dürfte nicht mehr fern sein, wo die ganze sowohl leibliche als geistige Bildung des Menschen sich auf das Turnpferd und den Turnesel gründen werde, wie es denn schon jetzt etwas sehr Erfreuliches sei, eine ganze Schulklasse auf einmal, mit dem Lehrer an der Spitze, in Form einer Kaskade das Rutschpferd hinabgleiten und unten jedesmal mit einem Zuwachs von Bildung anlangen zu sehen.

3) Von selbst dürfte es dem moralischen Gefühle eines Jeden widersprechen, den Besen, der ihn wirklich einmal aus Feuersgefahr gerettet, ferner zu niederem Dienste zu mißbrauchen. Schicklich wäre es wohl, für lebensrettende Besen einen eigenen Verdienstorden zu stiften und der Unterschied von den Verdienstorden für Menschen würde dann einfach darin bestehen, daß das Ordensband am Menschen, dagegen der Besen am Ordensbande aufgehangen würde. Daß Fälle vorkommen könnten, wo es zweckmäßig wäre dies umzukehren, soll hiermit nicht in Abrede gestellt werden.

Da nun nach dem vorigen ein Tatbestand vorliegt, der von Jedem in Augenschein genommen werden kann, so würde der theoretische Beweis der Möglichkeit überflüssig sein, wenn nicht auf demselben die Verwandlung des Besenrittes nach unten in, den nach oben fußte. Auch würde ein wahrhaft aufgeklärter Kopf, selbst wenn er mit leiblichen Augen die ganze Turngesellschaft auf Besen herabreiten sähe, keinen Anstand nehmen, dies eben so, wie alles andere Wunderliche, was sie vornimmt, für eine Phantasmagorie, eine Täuschung des groben Sinnes, zu erklären, sofern seine Vernunft den Ritt nicht mit zu machen vermöchte. Für solche Vernünftige ist beweisen immer mehr als weisen, und nur ein Beweiser, nicht ein Weiser, ist ihnen ein wahrer Weiser. Ich schreite also jetzt zum Beweise:

Daß Reibung die Bewegung verzögert, ist anerkannt; aber wie lange es oft dauert, fruchtbare Anwendungen von den bekanntesten Tatsachen zu machen, zeigt sich daran, daß man Jahrtausende lang auf den rauhen Straßen einhergerutscht ist, ungeachtet man doch schon längst Schlitten zu fahren wußte; erst ganz neuerdings hat man die Eisenbahnen erfunden, d. i. die Schlittenkufen auf die Erde gelegt. Aber nun ist man wieder dabei stehen geblieben, den Einfluß der Reibung auf horizontalen Flächen in Betracht zu ziehen; bei unserm Gegenstande aber kommt es bloß darauf an, ihn auch an vertikalen Flächen anzuerkennen, und ebenso Nutzen von der Vermehrung derselben, als dort von der Verminderung zu ziehen. Das ist alles.

Noch etwas zwar ist nötig. Soll die Reibung wirksam erfolgen, so muß sie durch Druck unterstützt werden. Aber ganz eben so gut, als ich einen Besen gegen eine horizontale Wand drücken kann, kann ich ihn ja auch gegen eine vertikale Wand drücken. Man versuche es nur, man wird nicht den geringsten Unterschied finden.

Wir haben also Reibung und Druck, alles, was wir brauchen, die Bewegung zu verzögern. Auch wird in so weit der Physiker ganz einig mit uns sein, nur wird er die Bemerkung machen, daß der Druck sofort kraftlos werden müsse, wenn der Mensch den Stützpunkt verliere. Und diese Bemerkung ist auf seinem Standpunkt ganz richtig; aber durch unser Faktum wird eben gegen den Physiker und für eine philosophische höhere Naturanschauung bewiesen, daß in der Welt da, wo organische Kräfte und Zwecke ins Spiel kommen, nicht mehr alles nach toter physikalischer Gesetzmäßigkeit hergeht, sondern nach höheren Prinzipien, deren Andeutung wir kurz versuchen.

Jedermann hat doch wohl etwas von der Lebenskraft, diesem Bosco oder Rappo, gehört, welche den Arm der Schwere entgegen hebt, das Blut im Körper bergan laufen macht, den Menschen bei lebendigem Leibe einbalsamiert, so daß er nicht fault; alles gegen den Strich der physikalischen Gesetze. Diese Kraft wird nicht durch tote Massenverhältnisse, sondern allein durch den Zweck bestimmt, und es steht ihr vollkommen frei, jedes physikalische Gesetz zum Nutzen oder zur Erhaltung des Lebens abzuändern; wovon sie den ausgedehntesten Gebrauch in Heilung von Wunden und Krankheiten macht; wie sie denn z. B. oft Kugeln und Nadeln auf ganz verwickelten Wegen aus dem Leibe unschädlich nach Außen befördert, die nach bloß physikalischen Gesetzen ganz träg liegen geblieben wären oder quer durch den Leib gestochen hätten. Daher mißt auch jeder bescheidene Arzt die Heilung der Krankheiten allein der Lebenskraft bei, und, wenn er sich dafür bezahlen läßt, ist es nur wegen der Stärkung und Leitung der Lebenskraft; denn obschon die Lebenskraft viel weiß und kann, weiß und kann ein studierter Arzt doch noch mehr. Alles, was diese Kraft tut, tut sie gegen alle Rechnung. da sie einen angeborenen Abscheu gegen alle Mathematik hat, und mit Recht, denn eben dadurch, daß sie sich dieser Fessel ganz entledigt, vermag sie solche Wunderdinge zu verrichten und mit ihr alle, die diesen Abscheu mit ihr teilen. Nun sieht man aber durchaus nicht ein, warum diese Kraft, die, um den Menschen zu erhalten, das Blut die Wände der Adern heranlaufen läßt und die verwickeltsten Prozesse durchführt, nicht imstande sein sollte, ihn mit dem Arme ganz einfach einen solchen Druck gegen die Wand machen zu lassen, um ihn auf einem Besen etwas langsamer, als es ohnedem sein würde, daran herabgleiten zu lassen; hier, wo es die Lebensrettung, den wichtigsten Zweck, gilt. Ja, wie die Lebenskraft in gefährlichen Fällen ganz besondere Anstrengungen instinktartig macht, so darf man voraussetzen, daß unter diesen Umständen auch der Arm instinktartig von selbst mittelst des Besens einen besonders starken Druck gegen die Wand ausüben werde. Es ist, nachdem man einmal sich bis zur Idee einer nach Zwecken wirkenden Lebenskraft erhoben hat, nicht der allergeringste Grund daran zu zweifeln. Wollte der Arm hiebei so verfahren, wie es sich nach der physikalischen Gesetzmäßigkeit berechnen läßt, so würde er in diesem Augenblicke verdorren, weil eben nur ein toter Arm auf berechenbare Weise verfährt. Nur dadurch unterscheidet sich ja der lebendig herabreitende Mensch von einem Leichnam, den man auf den Besen setzt, daß letzterer nach physikalischen Gesetzen herabplumpt, ersterer aber den physikalischen Fall- und Druckgesetzen noch ein Schnippchen schlagen kann, und nur insoweit er es tut, beweist er sein Leben.

Wie schön, daß diese Argumentation nun auch durch das Faktum vollkommen bestätigt wird. Man kann in der Tat behaupten, daß der Schornsteinfeger Green durch seine Entdeckung mehr zur Entscheidung der wichtigsten Streitfrage der Physiologie im Sinne der höhern Naturauffassung geleistet hat, als alle Physiologen und Philosophen zusammengenommen durch ihr Geschwätz, ich nehme den aus, der Green's Entdeckung bestätigte. Man kann jetzt sagen: so wahr der Mensch sein Leben durch Herabreiten auf einem Besen an der freien Wand eines Hauses retten kann, so wahr gibt es eine, nach Zwecken die physikalische Gesetzmäßigkeit abändernde, Lebenskraft.

Dieser Beweis wird für Naturphilosophen und Ärzte völlig genügend sein; wenigstens würden sie ihre eigne Stärke verkennen, wenn sie ihn nicht dafür halten wollten. Man kann ihn übrigens noch durch den Hinweis verstärken, wie in diesem Falle die Lebenskraft durch den Willen regiert wird, der als Prinzip der Freiheit von den toten Massen so wenig Gesetze annimmt als der Kutscher von seiner Kutsche, zu der ihm die Lebenskraft selbst nur als Pferd dient.

Noch viel leichter zu erweisen wird aber die Sache für Geistesphilosophen, wenn man sich nur an die rechte Schmiede wendet. In Hegel's System finde ich fast auf jeder Seite Beweise für den Besenritt, welche zugleich als Bild dieses Rittes dienen können, indem sie gleich kühn, aber auch gleich gut zum Ziele führend sind. Ich schlage z. B. BandVII . der Werke auf, da finde ich: »Die Schwere ist, so zu sagen, das Bekenntnis der Nichtigkeit des Außersichseins der Materie in ihrem Fürsichsein, ihrer Unselbstständigkeit, ihres Widerspruchs.« Hier sieht man nun, daß die Schwere selbst schon hinreicht, den Besen gegen die Wand zu drücken, um dadurch das Außersichsein der Materie des Besens und der Materie der Wand möglichst zu negieren. Man kann so den Herabritt an der Wand als die Ablegung des philosophischen Bekenntnisses eines Besens aus der Hegel'schen Schule betrachten. Sollte aber jener Hegel'sche Satz bei dieser Auslegung mißverstanden worden sein, so würde dies nur ein Beweis sein, daß ich selbst der beste Schüler Hegel's bin, da bekanntlich Hegel gesagt, von allen seinen Schülern habe ihn nur Einer verstanden und dieser habe ihn mißverstanden.

Nachdem nun erwiesen ist, daß ein Mensch vermöge seiner Lebenskraft oder der philosophischen Kraft der Schwere gegen alle physikalische Gesetzmäßigkeit auf einem Besen an der Wand herabreiten kann, ist es eben so leicht zu erweisen, daß er gegen alle physikalische Gesetzmäßigkeit eine Wand damit bergan reiten kann. Hiezu ist bloß nötig, daß die Lebenskraft und der Wille, statt auf das Heil der Menschheit oder das Gute, eine verkehrte Richtung, nämlich auf das Böse nehme, so wird sich auch ihr Erfolg polar umkehren, und der Mensch statt abwärts, aufwärts, statt nach dem Zentrum der Einigung mit allem Menschlichen in die egoistische Leere und Vereinsamung hinausgestoßen werden. So ist also ohne alles Weitere vollkommen erklärlich, wie durch einen Bund mit dem Bösen die Eigenschaft entsteht, auf einem Besen durch die Esse fahren zu können. Auch werden Sprachforscher die Verwandtschaft des Bösen mit dem Besen leicht erkennen, und da vorhin eben so dessen Verwandtschaft mit Bessern und Bekehren aufgezeigt war, wird auch hierdurch die entgegengesetzte Richtung, die der Besen annehmen kann, genügend dokumentiert.

Man sieht also, daß der Hexenritt erwiesen ist:

l) durch historische Gründe, 2) durch experimentale Gründe, 3) durch teleologische Gründe, 4) durch physikalische Gründe, 5) durch physiologische Gründe, 6) durch philosophische Gründe, 7) durch philologische Gründe.

Kombiniert man alle diese Gründe, so ist der Hexenritt siebenmal fertig, oder gibt eine Regenbogenbrücke, auf der jede böse Sieben gefahrlos durch die Luft reiten kann.

Mögen sich also die Hexen freuen, alte und junge; haben sie sich den Winter über erst satt unten auf der Erde getanzt, hindert sie nun nichts mehr, noch einen lustigen Beschluß zur ersten Maiennacht auf dem Blocksberg zu machen. Wenn sich nur jede überwinden kann, wenigstens an diesem Tage einmal den Besen zur Hand zu nehmen.

Ich gehe jetzt zum zweiten Teile meiner Aufgabe über, zum Beweise, daß es mit der Hexerei überhaupt keine Hexerei, sondern die natürlichste Sache von der Welt ist.

Die ganze Welt ist bekanntlich nur ein Gedankenspiel, wobei sich bloß fragt wessen? Nach den einen ein Gedankenspiel Gottes; das Geschehen der Dinge sein Denken, seine Gedanken wirkliche Begebenheiten, unsere Gedanken nur im Scheine das, was seine im Sein sind; nach den Andern ein Gedankenspiel des Menschen, wobei umgekehrt Gottes Gedanken, die wirklichen Dinge, nur im Scheine das sind, was unsere im Sein sind. Man kann zwischen beiden Ansichten wählen, nach deren erster Gott groß und der Mensch klein, nach der zweiten Gott klein und der Mensch groß ist. Natürlich, daß viele das letzte vorziehen. Aber für uns kommt nichts darauf an, welche Ansicht man wählen will; immer bleiben nach beiden die Grundgesetze des Seins und Denkens wesentlich dieselben.

Fragen wir uns nun, wie gehen Gedanken aus einander hervor? Auf eine doppelte Weise. Einmal folgt aus gegebenen Vordersätzen mit Notwendigkeit der Schlußsatz; so wenn ich die Vordersätze habe: alle Menschen sind sterblich, Cajus ist ein Mensch, folgt notwendig daraus: also ist Cajus sterblich. Dem entspricht im Reiche des Seins der Umstand, daß, wenn die Vorbedingungen gegeben sind, die Folge mit gesetzlicher Notwendigkeit eintritt. Lassen wir z B. einen Stein in der Höhe los, so fällt er notwendig nach der Erde, zufolge des faktisch verwirklichten Schlusses: alle Steine, die man in der Höhe losläßt, fallen nach der Erde, dieser Stein wird in der Höhe losgelassen, also fällt er nach der Erde.

Aber es gibt noch eine andere Weise, wie Gedanken auseinander folgen: Wenn ich sage: »Ins Land, ins Land« — wem fällt nicht gleich dazu ein: »wo die Zitronen blühen!« Warum? Liegt hier ein Schluß vor? Nein. Man hat oft das Eine hinter dem Andern hergesagt oder gelesen, hört man nun das Eine, kommt das Andere von selbst. — Ich sah heute einen Mann von hinten und mir fiel gleich seine lange Nase vorn ein; warum? ich hatte früher die lange Nase mit dem Mann oft gesehen; nun ich den Mann wiedersah, fiel mir die Nase von selbst dazu ein. Wer kennt nicht die Assoziation der Ideen! Nichts geht hier mehr nach Schluß, nach allgemein bindender Notwendigkeit vor sich, und doch Alles auch nach einer Regel, welche die ist: was oft mit oder nach einander im Geiste zusammen gewesen ist, zieht nachher eins das andere von selbst im Geiste mit oder nach sich. Soll aber eins recht sicher und bestimmt sich an das andere im Denken assoziieren (knüpfen), so muß es auch möglichst ausschließlich oder vorwiegend oft damit in Beziehung getreten sein, sonst greifen die andern Assoziationen störend ein. Wenn ich einen weißen Fleck sehe, kann ich dabei an einen Schwan, eine Lilie, an Schnee, ein Hemde denken; denn an alle dem habe ich oft die weiße Farbe erblickt; aber eben weil ich an so vielerlei dabei denken kann, denke ich nicht sicher an etwas Bestimmtes von alle diesem; sehe ich aber einen Schwanenkopf und Hals, so werde ich am leichtesten an den ganzen Schwan dabei denken, weil ich Schwanenkopf und Hals immer bloß am ganzen Schwan gesehen habe. Auch Ähnliches ruft sich gern durch Assoziationen hervor; so denken wir leicht bei der Rose an das blühende Mädchen und umgekehrt.

Um nun hiervon gleich eine praktische Anwendung auf das Reich des Geschehens zu machen: gesetzt, jemand wünscht viel Geld zu erwerben, so kann er dies zuvörderst im Sinne der Schlußmethode durch Fleiß und Arbeit erwerben, wo der Erfolg bei sonst erforderlichen Vorbedingungen in jedem Falle notwendig eintreten wird. Aber er kann auch in die Lotterie setzen. Hier hat man es nun gewöhnlich dem reinen Zufall überlassen, ob man gewinnen wird oder nicht; das ist aber gerade so, wie man es im gewöhnlichen Gedankenlaufe dem Zufall überläßt, ob dieser oder jener Gedanke kommen wird oder nicht; da man es doch in seiner Gewalt hat, sich wertvoller Gedankenverbindungen durch Auswendiglernen zu versichern. In ähnlicher Weise kann man sich aber auch des Gewinnens versichern. Und dies fängt man so an:

Man nimmt längere Zeit hindurch, ein halbes Jahr oder ein Jahr lang, alles Geld und was man sonst einzunehmen hat, stets mit denselben drei Fingern der linken Hand ein; gibt aber nie etwas damit aus. So gewöhnt man diese Finger daran, zu gewinnen. Nachdem dies hinreichend geschehen ist, zieht man endlich das Los mit denselben Fingern; dann kommt ein Gewinnlos in die Hand, man weiß nicht wie. Die drei Finger und das Gewinnen haben sich einmal an einander assoziiert.

Seit ich diese Methode befolge, bin ich nie ohne Gewinn in der Lotterie geblieben, und die Gewinnste wachsen von einer Lotterie zur andern; wofür die sichtbare Zunahme meines Wohlstandes bürgt. Natürlich, die Gewöhnung der Finger an das Gewinnen wächst immer mehr. Man hat zwar bei Spitzbuben schon sonst eine solche Gewöhnung der Finger an das Gewinnen bemerkt; man sieht aber, wie man hier das Handwerk auf die ehrlichste Weise von der Welt treiben kann; man muß nur eben das Geld mit den Fingern nicht aus der Tasche anderer Leute, sondern aus der Lotterie nehmen, die es selbst erst andern Leuten aus der Tasche genommen hat. Ich bin nicht mißgünstig, und teile also das Mittel uneigennützig mit. Freilich, wenn künftig alle die Finger bloß üben sollten, Gewinne zu ziehen, und niemand mehr damit arbeiten wollte, um sie recht rein für den Gewinn zu halten, würde die Frage entstehen, wo die Gewinne zuletzt überhaupt herkommen sollten. Inzwischen haben sich die Lotterieen, die sich eigentlich diese Frage schon vorher aufzuwerfen hatten, deshalb nie Skrupel gemacht. Im Kopfe gibt es übrigens ein ganz ähnliches Aber. Wenn alle Welt bloß in Assoziationen oder Auswendiggelerntem denken wollte, und niemand sich Mühe gäbe, etwas zu schließen, So würde es bald um alle Erkenntnisse schlecht stehen, und es würde auch nichts Gescheites mehr zu assoziieren geben. Man sieht hier, wie schön unser Prinzip über die Identität des Denkens und Seins durchgreift.

Eine zweite Anwendung ist folgende: Jemand lasse sich einen neuen Ring machen; einen neuen, weil ein alter schon mit vielen fremdartigen Assoziationen behaftet sein möchte. Es ist sogar gut, wenn er diesen Ring aus einem seltnen Metalle verfertigen läßt, wozu ich eins der neuen Metalle, Vanadin, Lantan oder dergl. vorschlagen würde, was nur in kleinen Mengen auf dem Erdboden gefunden wird; wenn er ferner diesem Ringe eine ungewöhnliche Form geben läßt, damit nicht Assoziationen mit ähnlichen Ringen Einfluß gewinnen; zweckmäßig ferner, wenn er allerlei seltsame Worte und Zeichen darauf eingräbt, die wo möglich an gar nichts erinnern. Wirklich hat man ähnliche Grundsätze praktisch von jeher bei Zauberringen angewandt, nur daß man fälschlich gemeint hat, es komme hiebei auf einen besondern Sinn der Formen und Zeichen an, während das Beste gerade das ist, so sinnlose Formen und Zeichen zu wählen, daß man voraussetzen darf, niemand, der überhaupt Sinn habe, sei je darauf gefallen, um so den Ring zu einem für neue Assoziationen ganz frischen Wesen zu machen. Aus diesem Grunde ist es auch rätlich, den Verstand bei Anlage und Verfertigung des Zauberringes überhaupt so viel möglich außer Spiele zu lassen; je mehr er als ein Werk der abgeschmacktesten Phantasie erscheint, desto Wundervolleres, allen Verstand übersteigendes vermag er nachmals zu leisten; während ein mit Verstand gemachter Ring auch nicht leicht mehr leisten wird, als man von dem Ringe verständigerweise erwarten kann. Das Vorige ist aber nur die Vorbereitung; denn bis jetzt leistet der Ring noch nichts. Nun stecke man denselben an einen Finger, an den er so genau paßt, daß er sich nie von selbst dreht, und drehe ihn im Laufe eines Jahres jedesmal, wenn etwas Glückliches begegnet, rechts, wenn etwas Unglückliches begegnet, links; dann wird es später hinreichen, um irgend eine Unternehmung glücklich gedeihen zu lassen, den Ring dabei rechts zu drehen, indem sich der glückliche Erfolg unsers Tuns und das Rechtsdrehen des Ringes nun wiederum vollständig an einander assoziiert haben werden. Man wird sich mit einem solchen Ringe, ist er nur erst recht eingewöhnt, in die größten Gefahren und schwierigsten Unternehmungen mutig stürzen und sicher sein können, siegreich daraus hervorzugehen, wenn man nur das Rechtsdrehen nicht mit dem Linksdrehen verwechselt.

Ein solcher Ring ist ein unschätzbares Ersatzmittel für Verstand und Überlegung beim Handeln, deren Anwendung er ganz und gar erspart; auch liegt indem erwähnten Umstande, daß seine Verfertigung am besten. Leuten ohne Verstand gelingt, eine Andeutung, daß die Weltordnung ihn auch vorzugsweise für solche bestimmt hat.

Eine dritte Anwendung: Jemand hat beispielsweise ein krankes Bein, Gicht, Flechten, Schwinden, Lähmung oder was man will, daran. Er nehme ein neues Band, schneide es in sonderbarer Form zu, bezeichne es mit eigentümlichen Charaktären und lasse es nun von einer Person, die ein vorzugsweise kräftiges und gesundes Bein hat, längere Zeit als Strumpfband, oder besser auf dem bloßen Beine tragen. Darauf trage er es am eigenen Beine. So wird das Band, welches sich mit der Gesundheit des fremden Beines assoziiert hat, nun das eigne kranke Bein mit dieser Gesundheit anstecken.

Ist freilich die Krankheit hartnäckig, so wird sie bloß gemindert und hebt durch ihr Übergewicht die heilsame Kraft des Bandes allmählich auf, ja schwängert es gar mit Krankheitsassoziation, daher man ein solches Band dann verbrennen muß. Der Kranke übergebe daher, wenn er das Band von der gefunden Person nimmt, derselben ein zweites gleiches zum Tragen, und ersetze nach einiger Zeit das kraftlos gewordene Band durch dieses. So kann zuletzt die hartnäckigste Krankheit gehoben werden. Man sieht leicht ein, daß sich nach einem ähnlichen Verfahren auch alle Krankheiten anderer Teile heben lassen.

Diese Entdeckung ist sehr wichtig. Nämlich während bis jetzt die Ärzte gleich nach ihrer Promotion andere Leute haben gesund machen wollen, und damit in der Regel nur das Gegenteil erreicht haben, wird es fortan nur darauf ankommen, daß sie sich selbst erst zu den möglichst gesunden Menschen machen; dann werden sie, soviel sie gesunde Teile ihres eignen Leibes haben, auch so viele Krankheiten an anderen Leibern mit Hilfe derselben kurieren können, und der gesundeste Mann wird der beste Arzt sein. Nach dem Prinzip der Übereinstimmung des Seins und Denkens wird sich dann vom Leiblichen auch leicht die Übertragung auf das Geistige machen lassen, und statt Seelsorger, die gegen die Sünden Anderer losziehen, wird man künftig nur auf solche halten, die ihre eignen Seelen erst gesund machen, um dann Fremde mit dieser Gesundheit anzustecken.

Man übersieht nun leicht, wie sich auch Worten eine beliebige Zauberkraft erteilen läßt, indem man sie in Beziehung zu gewissen Arten des Geschehens immer ausspricht; wie ich denn meinem Bedienten nur zu sagen brauche: Johann, die Stiefeln! So kommt er und mit ihm die Stiefeln; weil sein und der Stiefeln Kommen schon von Alters her mit diesen Lauten assoziiert sind. Will man aber sonderbare und kuriose Dinge bewerkstelligen, so muß man auch zuvor absichtlich diese kuriosen Dinge mit sonderbaren und kuriosen Worten assoziiert haben, die noch sonst nicht in Gebrauch gewesen sind, damit nicht statt des Ungewöhnlichen das Gewöhnliche geschieht, mit dem sie von jeher assoziiert wurden.

So kommt es bei Einrichtung von Zaubermitteln für neue Zwecke überhaupt auf Neuheit und Sonderbarkeit dieser Mittel an, dagegen es um so rättlicher ist, einmal für gewisse Zwecke gebrauchte Zaubermittel auch immer für diese oder doch ähnliche Zwecke beizubehalten, weil sie durch Übung nach dem Assoziationsgesetze an Kraft gewinnen. Mit Recht stehen daher auch alte Zauberworte in besonderm Ansehn; und gewiß ist das alte Abrakadabra ein überaus kräftiges Wort, nur daß man nicht weiß, wofür. Man erkennt jetzt auch, woher der scheinbare Widerspruch kommt, daß bald neue ganz ungebrauchte Sachen, bald Erbstücke zu Zauberzwecken empfohlen werden. Sie sind beide in ihrer Art gut; man hat bisher nur nicht das Prinzip gekannt, in welcher Beziehung.

Auch die Assoziationen der Ähnlichkeit lassen sich nutzbar anwenden, und dies ist das Prinzip der sympathetischen Kuren. So betupft man eine Warze mit einem Stück Fleisch und vergräbt dies. Nach Maßgabe, als das Fleisch fault, vergeht dann die Warze. Das Verfaulen des Fleisches ruft hier nämlich nach dem Assoziationsgesetze der Ähnlichkeit als sein Gegenbild das Vergehen der Warze hervor; und das betupfen der Warze mit dem Fleische ist nur der Akt, gerade auch das beabsichtigte Bild sicher hervorzulocken. Man kann es zwar auch mathematisch beweisen, daß sympathetische Mittel helfen; nämlich es liegt hier die einfache Proportion der Regeldetri zu Grunde, a : na == b : nb . Gegeben sind: Fleisch, Vergehen des Fleisches, Warze, woraus als viertes Glied folgt: Vergehen der Warze. Man sieht, daß das Prinzip der Identität des Seins und Denkens sogar auf zwei ganz verschiedenen Wegen die Wirkung dieser Mittel beweist.

Hiemit ist dann zugleich bewiesen, daß es Anzeichen gibt. Man muß nicht glauben, daß der Menschenkopf allein witzig und geistreich ist. Nein, auch in dem realen Denken der Dinge wird gern eine große Sache mit einer kleinen oder umgekehrt bildlich verknüpft. Freilich sind das auch hier nur Einfälle, auf die man nicht rechnen kann und eine Zeit ist reicher daran als die andere.

Man sieht so, wie sich die Zauberei, die man früher für einen Wahn des Pöbels hielt, prinzipmäßig aus den Denkgesetzen selbst entwickeln läßt und gleiche Notwendigkeit mit ihnen hat; zugleich aber, warum dieser Gegenstand bisher so lange im Unsichern geblieben ist. Indem man nämlich die störenden Assoziationen nicht hinreichend ausgeschlossen, hat man lauter schwankende Data erhalten. Indem ich nun der Zukunft die fernere Ausbildung und Entwicklung dieser Lehre anheimstelle, begnüge ich mich, zum Schluß das Experimentum crusis mitzuteilen, womit ich die Statthaftigkeit derselben außer Zweifel gesetzt habe.

Ich ließ mir zu Anfange vorigen Monats einen neuen Tisch machen, beschrieb ihn mit einigen seltsamen Zeichen, und deckte ein neues Tischtuch darauf, in dessen Mitte ich ein Loch schnitt, in der Voraussetzung, daß noch nie eine Hausfrau ein Loch in ein Tischtuch geschnitten oder gar ein durchlöchertes aufgedeckt haben wurde, Männer sich aber ohnehin sonst um das Decken nicht kümmern. So war nun der Tisch für die Annahme neuer eigentümlicher Assoziationen selbst eigentümlich genug hergestellt. Durch eine geeignete Vorrichtung ließ ich darauf aus der Höhe allerlei gute Gerichte und Weinflaschen auf den Tisch herab, indem ich das Wort akalpa dazu sagte. Nach einiger Zeit ließ ich die Gerichte und Flaschen wieder in die Höhe ziehen, indem ich das Wort verkehrt dazu aussprach aplaka . Dies wiederholte ich hundert Mal. Seitdem brauche ich nur den Tisch wieder zu decken, mich davor zu setzen und das Wort akalpa zu sprechen, So kommen Gerichte und Wein durch die Luft; ich speise dann, spreche darauf das Wort aplaka, so fliegt alles Übriggebliebene wieder fort. Die Armen stehen draußen vor der Tür und suchen das Fortfliegende unterwegs aufzufangen; aber meinen Nachbarn fehlt seitdem immer etwas in Küche und Keller, und meine Frau kann mir das Loch im Tischtuch noch nicht verzeihen.








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